Die Nachwehen bei Schnäppchenbeiträgen der PKVs

Viele private Krankenversicherungen haben Neukunden mit Dumpingbeiträgen angelockt in der Hoffnung, dass die Neukunden sich nach einiger Zeit für einen anderen Tarif entscheiden und so höhere Beiträge bezahlen. Dieser Schuss ging nach hinten los, denn die Neukunden wollten oder konnten keine höheren Beiträge bezahlen. Bei der Beitragsanpassung in den Billigtarifen wurden teilweise die Beiträge bis zu 60 % erhöht und so an die Normaltarife angepasst.

Die Billigtarife von weniger als 100 Euro Monatsbeitrag haben die Menschen angelockt, die in die gesetzliche Krankenkasse integriert sein sollten und nicht in einer privaten Krankenversicherung. Die Versicherten sind es, die sich an die Verbraucherzentralen wenden und auch ihre Klagen bei „Widge“, einem Verbraucherportal eingeben. Nicht nur, dass sich die Versicherten, die einen Billigtarif abgeschlossen hatten, sich jetzt in einem Tarif wiederfinden, der die nächst höhere Beitragsklasse beinhaltet.
Fakt ist, dass jetzt viele Versicherte aus den Billigtarifen keine Ahnung haben, wie sie die Beiträge für die private Krankenversicherung aufbringen sollen. Auch die Versicherten, die das Rentenalter erreicht haben und nicht mehr über so viel Geld verfügen wie zu Zeiten der Berufstätigkeit, werden Problem mit den Beiträgen haben. Für sie wird die private Krankenversicherung eine finanzielle Belastungsgrenze werden.

Die PKVs haben natürlich viele Einbußen zu verzeichnen. Derzeit werden diese mit 500 Millionen Euro beziffert. Mehr als 140.000 Versicherte der privaten Krankenversicherung haben ihre Beiträge nicht entrichtet. Doch gerade hier scheiden sich die Geister. Viele Kritiker sind der Meinung, dass die hohen Einbußen eher das Ergebnis der Dumpingangebote sind, die zwar Neukunden angelockt haben, diese aber jetzt in den Ruin führen.

Beitragsgarantie – eine Reaktion auf hohe Beitragsanpassungen

Die zum Teil drastischen Beitragsanpassungen der privaten Krankenkassen zum 01. Januar 2012 sorgten für viel Wirbel. Selbst die Nachrichten während der Weihnachtsfeiertage brachten dieses Thema immer wieder. Für den Laien ist der Zusammenhang kompliziert und nicht jeder versteht, was eigentlich vor sich geht. Dabei haben die meisten Tarife der Privaten Krankenversicherungen die üblichen moderaten Anpassungen erfahren und einige Versicherer hatten eine Anpassung bei ihren Tarifen gar nicht nötig.

Wieder einmal war es die Central Krankenversicherung, die für diesen Wirbel verantwortlich war. Sie hatte bei einigen ihrer Tarife eine drastische Beitragsanpassung vorgenommen, die teilweise bis zu 40 % betrug. Andere private Krankenversicherer haben diese Maßnahmen gar nicht nötig und geben ihren Kunden sogar eine Beitragsgarantie für das Jahr 2012. Betrachtet man die Jahre davor, so waren hier Beitragsanpassungen zwischen drei und vier Prozent notwendig.
Die Versicherten haben keine Chance an den Beitragsanpassungen zu rütteln. Eine Möglichkeit den hohen Beiträgen zu entgehen ist der Wechsel in einen günstigeren Tarif oder einen Anbieterwechsel vorzunehmen. Der Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung ist vereinfacht worden und so schauen sich die Neukunden natürlich auch die Beitragsentwicklung der verschiedenen privaten Krankenversicherer genauer an. Eine Beitragsgarantie bringt bei der Gewinnung von Neukunden sicherlich Vorteile.

Doch nicht die Beitragsgarantie bringt den Erfolg, sondern die Beitragsstabilität ist der wichtigste Faktor, wenn Neukunden in die privaten Krankenversicherungen wechseln wollen. Auch Krankenversicherer werden von den Ratingagenturen beurteilt. So hat die Ratingagentur Morgen & Morgen die privaten Krankenversicherer HanseMerkur und die DKV analysiert. Beide Versicherer konnten dabei Spitzenplätze belegen.

Privatversicherte werden durch die Beitragsanpassung ruiniert

Die private Krankenversicherung macht immer wieder von sich reden. Zum Ende des letzten Jahres wurden für 2012 die Beitragsanpassungen festgelegt und sorgen damit für Unmut bei den Versicherten. Gerade die Central Krankenversicherung ist das Hauptaugenmerk der Mitteilungen und viele andere private Krankenversicherungen ziehen nach. Ein Ende ist nicht in Sicht und die beschlossenen Anpassungen zeigen erst so nach und nach ihre Auswirkungen.

Bestandskunden sind ebenso betroffen wie Neukunden

Mit einer Beitragsanpassung haben die meisten Versicherten gerechnet, wie dies auch in den letzten Jahren gehandhabt wurde. Allerdings sind sie von maximal sieben Prozent ausgegangen. Für 2012 stehen nun aber Erhöhungen von bis zu 14 Prozent im Raum und gibt damit den privaten Krankenversicherungen nicht gerade eine gute Note. Der Rückschluss liegt nahe; viele machen sich durchaus berechtigte Sorgen, dass sie die Beiträge bald nicht mehr zahlen können. Der Bund der Versicherten erhält ständig neue Anfragen und viele berichten sogar von einer Steigerung der Beiträge auf 60 Prozent. Das wären für einen Versicherten, der momentan immerhin schon 500 Euro zahlt, dann gute 800 Euro. Damit steht die Existenz vieler auf der Kippe.

Jetzt heißt es schnell Handeln beim PKV Wechsel

Wer als Versicherter die Beitragserhöhung per Post erhält, hat gleichzeitig ein Sonderkündigungsrecht oder die Möglichkeit den Tarif innerhalb der bestehenden Versicherung zu wechseln. Hierfür steht einem aber nur ein Monat Zeit zur Verfügung. Die Verbraucherschützer, so auch Michael Wortberg, halten von der Anpassung sehr wenig. Sie äußern sich auch durchaus negativ, wie mit Beispiel, dass Bestandskunden, die ältere Menschen – also Rentner – durchaus mit der Erhöhung finanziell in den Ruin getrieben werden. Eine Versicherungspflicht besteht aber trotzallem.

Debeka Krankenversicherung mit einem enormen Zuwachs aus 2011

Am vergangenen Sonntag berichtete der Spiegel, dass sehr viele Privatversicherte versuchen würden in die gesetzliche Krankenversicherung zu gelangen. Dieser Meldung widersprechen allerdings der PKV-Verband und auch Debeka, die über 2,2 Millionen Privatversicherte zählen. Mehr als 44.240 Versicherte haben letztes Jahr in die private Versicherung gewechselt. Die Hälfte davon ist zwar wieder in die gesetzliche Kasse zurückgekehrt, allerdings aus dem Grund, weil sie versicherungspflichtig geworden sind. Viele Versicherte erfahren bei der Debeka aber auch die Tatsache, dass eine Beitragserhöhung 2012 für Angestellte und Selbständig nicht vorgesehen ist. Ein Wechsel bleibt daher relativ fragwürdig. Die einzige Erhöhung zeichnet sich bei den Beamten ab, die etwa 3,6 Prozent mehr zahlen müssen.

Spekulationen bringen Verunsicherungen hervor

Seit etwa Mitte November wird sehr viel geschrieben und spekuliert, dass die privaten Krankenkassen komplett ihre Beiträge erhöhen und es deshalb vielen Versicherten nicht mehr möglich sei, die Kosten dafür aufzubringen. Allerdings ist hier selbstverständlich auch ein Fünkchen Wahrheit enthalten. Durch die falsche Kalkulation der Tarife für Neueinsteiger fehlen ein paar Euro in den Kassen, die nun durch eine Beitragserhöhung wieder wett gemacht werden sollen. Hier besteht aber für die Versicherten die Möglichkeit, dass sie einen anderen günstigeren Tarif wählen, damit die Kosten nicht zu hoch ausfallen. Es ist allerdings auch nicht unbedingt sehr einfach, da man eine gewisse Abdeckung haben möchte. Es steht auf jeden Fall fest, dass diejenigen, die in die gesetzliche Krankenkasse zurückgekehrt sind, entweder Auszubildende waren oder aber auch Versicherte, die unter die Grenze der Versicherungspflicht gefallen sind und somit automatisch in die gesetzliche Versicherung fallen.

Rückgang hat andere Gründe

Der Vorstandsvorsitzende der Debeka, Uwe Laue, kann anhand des sogenannten Kundenmonitors zeigen, dass die Zufriedenheit in ganz Deutschland bei 98,2 Prozent liegt. Morgen & Morgen, das Haus der Analysen, kann ebenfalls vorweisen, dass die Kundenunzufriedenheit im Durchschnitt der einzelnen Branchen bei gerade einmal 4,4 Prozent läge. Daran ist zu erkennen, dass die Erhöhung von bis zu 40 Prozent eher eine Ausnahmeregel darstellt. Auch liegt der Trend eher umgekehrt vor. Der Stuttgarter Zeitung erklärte Stefan Reker, als Verbandssprecher der PKV, dass wesentlich mehr Versicherte in die private Versicherung gewechselt wären, als von der privaten in die gesetzliche. Es wird einem als Versicherten bereits durch den Gesetzgeber sehr erschwert überhaupt wieder in die gesetzliche zu gelangen. Hier bestätigen aber auch die Ausnahmen die Regel. Für die privat Versicherten ist es daher am sinnvollsten bei ihrer Krankenversicherung zu bleiben und eben einen günstigeren Tarif zu wählen.

Beitragsdiskussion steigert sich

 

Es ist die Frage in den Raum geworfen worden, ob es möglich ist, dass die Steigerung der Beiträge in der privaten Krankenversicherung sich bis ins Rentenalter verdreifachen kann. Anhand der unterschiedlichsten Unsicherheiten geht die Zahl der Mitglieder stetig bergab. Waren es 2009 noch etwa 141.700 sind es ein Jahr drauf nur noch 74.500 Mitglieder. Aber warum eigentlich?

Hohe Beiträge bringen Mitglieder in die gesetzliche Krankenkasse

Jeder, auch die Krankenkassen haben Vertreter, die über bestimmte und vor allem aktuelle Probleme diskutieren und forschen. Die momentane Hauptaufgabe liegt darin herauszufinden, ob ein Rückgang aus der privaten Krankenversicherung und damit ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung zu verzeichnen ist. Durchaus merkbare Beitragserhöhungen und die falsche Kalkulation bei den Tarifen vor Neumitglieder und auch die Tatsache, dass es immer wieder schwarze Schafe, also Nichtzahler gibt, bringt viele dazu, sich über die Möglichkeit einer Rückkehr zu informieren. Darüber hinaus haben sich zudem die Gebührenordnungen drastisch verändert, gerade bei den Zahnärzten, was nicht unwesentlich für Mehrkosten sorgt.

Verbraucheschutz beschäftigt sich mit diesem Thema

Viele Pressemitteilungen und Berichte von Spiegel und Co. haben hier allerdings ein wenig mehr den Teufel an die Wand gemalt. Viele bleiben in der privaten Krankenversicherung und versuchen eben Kosten durch einen Tarifwechsel zu sparen oder mit einem Wechsel in eine andere private Krankenkasse. Auch der Verbraucherschutz beschäftigt sich mit dieser Thematik und sagt ganz klar, dass es durchaus sein kann, dass ein 30-jähriger bis zu seinem Rentenalter mit einer Verdreifachung seiner Beiträge rechnen muss, so Ulrike Steckkönig als Gesundheitsexpertin beim „Finanztest“.

Beitragserhöhung vs. Altersrückstellung

Die Versicherten selbst sehen allerdings etwas positiver in die Zukunft. Viele zahlen nicht nur die normalen Beiträge, sondern auch für eine Altersrückstellung ein. Dies ist ein Überschussbetrag, der genutzt werden soll, damit negative Entwicklungen aufgefangen werden können. Momentan wären das gesamt 158 Milliarden Euro, die die private Krankenversicherung zu einem echten Modell der Zukunft wachsen lässt. Die Grünen und Linken haben da aber auch schon eine andere Idee – die Bürgerversicherung. Hierbei ginge es um eine Grundabsicherung, die jeder Bürger erhält und darüber hinaus gehender Schutz kann nur mit den dementsprechenden Zusatzversicherungen ausgeglichen werden. Eine Vollversicherung gibt es dann bei den privaten Krankenkassen nicht mehr. Doch die gesetzliche Krankenversicherung wehrt sich gegen diesen Vorschlag und so meint Christoph Straub, als BARMER-GEK-Chef, dass die gesetzliche Versicherung eine Vollversicherung bleiben sollte. Dies wäre nach dem neuen Modell dann aber auch nicht mehr vorgesehen.

Die privaten Krankenversicherungen sorgen für Verwirrung um die Kündigung

 

Durch die Beitragsanpassungen, die zum 01.01.2012 wirksam werden, sorgen die ARAG, die DKV und auch die Central Private Krankenversicherung für enormen Ärger und für Verwirrung. Die unterschiedlichsten Aussagen, die Kündigung betreffend, sorgen für Verängstigung und Unmut. Damit sind die Versicherer einer sehr starken Kritik ausgesetzt.

 

Die Sonderkündigung

 

Viele Versicherte wissen nicht, dass sie das Recht haben, aufgrund einer ihnen zustehenden Sonderkündigung, einseitig den Vertrag zu beenden. Sie können aber auch in einen anderen Tarif wechseln, der sie finanziell ein wenig besser dastehen lässt, wobei aber wahrscheinlich Einbußen im Bezug auf die Leistungen hingenommen werden muss. Auch das Zeitfenster ist sehr eng bemessen. Gerade einmal einen Monat Zeit haben die Versicherten, um alles in die Wege geleitet zu haben. Hier entstehen die ersten Verwirrungen, denn die Central Krankenversicherung akzeptiert nach verschiedenen Aussagen, nur original Kündigungen, die zudem einen entsprechenden Nachweis über die nachfolgende Versicherung enthalten muss und auch erst dann akzeptiert wird. Die Versicherung an sich hat diese Aussage nicht bestätigt, es wäre auch eine Kündigung per Telefax möglich, doch bleibt die Frage der Rechtslage.

 

Kündigung muss immer schriftlich erfolgen

 

Eine Kündigung muss grundsätzlich schriftlich erfolgen, so auch bei der privaten Krankenversicherung. Dies kann in einer Musterbedingung beim Verband der privaten Krankenversicherung e.V. nachgelesen werden. Im Paragraph 16 MB/KK ist dies mit einer eigenhändigen und vollen Namensunterschrift ergänzt. Wer in seine Unterlagen schaut, kann durchaus feststellen, dass eine Textform im Allgemeinen akzeptiert wird. Hier stellt sich jetzt eigentlich nur noch die Frage nach dem Nachweis einer Nachversicherung. Der Paragraph 13 Abs. 7 MB/KK beantwortet diese wichtige Frage allerdings nicht. Zudem ist bei der Kündigung zu bedenken, dass, wenn es hart auf hart kommen sollte, ein Einschreiben nicht ausreichend für den gerichtlichen Nachweis ist.

Beim Wechsel der privaten Krankenversicherung an die Angehörigen denken

 

Die sogenannte Versicherungspflichtgrenze wird sich auf 50850 Euro im Jahr 2012 erhöhen. Wenn ein Wechsel 2012 bevorstehen sollte, muss aber auch an die Angehörigen gedacht werden. Gerade Eltern sollten darauf achten, dass die Kinder und auch sie den bestmöglichen Schutz erfahren und zwar zu den bestmöglichen Konditionen.

 

Gesetzliche Krankenversicherung gegen Private Krankenversicherung

 

Wer sich oberhalb dieser neuen Grenze bewegt, muss sich nun die Frage stellen, ob ein Wechsel in eine private Krankenversicherung sinnvoll ist oder aber ob man lieber in der gesetzlichen Versicherung bleibt. Beantworten kann man diese Frage nicht pauschal, sondern abhängig von den verschiedensten Faktoren und Konstellationen. Die Eltern haben es da noch ein wenig schwieriger, da sie durch ihre Entscheidung auch die Kinder mitnehmen. Sollten sich beide Elternteile in dem gleichen Versicherungssystem befinden, müssen auch die Kinder in diesem versichert sein oder aber auch freiwillig gesetzlich. Bei einer gesetzlichen Krankenversicherung liegen die Vorteile klar auf der Hand. Kinder sind automatisch mitversichert– in der Familienversicherung. Bei der privaten Krankenversicherung dagegen muss jedes einzelne Kind auch extra versichert werden.

 

Rechnen und vergleichen lohnt sich immer

 

Sollten die Elternteile in unterschiedlichen Systemen versichert sein, muss sehr genau gerechnet werden, was die finanziell sinnvollste Lösung wäre. Das Elternteil, welches gesetzlich krankenversichert ist, beinhaltet auch die Kinder in der Familienversicherung, wenn das Einkommen höher ist, als das des anderen Elternteil, welches in der privaten Krankenkasse versichert ist. Eine andere Möglichkeit wäre die Aufnahme des Kindes in die gesetzliche Versicherung, wenn das Elternteil bei der privaten Krankenversicherung unter der Jahreseinkommensgrenze liegt. Leben die Eltern getrennt, ändert sich an den Versicherungsverhältnissen für die Kinder nichts. Liegt eine Scheidung vor, müssen die Kinder in der Versicherung aufgenommen sein, in der sich das Elternteil befindet, welches das Sorgerecht erhalten hat.

 

Mehr Infos unter http://www.krankenversicherungsvergleiche.de.

Krankenkassen und die Konkurrenz

Kampf der Krankenkassen

 

Spiegel-Online hat bekannt gegeben, dass auffällig viele Privatversicherte in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Der AOK-Chef von Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, hat diese Meldung durchaus bestätigt. Etwa 27600 Versicherte wären von der privaten in die AOK gewechselt. Das sind mehr als 9 Prozent Zuwachs zum Vorjahr. Auch die BARMER verbuchte einen Zuwachs von 12 Prozent. Der Grund einzig die Beitragserhöhung der privaten Krankenkassen. Ulrike Steckkönig als Gesundheitsexpertin des Finanztest bestätigt dies zudem mit der Aussage, dass ein 30-jähriger bis zum Rentenalter mit einem dreifachen Beitragsanstieg rechnen müsse.

 

Der Anreiz zum wechseln fehlt

 

Klar gegen die Äußerung der Meldung vom Spiegel-Online äußert sich dagegen Volker Leienbach, der Direktor des Verbandes der PKV. Es würden wesentlich mehr Kunden in die private Krankenversicherung wechseln als anders herum. Hierbei ginge es wohl in erster Linie um die „schlechte Behandlung“ der Patienten bei den gesetzlichen Kassen und konnte durchaus einen Zuwachs verzeichnen. Der Sprecher des AOK-Bundesverbandes, Udo Baske, erklärt zudem, dass durch die Irreführung, die PKV würde als Vollversicherung nicht in Betracht kommen, der Wert der privaten Krankenversicherung nicht mehr beigemessen werden kann. Daniel Bahr, der Bundesgesundheitsminister, gibt in einem Interview der Westfälischen Zeitung zu denken. Die Kassen würden nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, um günstige Tarife für die Versicherten anzubieten. Hierdurch würde ein Anreiz fehlen, dass die Kunden wechseln.

 

Wer unter 50850 Euro bleibt ist automatisch in der gesetzlichen

 

Der Gesetzgeber sieht einen Wechsel von der privaten in die gesetzliche Versicherung nicht vor, doch es gibt Mittel und Wege dies doch zu tun. Allein schon wer unter die Versicherungspflichtgrenze fällt, ist automatisch gesetzlich versichert, also auch diejenigen, die sich zu diesem Zeitpunkt in einer Privatversicherung befinden. Ist diese Grenze von 50850 Euro für mindestens ein Jahr nachweisbar, ist der Arbeitgeber wieder drin in der gesetzlichen. Sollte hierdurch ein Verdienstausfall zu verbuchen sein, kann dieser in Absprache mit dem Arbeitgeber eventuell als Prämienzahlung, die nicht in die Gesamtberechnung mit einfließt, wett gemacht werden. Für die Selbständigen besteht hier die Möglichkeit, dass, wenn sie in ein Angestelltenverhältnis wechseln, sie auch in die gesetzliche Versicherung fallen, wenn sie unter 50850 Euro bleiben.

In der privaten Krankenversicherung ändert sich einiges 2012

 

Da die Zeit zwischen den Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel meist für den Winterurlaub oder aber eine ruhige Auszeit genutzt wird, sollte man sich aber nicht unbedingt nur ausruhen, denn die Veränderungen gerade in der privaten Krankenversicherung stehen bereits vor der Tür. Die Änderungen betreffen nicht nur die „alten“ Kunden, sondern vielmehr auch die Neukunden, denen zu empfehlen ist, sich genauestens zu informieren und zu vergleichen.

 

Die Bemessungsgrenze wird neu berechnet

 

Der Arbeitgeber zahlt auch bei der privaten Krankenversicherung, wie auch bei der gesetzlichen, seinen Zuschuss, der sich an der Beitragsbemessungsgrenze festsetzt. Nun ist für 2012 durchgesetzt, dass sich genau diese Grenze erhöhen wird und zwar von 3712,50 Euro auf 3825 Euro und damit erhöht sich logischerweise auch der Arbeitgeberzuschuss. Gut ist dies nur für diejenigen Arbeitnehmer, die mit den Beiträgen über dem Höchstsatz liegen. Desweiteren wird aus die Anpassung der Versicherungspflichtgrenze eingeführt. Gerade die potentiellen Neukunden sind davon besonders betroffen. Es geht in erster Linie darum, dass nur die Arbeitnehmer, die ein Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze erzielen versicherungsfrei werden und damit auch erst in die private Krankenversicherung aufgenommen werden.

 

Immer auf das Einkommen achten

 

Wer jetzt noch schnell einen Wechsel vollziehen will, der schaut in erster Linie auf sein Einkommen der letzten Monate, da er versuchen will, noch einer privaten Krankenversicherung beizutreten, bevor die neuen Regelungen endgültig den Platz einnehmen. Allerdings muss die Versicherungspflichtgrenze auch in diesem Jahr überschritten werden, damit eine günstige Aufnahme erfolgen kann. Für viele bedeutet dies das Aus. Besonders die Familien mit Kinder müssen sehr genau rechnen, da es durchaus sein kann, dass die Kleinen zusätzlich privat versichert werden müssen, was wiederum enorme Mehrkosten bedeutet.

Tarifwechsel, Kündigung, Beitragsanpassung

 

Das Thema der Beitragsanpassung bezog sich in den ersten Meldungen eigentlich nur auf die Central Krankenversicherung. Unterschiedliche Berichte aus den Medien sind allerdings widersprüchlich und sorgen damit für einige Verwirrung bei den Versicherten. Sie wissen teilweise nicht genau, wie sie auch die Post ihrer privaten Krankenversicherung reagieren sollten, wenn darin die Ankündigung der Beitragsanpassung aufgelistet ist.

 

Private Krankenversicherungen stehen nicht mehr gut da

 

Eigentlich sind die Probleme und die Verwirrungen nur durch die unterschiedlichen Medienberichte entstanden. Da wurde unter anderem geschrieben, dass die Central Krankenversicherung nur Kündigungen akzeptiere, die im Original eingereicht werden. Damit hat sich die Verunsicherung der Versicherten nicht gerade beruhigt, auch wenn diese Aussage bereits mehrfach dementiert wurde. Viele Versicherte entschließen sich daher, die Versicherung zu wechseln, um den Mehrkosten zu entgehen. Allerdings gehen bei einem Wechsel die Altersrückstellungen verloren, was wiederum sehr hohe Einbußen bedeuten kann und dadurch ein Wechsel erst mal nichts Positives bringt. Besonders die vor 2009 eingetretenen Versicherten sollten hier genau nachrechnen, ob sich eine Kündigung dann überhaupt lohnt. Eventuell wäre es sinnvoller innerhalb der Versicherung einen Tarifwechsel vorzunehmen.

 

Folgeversicherung muss nachgewiesen werden

 

Im Versicherungsvertragsgesetzt ist festgelegt, dass bei einem Versicherungswechsel der Versicherte die Folgeversicherung nachweisen muss, damit die Kündigung und damit auch die Neuanmeldung rechtskräftig vollzogen werden kann. Sollte dies nicht nachgewiesen werden, kann es sein, dass die Privatversicherten auch zum 01.01.2012 auf einige Hürden stoßen. Die Pflicht zur Vorlage wird nun auch bei den gesetzlichen Krankenversicherungen zur Bedingung und damit verallgemeinert. Gerade diejenigen, die ein Einkommen oberhalb der Jahreseinkommensgrenze erzielen, können versicherungsfrei werden. diese Freiheit ist allerdings wiederum an eine Menge Bedingungen gebunden und kann damit einen Privaten Krankenversicherungswechsel nicht mehr durchführbar machen.