Mit einer privaten Krankenversicherung optimal versorgt werden

 

In Deutschland gibt es, auch wenn das manchmal von Politikern bestritten wird, eine Zwei-Klassen-Medizin. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet ihren Mitgliedern eine ordentliche Grundversorgung, die im weltweiten Maßstab sehr gut ist. Doch im Vergleich mit den Möglichkeiten, die eine private Krankenversicherung bietet, ist die GKV eine magere Alternative. Eine PKV ist deswegen immer die erste Wahl, wenn es um die Qualität der medizinischen Versorgung geht. Dafür sind Privatversicherte auch bereit, mehr Geld in die Gesundheit zu investieren.

 

Für wen kommt eine PKV in Frage?

 

Die private Krankenversicherung steht nicht allen Menschen offen. Nur die Menschen, die nicht unter die Versicherungspflicht der GKV fallen, dürfen sich für eine PKV entscheiden. Das sind insbesondere Selbstständige, Freiberufler und Arbeitnehmer mit einem hohen Einkommen. Eine Ausnahme sind Beamte, die einen Teil des Versicherungsschutzes von ihrem Arbeitgeber bezahlt bekommen und ergänzend eine private Versicherung abschließen müssen. Eine weitere Ausnahmeregelung gilt für selbständige Autoren und Künstler, die sich bei der Künstlersozialversicherung anmelden können, um eine günstige gesetzliche Krankenversicherung zu bekommen.

 

Wann ist ein Wechsel in die PKV sinnvoll?

 

Wenn die Wahl zwischen einer gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung besteht, sollte immer die langfristige Perspektive als Entscheidungsgrundlage genommen werden. Wenn ein Arbeitnehmer dauerhaft mit einem hohen und vielleicht sogar noch steigenden Einkommen rechnen kann, ist eine PKV die beste Wahl. Die meisten Arbeitnehmer mit Wahlfreiheit entscheiden sich für die PKV, um im Krankheitsfall eine bessere Versorgung in Anspruch nehmen zu können. Anders als bei der GKV ist es bei der PKV wichtig, einen umfassenden Kosten- und Leistungsvergleich durchzuführen. Bei privaten Krankenversicherungen gibt es viele verschiedene Tarife. Bei der Auswahl des Tarifs sind neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis die individuellen Bedürfnisse entscheidend.

In die private Krankenversicherung wechseln

Selbstständige haben nur in Ausnahmefällen die Möglichkeit, die gesetzliche Krankversicherung zu nutzen. Deswegen benötigen sie in der Regel eine private Krankenversicherung. Bei Arbeitnehmern ist hingegen ein bestimmtes Mindesteinkommen nötig,  damit ein Wechsel in die PKV möglich ist. Beamten müssen einen Teil ihrer Versicherung privat leisten. Dafür gibt es spezielle Zusatzversicherungen. In jedem Fall sollte man aber vor der Entscheidung für eine bestimmte PKV einen gründlichen Vergleich aller relevanten Angebote vornehmen, um nicht zu viel zu bezahlen.

 

Nicht nur die Kosten vergleichen

 

Bei privaten Krankenversicherungen gibt es große Leistungsunterschiede. Ein sehr günstiger Tarif muss nicht automatisch ein gutes Angebot sein. Vielleicht sind viele Leistungen, die in einem etwas teureren Tarif enthalten sind, nicht vorhanden. Letztlich muss vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis bei einer PKV stimmen. Zudem sollte der Leistungsumfang auf die speziellen Bedürfnisse des Versicherungsnehmers abgestimmt sein. Dabei sollte man vor allem darauf achten, dass medizinisch relevante Zusatzleistungen von weniger wichtigen Vorzügen unterschieden werden. Eine Behandlung durch den Chefarzt ist z.B. eine sehr nützliche Leistung im Ernstfall, während ein Einbettzimmer nicht unbedingt nötig ist.

 

Eine Versicherung im Internet abschließen

 

Es ist auch möglich, eine Krankenversicherung im Internet abzuschließen. Allerdings muss der Versicherungsnehmer noch den Vertrag unterzeichnen. Zudem behält sich die Versicherung meist vor, einen Kunden aus bestimmten Gründen abzulehnen. Der Gesetzgeber hat sehr enge Regeln für private Krankenversicherung festgelegt, so dass die Ablehnung eines Patienten nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich ist. In jedem Fall sollte man dafür sorgen, dass keine Versicherungslücke entsteht, denn die Krankenversicherung ist enorm wichtig. Zudem gibt es auch eine Krankenversicherungspflicht, so dass es nicht möglich ist, Geld zu sparen durch einen kurzzeitigen Verzicht auf eine Krankenversicherung.

Warum gibt es eine private Krankenversicherung?

 

 

Die private Krankenversicherung hat eine lange Tradition. In Deutschland wird sie seit vielen Jahren vor allem als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung eingesetzt. Die GKV stellt nur eine Basisversorgung sicher, die für alle wichtigen Fälle ausreicht. Aber eine private Krankenversicherung kann einen deutlichen größeren Leistungsumfang anbieten. Dadurch kann ein Privatversicherte in vielen Fällen Behandlungen ohne Zusatzzahlungen in Anspruch nehmen, die für einen gesetzlich Versicherten sehr teuer wären.


Deswegen ist die Versorgung in einem Krankheitsfall meist besser bei einem Privatversicherten. Auch bei Arztterminen haben Privatversicherte oft gute Chancen, ohne lange Wartezeiten eine Untersuchung zu bekommen.

 

Welche Faktoren müssen bei der PKV berücksichtigt werden?

 

Nicht jede PKV bietet einen großen Leistungsumfang. Es ist mittlerweile sogar so, dass der Gesetzgeber den privaten Krankenversicherungen vorschreibt, dass sie einen Basistarif anbieten müssen. Wenn ein Versicherter diesen Basistarif hat, dann ist er nicht besser gestellt als ein gesetzlich Versicherter. Bei einer PKV kann der Kunde den Leistungsumfang durch die Wahl des Tarifs selbst bestimmen. Wer es sich leisten kann, bekommt ein großes Versicherungspaket, mit welchem dem Patienten alle modernen Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. Bei dieser Form der privaten Versicherung ist der Kunde in jeder Lebenslage hervorragend abgesichert.

 

Die passende PKV im Internet finden

 

Es gibt nicht eine einzige PKV, die für jeden Versicherungsnehmer optimal ist. Vielmehr muss der gewählte Tarif zur persönlichen Situation des Versicherungsnehmers passen. Im Internet kann man sich sehr leicht über die angebotenen Tarife informieren und Vergleiche anstellen. Die monatlichen Kosten können durch die Wahl des Leistungsumfangs bestimmt werden. Nicht jeder Patient legt z.B. Wert auf ein Einzelzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt.

Mit höherer Selbstbeteiligung den Beitrag drücken

 Wer seine private Krankenversicherung mit einer Selbstbeteiligung ausstattet spart monatlich Geld. So kann z. B. ein 30jähriger Versicherter mit einer Selbstbeteiligung von 1.200 Euro monatlich 135 Euro an Beitrag sparen. Auf das Jahr gerechnet macht das die Summe von 1.620 Euro aus. Allerdings hat diese Form auch Nachteile. So wird der Zuschuss des Arbeitgebers gesenkt, doch der Arbeitnehmer wird zur Kasse gebeten, wenn er wirklich krank wird. In Bezug auf den Zuschuss ist davon auszugehen, dass der Arbeitgeber auch von der Ersparnis von 1.620 Euro 50 % spart, sodass der Arbeitnehmer einen Vorteil von 810 Euro behält – jedoch eine Selbstbeteiligung von 1.200 Euro hat.

Natürlich können die Kosten für Krankheit bei der Einkommenssteuer als außergewöhnliche Belastungen aufgeführt werden. Diese greifen jedoch erst dann, wenn die zumutbaren Belastungen überschritten werden. Diese Belastbarkeit nach dem Steuergesetz macht etwa 7 % des Einkommens aus – je nach Familienstand gibt es auch unterschiedliche Höhen der Belastbarkeit. Für Großverdiener sind dann eben sieben Prozent mehr als für den kleinen Mann und so kann es durchaus sein, dass der Versicherte auf seinen Kosten für Krankheit sitzen bleibt bzw. diese alleine zu tragen hat.

Eine Alternative zur Selbstbeteiligung ist die Prämienrückerstattung, die meist interessanter ist. Wird die private Krankenversicherung nicht zur Kasse gebeten, so erhält der Versicherte je nach Tarif zwischen einem und sechs Monatsbeiträgen von der privaten Krankenversicherung zurück. Dabei kann der Versicherte selbst entscheiden, ob er die kleinen Arztrechnungen aus eigener Tasche bezahlt und sich damit die Prämienrückerstattung sichert oder nicht. Übrigens ist die Prämienrückerstattung immer der volle Monatsbeitrag, der auch den Arbeitgeberanteil beinhaltet. Ein Krankenversicherungsvergleich hilft manchmal bei der Entscheidung.

Kosten der PKV

Die Kosten der Krankenversicherung

 

Eine Krankenversicherung kostet Geld. Deswegen können viele Menschen in armen Ländern nicht die Vorzüge einer Krankenversicherung nutzen. In Deutschland gibt es hingegen sogar eine Pflicht zur Krankenversicherung. Deswegen müssen z.B. auch Selbstständige, die keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung haben, einen Krankenschutz haben. Allerdings dürfen Selbstständige und Arbeitgeber mit einem hohen Einkommen aussuchen, welche Krankenversicherung sie abschließen. Die Kosten spielen dabei eine wichtige Rolle.

 

Warum die PKV nicht für jeden Arbeitnehmer geeignet ist

 

In der gesetzlichen Krankenversicherung richten sich die Beiträge nach dem Einkommen. Das solidarische deutsche Gesundheitssystem sieht vor, dass jeder gesetzliche Versicherte nicht mehr bezahlen muss als er sich leisten kann. Bei der PKV spielt der Solidargedanke keine Rolle. Vielmehr ist die Prämie abhängig von der Versicherungsleistung. Das Einkommen wird bei der Prämienhöhe nicht berücksichtigt. Deswegen kann sich ein Arbeitnehmer mit einem kleinen Gehalt keine private Krankenversicherung leisten. Leistungsstarke Arbeitnehmer und Selbstständige können sich hingegen für eine hochwertige private Krankenversicherung entscheiden und müssen nicht die gesetzliche Krankenversicherung nutzen.

 

Wie wird die Prämie bei einer PKV berechnet?

 

Jedes Versicherungsunternehmen bestimmt die Prämie mit einem komplizierten internen System. Dabei werden z.B. die individuellen Risiken des Versicherungsnehmers berücksichtigt. Früher mussten Frauen mehr bezahlen, weil sie durch die Kosten für die Versorgung während Schwangerschaften im Durchschnitt teurer für Versicherungen sind als Männer. Der Gesetzgeber hat diese Praxis aber verboten. Mittlerweile darf das Geschlecht nicht mehr bei der Prämienberechnung berücksichtigt werden. Die Unisex-Tarife werden finanziert, indem die Kosten für Schwangerschaften auf alle Versicherten umgelegt werden. Da jedes Unternehmen andere Tarife anbietet, ist ein Vergleich der diversen Angebote auf dem PKV-Markt sinnvoll und unbedingt empfehlenswert.

Die Forderung einer PKV-Reform ist nachvollziehbar

 

 

Es ist zum Auswachsen, denn die Kritik reißt einfach nicht ab – eine Kritik an der privaten Krankenversicherung – die sich seit Wochen in den Medien breit macht. In die Reihe der Kritiker hat sich jetzt auch der  Bundesverband der Verbraucherzentralen eingereiht. Von dort wird eine Reform gefordert, die grundlegend sein soll, mehr Effizienz und Gerechtigkeit, aber auch Transparenz bieten soll. In den privaten Krankenversicherungen sind nur zehn Prozent der deutschen Bevölkerung versichert – warum also dieses Ausmaß an Kritik. 

 


Durch diese massive Kritik an den PKVs entsteht der Eindruck, dass die PKVs für alle im Fehler, die durch die Politik im Gesundheitssystem vorhanden sind, herhalten müssen. Die Vorwürfe werden immer lauter. Parolen wie zu hohe Beitragserhöhungen für die Versicherten, kaum Transparenz, keine Kostendämpfung, die Wirkung zeigt und Solidarität sowieso nicht machen auch in den Medien Stimmung.  Statt der Abschaffung der PKV, wie es viele Kritiker u. a. auch Politiker und Parteien fordern, brachte der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine Reform ins Gespräch.

 


Was die Verbraucherschützer bemängeln


In erster Linie die Explosion der Beiträge, die auf die Privatversicherten zu Beginn des Jahres zukam. Die obersten Verbraucherschützer nennen das „Abzocke. Bei den Verbraucherzentralen lägen viele Beschwerden vor, die sich auf die neuen PKV-Tarife beziehen. Diese sind durchschnittlich zum Jahresanfang 23,9 % angestiegen. Dabei erreichte die Central Krankenversicherung einen Spitzenwert von einer 60 %igen Beitragserhöhung. Unter dieser Last ächzen vor allen Dingen die ältere Versicherten der PKV. Rentner schreiben, dass die PKV-Beiträge zum Teil die Rente übersteigen.


Deshalb ist die Forderung der Verbraucherzentralen die, dass die PKV endlich eine wirksame Kostendämpfung gestaltet und  das Sachleistungsprinzip einführt, was bedeutet, dass die Leistungsträger wie Arzt, Krankenhaus und Apotheke in Zukunft direkt mit der Versicherung abgerechnet sollen. Außerdem sollte analog der GKV-Beitragssätze die Abrechnung von Kassenleistungen erfolgen und nicht mit überhöhten Abrechnungssätzen. Des Weiteren wollen die Verbraucherschützer, dass sich die Gestaltung der Beiträge – wie auch bei der GKV – auch das Einkommen der Versicherten berücksichtigt wird. Für einen finanziellen Ausgleich bei den Härtefällen und Sozialfällen soll ein „Härtefall-Fonds“ den Ausgleich innerhalb der PKV ermöglichen.

Diese Forderungen der Verbraucherschützer sehen auf den ersten Blick vernünftig aus. Warum Ärzte für Leistungen bei Privatpatienten mehr als doppelt so viel verdienen dürfen wie für Leistungen an gesetzlich Versicherte, wenn diese auch noch identisch sind, ist nicht zu erklären. Schon mit der Gleichstellung könnte der Beitragsdruck verringert werden.  

Die tatsächlichen Beitragserhöhungen bei den PKVs sind ein anderes Thema, das die Verbraucherschützer beschäftigt hat. Sie sprechen davon, dass etwa 140 Privatversicherte Beschwerden zu den Tariferhöhungen bei den Verbraucherzentralen eingereicht haben. Wenn man bedenkt, dass in den PKVs etwa neun Millionen Menschen versichert sind, ist diese Zahl geradezu lächerlich. Es ist schlichtweg nicht seriös aus dieser Minderheit Tendenzen abzuleiten, die für eine gesamte Branche gelten sollen. Das sieht auch der PKV-Verband so und hat die zu Recht angemahnt. Die Ermittlung von unabhängigen Analyseinstituten haben ganz andere Zahlen ermittelt. Hier wird von einer durchschnittlichen Verteuerung der PKV-Beiträge von zwei Prozent gesprochen – im Vergleich seit 1997 sind die Beitragserhöhungen in Bezug auf die gesetzliche Krankenkasse fast identisch (3,1 % bzw. 3,2 %).  

Eine Abschaffung der PKV, wie es die SPD und Bündnis90/Die Grünen fordern, beweist, dass die Fakten nicht beachtet sondern missachtet werden. Eines wollen wir noch vortragen: Während die gesetzlichen Krankenversicherungen auf steuerliche Zuschüsse in Milliardenhöhe angewiesen sind, haben die PKVs diese Vorteile nicht. Sie finanzieren die Leistungen durch die Mitgliedsbeiträge und haben an Altersrückstellungen etwa 170 Milliarden Euro auf der Seite. Mit diesem Kapital werden die Versicherten entlastet. Wenn man sich diese Zahlen ansieht ist es nicht mehr verwunderlich, dass Politiker die PKV gerne in der Versenkung sehen würden, denn 170 Milliarden Euro könnten z. B. den maroden Bundeshaushalt wieder einigermaßen intakt bringen.

PKV mit Schwierigkeiten

Die PKV hat Probleme

Stehen in naher Zukunft Änderungen für die privaten Krankenversicherungen ins Haus? Die Frage ist berechtigt, denn die PKVs scheinen in der Krise zu stecken. Als Gegenpart zur GKV – der gesetzlichen Krankenversicherung  – war die PKV –  die private Krankenversicherung – gedacht, doch derzeit flüchten immer mehr Versicherte aus der PKV, sofern es für sie möglich ist, und die jungen Menschen, die die PKV mit günstigen Beiträgen anspricht, bleiben lieber bei der GKV. Hier ist irgendwo der Wurm drin.

Sich privat krankenversichern, das konnten sich schon in den Anfängen der privaten Krankenversicherung nur eine gewisse Personengruppe, die zu den Besserverdienenden gehörte. Auch seit den Anfängen der PKV war – und sie ist es auch heute noch oder schon wieder – immer politisch umstritten. Wählerstimmen hierdurch erhielten nur bestimmte Parteien; alles in allem – es war nicht gerecht und ist es auch heute nicht.

Es ist die stetig ansteigende Beitragsbemessungsgrenze, die es geschafft hat, zwischen der oberen und mittleren Schiene eine Solidarität zu schaffen – wenn diese sich auch nur zwangsweise Solidarität gebildet hat. Diese Solidarität zeigt, dass der Staat von etwa einem Drittel der Bevölkerung getragen wird, zwei Drittel bedienen sich dessen.  Mitglied in der PKV zu sein war den Gutverdienenden vorbehalten und sorgte so für Empörung von denjenigen, die benachteiligt waren.  

Derzeit kommen auf die privaten Krankenversicherungen immense Kosten zu, denn aufgrund der Pensionierung von überdurchschnittlich vielen Beamten und die Leistungen, die diese und andere Versicherte altersgemäß in Anspruch nehmen bzw. nehmen werden, könnten die Kosten die Beitragseinnahmen übersteigen. Hinzu kommt, dass es auch immer mehr Nichtzahler in der PKV gibt, die zwar Leistungen aufgrund der Gesundheitsreform erhalten, doch ihre Beiträge nicht bezahlen oder bezahlen können.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse kann die private Krankenversicherungen nicht von den Überschüssen profitieren, die die GKVs haben. Für die PKV bleibt nur der Weg, ihre Beiträge – und hier speziell für die Älteren – zu erhöhen und das massiv, was zu grotesken Beitragssteigerungen führt.  

Da sich die Rückkehr von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel als schwierig bis undurchführbar erweist und auch die jungen, potentiellen Versicherungsnehmer von PKVs, sich immer mehr für die GKV entscheiden, entspricht sicherlich dem Gerechtigkeitsempfinden, das die meisten Bundesbürger haben.  

Die Zeiten sind vorbei, die eine vollkommene Liberalisierung einer privilegierten und vermögenden Gesellschaftsschicht in allen Lebensbereiche gebracht hat. Bindender wird der Sozialstaat für alle Schichten und Mitglieder werden. Diesem Umstand müssen sich auch die privaten Krankenversicherer stellen und anpassen.  

Viele PKVs erschweren den Wechsel in einen billigeren Tarif

Der § 204 VVG garantiert den Privatversicherten vom Gesetz her den Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesellschaft zu vollziehen, der einen günstigeren Beitrag hat. Dass auch Paragraphen nur Theorien sein können, zeigen viele der Privaten Krankenversicherer, denn für den Wechsel in einen günstigeren Tarif haben sie viel Bürokratie, aber auch finanzielle Hürden eingebaut – Hürden, die für den Versicherten den Tarifwechsel komplizierter machen und damit erschweren. Diesen Vorwurf müssen sich die PKVs von den Verbraucherzentralen gefallen lassen, denn diese haben in nur drei Monaten 144 Beschwerden bundesweit erhalten – Beschwerden, die von Privatversicherten kommen, denen der Tarifwechsel schwer gemacht wird.

 

Die Verbraucherzentralen haben die Beitragsprobleme, aber auch die Problem, die bei einem Tarifwechsel innerhalb der Krankenversicherung entstehen, ausgewertet, und dabei festgestellt, dass mit Beginn des Jahres 2012 in Rheinland-Pfalz die die Versicherungsprämien um 23,9 % angestiegen sind. Dabei sind die Central Krankenversicherung und die Gothaer Versicherung besonders negativ aufgefallen mit einer Beitragserhöhung von 28,4 % bzw. 26,4 %“ ausgefallen sind. Bei sage und schreibe 60 % lag die höchste Beitragserhöhung, weiterhin stellte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, dass von den massiven Beitragsanstiegen insbesondere die langjährigen und damit die älteren Versicherten betroffen waren.

Das Recht auf einen Tarifwechsel wird von den PKVs unterlaufen

Die Verbraucherzentralen haben sich vorwiegend mit den Beschwerden befasst, deren Versicherte älter als 45 Jahre und deren Verträge älter als zehn Jahre waren. Dabei musste die Verbraucherzentrale feststellen, dass die Kosten für die Versicherungsbeiträge zum Teil mehr als 1.000 Euro pro Monat ausmachten. Damit würden diese Beiträge auch zu einem massiven finanziellen Problem für die Betroffenen werden, denn viele dieser Menschen können sich ausrechnen, dass diese Versicherungsbeiträge für sie im Ruhestand nicht mehr tragbar sind.

 

Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist in der Regel nicht mehr möglich und damit haben die Privatversicherten nur ganz wenige Möglichkeiten aus dem Dilemma zu entkommen. Eine dieser Möglichkeiten ist der Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft, der den Versicherten gem. § 204 VVG garantiert wird. Doch genau dieser Paragraph wird von den Krankenversicherungen gerne unterlaufen und damit der garantierte Tarifwechsel in einen günstigeren Tarif unnötig erschwert. Das hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz festgestellt wie auch, dass nur vier der 144 vorliegenden Beschwerdefälle einen problemlosen Tarifwechsel mit ihren Versicherungen durchführen konnten.

Weitere Möglichkeiten zum Ziehen der Notbremse

 

Neben der Möglichkeit, einen Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft vorzunehmen, können Privatversicherten auch durch Reduzierung der Leistungen und dem darauf resultierenden Nachlass bei den Prämien vereinbaren. Dabei können auf  die Behandlung durch den Chefarzt oder das Recht auf ein Einzelzimmer durchaus verzichtet werden und so die monatlichen Beiträge wieder in einen Rahmen gesetzt werden, der finanziell tragbar ist. Eine andere Möglichkeit zur Beitragssenkung wäre eine erhöhte Selbstbeteiligung, die bei Arzneimitteln und Behandlungskosten durch den Arzt bzw. Facharzt zum Tragen kommen würde. Diese Maßnahme trägt zwar zur Beitragssenkung bei, jedoch ist sie mit einem hohen Risiko verbunden. Dieses Risiko tritt dann ans Licht, wenn der Versicherte aufgrund einer schweren langwierigen Erkrankung eine hohe Selbstbeteiligung an den Arzt- bzw. Arzneikosten vereinbart hat. In diesem Falle sind horrende Summen keine Seltenheit – und diese müssen dann vom Versicherten aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Ob das Risiko durch eine Beitragssenkung gerechtfertigt ist, kann nicht vorausgesagt werden. Auch ein Wechsel der Versicherungsgesellschaft bringt nur in Ausnahmefällen den gewünschten Erfolg und macht daher in der Regel wenig Sinn, denn bei einem Anbieterwechsel bleiben die Altersrückstellungen  zum großen Teil beim alten Anbieter.  

Deshalb sollten Versicherte in Bezug auf einen Anbieterwechsel vorsichtig sein – abzuraten davon ist den Versicherten, die älter als 40 Jahre sind und in der PKV länger als fünf Jahre. Und wenn die meisten Tarife zu teuer sind, besteht immer noch die Möglichkeit bei der Gesellschaft in den Basistarif zu wechseln, der zwar einen Leistungskatalog hat, der mehr als deutlich abgespeckt ist, doch der Beitrag ist günstig. Diesen Wechsel sollte man jedoch nur im äußersten Falle in Betracht ziehen, denn nicht geklärt ist oftmals, welche Maßnahmen von der Gesellschaft übernommen werden und welche nicht. Weil aber Privatversicherte zuerst die Kosten für Arzneimittel selbst bezahlen und dann mit ihrer Versicherung abrechnen, bleibt das Risiko bestehen, welche Leistungen und ob gerade die vom Versicherten eingereicht werden, von der Gesellschaft übernommen werden. Die Gefahr besteht, dass der Versicherte auf seinen Ausgaben für Medikamente sitzen bleibt.

Kassenpatient Situation abgeschafft?

GKV vs PKV

Der Unterschied zwischen Kassenpatient und Privatpatient muss langfristig abgeschafft sein, so die Kampfansage des Chefs der gesetzlichen Techniker-Krankenkasse. Das deutsche Krankenversicherungs-System will er einem radikalen Umbau unterziehen. Dabei sollen die Gesetzliche Kassen Aktiengesellschaften werden und in direkter Konkurrenz mit den privaten Anbietern stehen.

Bis heute ist in Deutschland das System der Krankenversicherung klar unterteilt, und zwar in der gesetzlichen Krankenversicherung, in der über 90 % der Versicherungspflichtigen versichert sind und in der privaten Krankenversicherung, in der der Rest versichert ist. Dieser Rest besteht in der Regel aus Beamten und Besserverdienenden.

Diese Zwei-Klassen-Medizin ist heftig umstritten. Der Vorstandsvorsitzende der Techniker-Krankenkasse, Norbert Klusen, will dieses System, das seit Jahrzehnten besteht, radikal reformieren. Diese Forderung sagte Klusen der Financial Times Deutschland.

Seine Idee ist, dass die GKVs auf dem Markt genauso wie die privaten Anbieter agieren können. Damit hätten sie etwa die Möglichkeit ihr Angebot in Form von Zusatzleistungen zu erweitern, oder direkte Verhandlungen mit Ärzten, Krankenhäusern oder Pharmakonzernen zu führen. Damit könnten die gesetzlichen Krankenkassen mit den Privatversicherungen direkt in Konkurrenz treten, aber auch miteinander eine Kooperation anstreben. Ein Gutachten, das Klusen in Auftrag gegeben hat, und das über die Zukunft der Krankenversicherungen gemacht wurde, kommt zu dieser Empfehlung.

Norbert Klusen ist der Meinung, dass die Frage beantwortet werden müsse, ob es nicht besser wäre, beide Systeme zu einem einheitlichen Markt zu entwickeln, der mehr Wettbewerb und Durchlässigkeit bringen würde. Die Studie geht weiter, denn sie sieht die gesetzlichen Kassen als Aktiengesellschaften und nicht mehr als Körperschaften öffentlichen Rechts wie bisher.

Es ist ungewöhnlich, dass diese Forderung von einem Kassenchef kommt, eine Forderung, die die gesetzlichen Anbieter an das Privatversicherungs-Modell annähern will. Die Kassenchefs der GKV haben bisher immer das Gegenteil versucht. Dafür wirkten sie auch auf die Politik ein und wollten den Einfluss zurückdrängen, den die Privatkassen haben.

Das derzeitige Gesundheitssystem mit seinen beiden Kassentypen steht – und das ist kein Geheimnis – jetzt auch nach der Meinung von Gesundheitsexperten vor dem Umbruch. Zu groß ist die Kritik am System. Dass Kassenpatienten meist längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, bis ein Termin beim Facharzt für sie frei ist und dass Privatkrankenversicherte mehr und hochwertigere medizinische Leistungen erhalten – das finden viele Experten zu Recht als ungerecht.

Derzeit kämpfen jedoch die Privatkrankenversicherten  mit den teilweise dramatisch angestiegenen Beiträgen. Selbst Verbraucherschützer sind davon überzeugt, dass sich das überholte System selbst abschaffen werde – dabei sprachen sie vom überholten System der Privaten.

Nichts ändern will der Chef der Techniker-Krankenkasse an der der GKV. Die Beiträge sollen natürlich weiterhin einkommensabhängig sein, damit die Finanzierung gesichert ist.

Möglichkeiten den Beitrag der PKV zu verringern

  

Die zum Jahresbeginn 2012 stattgefundenen Beitragserhöhungen in den PKVs habe nicht nur für Unmut gesorgt, sondern auch viele Versicherte an den Rand ihrer finanziellen Leistungsmöglichkeit gebracht. Für viele Versicherte ist die Rückkehr in die GKV nicht möglich bzw. nur schwer erreichbar und ein Wechsel des privaten Krankenversicherers ist für langjährig Versicherte durch den Verlust ihrer Altersrückstellungen – Altersrückstellungen, die auch im Alter den Beitrag bezahlbar machen sollen keine Option.

 

Ein Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesellschaft lohnt sich für die meisten Altkunden, darauf haben sie einen gesetzlichen Anspruch, den die Versicherer meist abblocken.


Kann beim Standardtarif der PKV gespart werden?

 

Der monatliche Höchstbeitrag beim Standardtarif ist bei 592,88 Euro festgeschrieben, doch langjährige Versicherte bezahlen aufgrund der Berücksichtigung ihrer Altersrückstellungen deutlich weniger. So sind monatliche Beiträge in der Größenordnung von 110 bis 200 Euro im Bereich des Möglichen, allerdings mit der Gefahr verbunden, dass sich die Versicherten bei einem Teil der Behandlungskosten selbst beteiligen müssen, in der Regel dann, wenn die Ärzte die Abrechnung den Satz der Gebührenordnung mit einem 2,3-fachen bis 3,5-fachen Satz abrechnen, obwohl nur eine Kostenübernahme des 1,8-fachen Gebührensatzes im  Standardtarif vorgesehen ist. Beim Standardtarif handelt es sich um einen abgespeckten Tarif. Das macht sich besonders bei den Hilfsmitteln bemerkbar.Bei der GKV ist es weniger.

 

Nicht jeder kann in den Standardtarif wechsel, sondern nur diejenigen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben und – das ist sehr wichtig – mindestens zehn Jahre in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Die PKV hat etwa neun Millionen Versicherte, wovon nur 40 000 den Standardtarif nutzen, sodass diesem eine Vergreisung droht und damit die Kosten explodieren. Das resultiert aus den Aufnahmevoraussetzungen, die sich dem bislang noch nicht angepasst haben.


Ist der Basistarif die bessere Alternative?


Nicht wenn es um den monatlichen Beitrag geht, denn dieser ist ebenso hoch wie der des Standardtarifs, nämlich 592,88 Euro je Monat. Im Basistarif tummeln sich lediglich 21 000 Versicherte und wechseln kann man in diesen Tarif nur, wenn man sich nach dem Jahre 2008 zum ersten Mal privat versichert hat. Wer eine Altersgrundsicherung oder aber Hartz IV bezieht – also bei Bedürftigkeit – der hat die Möglichkeit bei seinem Versicherer eine Halbierung des Beitrags zu  beantragen. Ein breites Leistungsspektrum mit einem offenen Katalog bzgl. Hilfsmittel bietet der Basistarif, doch empfehlenswert ist dieser vom Leistungsniveau aus gesehen nicht. Mit der Erstattung des 0,8-fachen Gebührensatzes sind viele Ärzte nicht für eine Behandlung bereit.