Krankenversicherung Chef: PKV Versicherte sind gesünder

Der Chef des PKV-Verbandes Reinhold Schulte ist der Meinung, dass Privatversicherte gesünder sind als gesetzlich Versicherte, was Statistiken ja auch bereits zeigten. Doch in der Praxis sieht es so aus, dass viele Menschen die Beiträge der PKV gar nicht bezahlen können. Dennoch bleibt Schulte auf der Seite der privaten Krankenversicherungen. Spiegel.de berichtete über ein Interview mit Reinhold Schulte.

Abschaffung geplant der Krankenversicherung

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Die Privaten werden in den letzten Jahren immer mehr kritisiert. Eine Bürgerversicherung steht sogar in Planung. Schulte hält die Privaten für gesünder als die Gesetzlichen. Ältere Menschen können in der privaten Krankenversicherung kaum noch ihre Beiträge bezahlen. Es gibt mehr als 150.000 Nichtzahler. SDP, Linke und Grüne sind für eine Abschaffung der PKV. In der Union ist eine Reform im Gespräch. Der Chef des PKV-Verbandes hat die Vorbehalte gegenüber der privaten Krankenversicherung zurückgewiesen, mit der Begründen, dass diese überzogen seien. Er ist er bei der Signal Iduna und seit 40 Jahren gehört er zum Vorstand. Die Bürgerversicherung könnte die medizinische Versorgung eher gefährden. Spiegel fragte nach einem speziellen Einzelfall nach Schultes Meinung, wo ein Mann im Alter von 73 Jahren 1400 Euro für die PKV zahlt. Doch die Rente liegt bei nur 1000 Euro. Er ist der Meinung, dass es sich um einen sehr umfangreichen Versicherungsschutz handeln muss, doch die Möglichkeit zum Tarifwechsel würde bestehen, wozu jeder das Recht hat. Notfälle können in einen Sozialtarif eingestuft werden. Der Standardtarif bietet ähnliche Leistungen wie eine gesetzliche Krankenkasse (GKV), wobei der Beitrag lt. Schulte meistens sogar etwas günstiger liegt. Das liegt daran, weil der VN seine Alterungsrückstellungen mitnehmen kann.

Mehr als die Hälfte der Privatversicherten haben keine Beitragsanpassungen für 2013 erhalten

Über 50 Prozent der Privatversicherten haben keine Beitragserhöhung erhalten für ihre PKV Anfang 2013. Manchmal gab es sogar noch eine Senkung des PKV-Beitrages. Die Erhöhungen lagen meistens im einstelligen Prozentbereich. Schulte meint nicht, dass es so viele Problemfälle gibt in der PKV. Außer den 155.000 Nichtzahlern ist es für viele Personen nicht einfach die Beiträge für die private Krankenversicherung aufzubringen. Doch lt. Schulte hat das nicht so viel mit der PKV zu tun. Die GKV würde viel mehr vom Problem der Nichtzahler betroffen sein, so Schulte. Der Gesetzgeber selbst hat das Problem mit der neuen Versicherungspflicht vergrößert. Bei Nichtzahlern handelt es sich nicht immer nur um Menschen, die nicht zahlen können, sondern auch um Personen, die es einfach gar nicht möchten, weil sie keine Krankenversicherung wollen. Im Krankheitsfall zahlen sie dann selbst aus eigener Tasche. Hilfebedürftige haben die Möglichkeit den Basistarif zu wählen und den halben Beitrag von einer Sozialbehörde erstattet zu bekommen. Davon sind derzeit ca. 11.000 Menschen betroffen. Im Ernstfall wissen viele Menschen was sie an der PKV haben.

Krankenversicherung: Gesundheitsfragen beachten

Die private Krankenversicherung nimmt nicht jeden an. Wenn bestimmte Krankheiten bekannt sind, kann ein Antrag zur Ablehnung führen. Häufig gehen die Berater zu leichtsinnig mit dem Thema Gesundheitsfragen um. Überall werden Billigtarife mit Krankenversicherungsvergleichen angeboten, doch was der Leihe manchmal nicht weiß ist, dass bei den Gesundheitsfragen auch geschummelt wird.

Krankenversicherung Gesundheitsfragen

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Gesundheitsfragen müssen durch den Versicherungsmakler oder Ausschließlichkeitsvermitter einer Gesellschaft ernst genommen werden. Dem Interessenten muss klar gemacht werden, dass wenn er vor einem Krankenversicherung Wechsel seine bestehende PKV kündigt, unter bestimmten Umständen seinen Versicherungsschutz verlieren kann. Die Reihenfolge sollte genau umgekehrt sein: Erst stellt man den Antrag, um zu prüfen, ob die neue Krankenversicherungsgesellschaft diesen annimmt und nach Bestätigung (Policierung) kündigt man erst. So sieht es auch das Landgericht Dortmund. Ein Makler muss bei den Gesundheitsfragen klar rüber bringen, dass es dabei um Fragen des Versicherungsunternehmens geht. Beim Gericht ging es um eine Klage eines Versicherungsnehmers, der eine Krankenversicherung über einen Versicherungsmakler abgeschlossen hat. Bei Fragen zum Gesundheitszustand wurden nur zwei Zahnimplantate angegeben. Die letzten 5 Jahre wurden dort abgefragt. Ende 2011 erkrankte der Versicherte an Borreliose, was herausgekommen ist, als der Mann einen Heil- und Kostenplan für Zahnersatz einreichte. Die Zahlbehandlung musste aufgrund dessen aufgeschoben werden. Der Vertrag der PKV wurde durch die Versicherung aus diesem Grund rückwirkend gekündigt.Der Versicherungsnehmer verschwieg Krankheiten wie die Borreliose und zusätzliche Therapien wegen Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Kopf- und Gelenkschmerzen.

Die Kündigung sei unwirksam, ist die Meinung des Landgerichts Dortmund. Das Versicherungsverhältnis bleibe weiterhin bestehen. Der Grund dafür ist, weil der Versicherungsmakler unabhängig ist und nur eine Frage nach überkronten Zähnen stellte und dabei nur einen Verweis auf den Namen der Versicherungsgesellschaft gegeben hat. Dabei war nicht deutlich zu erkennen, dass es um die Fragen der Versicherungsgesellschaft ging. Ein Warnhinweis muss in den Unterlagen hervorgehoben sein mit dem Hinweis auf Verlust des Versicherungsschutzes, wenn die Fragen nicht richtig und ordnungsgemäß beantwortet werden. Es kann scheinbar doch zur Kündigung kommen oder zu einer Vertragsanpassung, so wie die gleichbleibende Schrift lautet. D.h. für den VN können die Beiträge teurer werden oder Leistungen können sogar aus dem Vertrag ausgeschlossen werden und das auch noch rückwirkend. Somit wäre ein Teil des Versicherungsschutzes verloren gegangen. Doch die Belehrung sei unzureichend gewesen, so dass der Versicherer nicht vom Rücktrittsrecht Gebrauch machen kann.

Landgericht Dortmund, Az.: 2 O 213/12

Neugeschäftsprämien der PKV steigen

Bundestag.de berichtet über das Neugeschäft der Privaten Krankenversicherung. Durch die Senkung des Rechnungszinses im Bereich Neugeschäft der privaten Krankenversicherung, steigen die Beiträge der PKV bei den Neugeschäftsprämien. Mit der Antwort der Bundesregierung wird bestätigt auf die kleine Anfrage der Linksfraktion hin, dass die Senkung des Rechnungszinses der Versicherungswirtschaft seit einiger diskutiert wird. Die aktuellen Kapitalmarktgegebenheiten sind der Grund dafür.

Linksfraktion ist für die Abschaffung der PKV

Die private Krankenversicherung soll lt. Linksfraktion abgeschafft werden. Dazu wurde sogar ein Antrag im Bundestag gestellt. Die Privatversicherten sollen in die gesetzliche Krankenversicherung überführt werden. Private Vollversicherungen soll es nicht mehr geben. Am Mittwochabend sollte über die Vorlage debattiert werden. Die private Krankenversicherung soll darauf begrenzt werden, dass nur noch Zusatzversicherungen für medizinisch nicht relevante Leistungen angeboten werden.

Der Gesundheitsausschuss erhält den Antrag auf Abschaffung der PKV. Ein großer Teil der Privatversicherten ist nach Meinung der Linken genauso schutzbedürftig als die gesetzlich Versicherten. Ungefähr 50 Prozent der Privatversicherten verdienen unter dem Durchschnittseinkommen. Zudem gibt es genügend Nichtzahler in der PKV. Doch CDU und FDP halten immer noch gegen die Abschaffung der PKV. Zu Gunsten der Bürgerversicherung wird die Abschaffung der privaten Krankenversicherung debattiert. SPD und Grüne sind ebenfalls für die Einführung der Bürgerversicherung. Privatversicherte sollen solidarisch versichert werden. Aufgrund Beitragssteigerungen der PKV sei die Private nicht mehr bezahlbar. Die Preisstabilität soll auch im Alter nicht mehr tragbar sein. Ein Anbieterwechsel ist für ältere Menschen in der privaten Krankenversicherung kaum machbar. Symbolisch stehe aus den besagten Gründen für die Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland.

Wechsel von privater in gesetzliche Krankenversicherung möglich

Der Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht ganz so einfach, aber nicht unmöglich. In manchen Fällen ist es jedoch nicht möglich in die GKV zurückzukehren. Ausschlaggebend ist die Verdienstgrenze, die man im Rahmen des Gesetzes nach unten bringen kann. Die Versicherungspflichtgrenze ist zum Jahresbeginn gestiegen, wodurch es möglich ist für einige Privatversicherte in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren.

Gesetzliche in Private

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Weil die Beiträge der privaten Krankenversicherung stark in die Höhe gegangen sind, streben viele Versicherte der PKV einen Krankenversicherungswechsel in die gesetzliche Krankenkasse an. Doch das ist nicht immer einfach oder sogar überhaupt nicht möglich. Denn die PKV zu verlassen und in die GKV zu gelangen muss durch einen bestimmten Grund haben. Ein Statuswechsel kann im Einzelfall zur Pflicht einer gesetzlichen Krankenkasse werden. D.h. wenn der Selbständige plötzlich Angestellter wird und nicht mehr über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt (JAE) oder arbeitslos wird, wird er automatisch wieder in der GKV versicherungspflichtig. Die Grenze beträgt 2013 52.200 Euro. Wenn er als Angestellter weniger verdient, kann er sich nicht mehr privat versichern. Liegt man unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze, so besteht als Angestellter immer Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Im Jahr 2008 lag die Grenze nur bei 48.150 Euro pro Jahr. Für Privatversicherte Angestellte könnte es in der Praxis vorkommen, dass wenn sich das Gehalt nicht steigerte, der Versicherte sich auf einmal in der GKV versichern muss. Man hat dann natürlich ein Sonderkündigungsrecht, weil sich die Grenze geändert hat und der Verdienst nicht mehr ausreicht, um in der privaten Krankenkasse zu bleiben. Wenn man schon seit dem Jahr 2002 in der PKV versichert ist, beläuft sich die Grenze für den Krankenversicherungswechsel in die GKV bei 3937,50 Euro im Monat.

Arbeitszeit verkürzen und Krankenversicherung wechseln

Wenn man die Arbeitszeit von 40 Stunden auf nur 30 verändert und dadurch weniger verdient, ist ebenfalls ein Wechsel von der PKV in die GKV möglich, wenn man damit unter JAE liegt. Möchte man dann wieder von der Privaten in die Gesetzliche wechseln, so muss man wieder über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Früher musste man über 3 Jahre lang in Folge über JAE liegen um in die PKV zu gelangen. Dies liegt heute nur noch bei 1 Jahr. 13. und 14. Monatsgehalt kann man auf den Jahresverdienst anrechnen lassen und bei der PKV zugrunde legen, wenn man einen Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse vorsieht.

Ein weiterer Weg zu wechseln ist, dass man sein Bruttomonatseinkommen durch eine betriebliche Altersvorsorge mindert. Denn dies wird direkt vom Gehalt abgezogen und fließt in den Vertrag der Altersvorsorge. Bis zu 232 Euro pro Monat sind möglich. Die Gehaltsumwandlung kann sich lohnen. Der einzige Nachteil im Alter ist, dass man sich den Betrag meistens nur verrenten lassen kann in Form monatlicher Zahlungen. Dadurch könnte man unter die Pflichtgrenze gelangen.

 

Rentner haben es ab einem Alter enorm schwierig in die GKV zu gelangen. Sie kommen nämlich nicht mehr hinein, wenn sie vorher privat versichert waren. Die gilt für ein Alter über 55. Man muss einfach frühzeitig den Wechsel anstreben, denn mit 55 muss man damit leben, nicht mehr in die gesetzliche Kasse zu kommen. Eine Alternative wäre: Wenn man über geringes Einkommen verfügt, kann man sich über den Partner kostenlos in der Familienversicherung der GKV versichern.

Keine Vorteile durch die Einführung von Unisextarifen!

Durch die Einführung von sogenannten Unisextarifen sollte erreicht werden, dass Männer mehr und Frauen weniger für die private Krankenversicherung zahlen müssen. Leider ist diese Strategie in der Realität nicht aufgegangen, denn die Beiträge sind insgesamt deutlich teurer geworden. Trotz dieses Ärgernisses gibt es auch Gutes zu berichten.

Unisex und Bisex

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Verbraucherschützer schlagen bereits Alarm wegen der neuen Unisextarife. Der Vorsitzende des Bundes der Versicherten sagte, dass diese Art von Tarifen sich zu Lasten der Versicherten auswirken werde. Den Versicherern wird vorgeworfen, die Tarife zu deren Gewinnmaximierung erhöht zu haben. Ein weiterer Vorwurf ist, dass die Assekuranzen nur aus diesem Grund überhaupt erst die Unisextarife eingeführt hätten. Durch die Beitragsorientierung an den Frauen wundert es nicht, dass die Tarife für Männer deutlich angezogen wurden. Bisher wurden Frauen auch wegen der statistisch bewiesenen längeren Lebensdauer deutlich mehr zur Kasse gebeten als Männer.

Eigentlich hätte man erwarten können, dass die Beiträge für Frauen im Rahmen der Unisextarife sinken, doch dies war nicht der Fall. Laut einer Analyse von Morgen & Morgen sind die Beiträge um durchschnittlich € 100 monatlich bei 30 Jahre alten Männern gestiegen, – bei 40 Jahre alten Männern um durchschnittlich € 96. Vergleichsweise dazu sparten 30 Jahre alte Frauen nur etwa einen Euro. Es kann also nicht von einem Ausgleich gesprochen werden! Eine positive Nachricht gibt es dennoch für Frauen und zwar in der Rentenversicherung. Hier wird zukünftig deutlich mehr Geld bei der Auszahlung erwartet.

Gesetzliche Krankenversicherung: Mitarbeiter zahlt aus eigener Tasche

Wie das Versicherungsjournal berichtet, kann sich eine gesetzliche Krankenversicherung nicht auf Leistungsfreiheit stützen, wenn der Mitarbeiter dem Mitglied eine bestimmte Leistung zusagt. In einem Urteil vom 18. Dezember 2012 wurde genau solch ein Fall unter dem Az.: 12 U 105/12 beim Oberlandesgerichts Karlsruhe verhandelt.

Krankenversicherung Beratung

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Die Krankenkasse führte vorab ein Beratungsgespräch mit der Klägerin durch, nachdem sie zu dieser Kasse wechselte. Der Mitarbeiter sicherte der krebskranken Klägerin, die sich naturheilkundlich behandeln ließ, eine Übernahme von Behandlungskosten zu. Nach seinen Angaben soll die Kasse sogar Leistungen für Vitamine, Mineraltabletten oder Nahrungsergänzungs-Mittel übernehmen. Damit hat der Mitarbeiter der gesetzlichen Krankenversicherung zu viel versprochen, was eine gesetzliche Krankenkasse in einem normalen Umfang auch in der Regel überhaupt nicht leistet. Die Klägerin hatte zu einem späteren Zeitpunkt Belege bei dieser Kasse eingereicht, im Glauben, dass sie dafür eine Erstattung erhält. Der Mitarbeiter wollte den Fehler vor dem Arbeitgeber (Krankenkasse) verstecken. Er zahlte sogar erst einmal aus dem eigenen Portemonnaie an die Kundin der Krankenversicherung. Doch irgendwann konnte er sich die Zahlungen an das Mitglied nicht mehr leisten. Dann ist die Angelegenheit letzten Endes aufgefallen. Ob der Mitarbeiter jedoch noch weiterhin bei der Krankenkasse arbeitet ist nicht bekannt. Er verweigerte die Zahlung an die Klägerin, über eingereichte Belege naturheilkundlicher Behandlungen und Naturheilmittel. Diese wurden von der Klägerin vorab bereits bezahlt.

Die gesetzliche Krankenkasse steht in der Pflicht ausführlich zu beraten

Eine Krankenversicherung Beratung des Mitarbeiters war laut der Kasse völlig lebensfremd. Eine Zusage hinsichtlich dieser Behandlungen hätte er nie treffen dürfen. Die Klägerin sollte dies in der Regel wissen, da die allgemeinen Leistungen einer gesetzlichen Krankenkasse bekannt seien. Sie hätte nicht darauf vertrauen dürfen, so die Kasse.

Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe

Das Oberlandesgericht in Karlsruhe sah die Sache doch etwas anders als die Krankenkasse. Denn dort bekam die Klägerin Recht und die ausstehenden Beträge der Versicherten sind somit zu erstatten. Das Gericht ist der Meinung, das Krankenversicherer eine zutreffende Beratung leisten müssen. Sie stehen damit in der Pflicht bei ihren Versicherten und sollten über Rechte und Pflichten aufklären. Auskünfte sind unmissverständlich, klar, eindeutig, vollständig und richtig zu erteilen.

Der Öffentlichkeit ist der Leistungsumfang einer gesetzlichen Rahmen nicht bis ins Detail bekannt. Denn das Sozialversicherungs-Recht sowie die Sozialversicherungs-Bereiche und der Leistungsumfang sind sehr umfangreich. Die Meinung der Kasse kann nicht bestätigt werden, da es einem Patienten nicht zuzumuten ist, dass er sich mit allen diesen Dingen auskennen muss. Schließlich ist der Patient ja nicht der Mitarbeiter der Krankenkasse. Niemand kann etwas dafür, wenn der Mitarbeiter falsche Aussagen trifft. Die Klägerin erhielt zu Beginn einen Ausgleich der Zahlungen und dann auf einmal nicht mehr. Wie soll man das auch verstehen? Als die Dame weiter Rechnungen einreichte, wurde ihr gesagt, das System würde umgestellt werden oder die Einarbeitung neuer Mitarbeiter wäre dazwischen gekommen. Die Kasse musste die noch ausstehenden Beiträge zahlen. Revision wurde erst gar nicht zugelassen.

Die GKV schwimmen im Geld, die PKVs kämpfen

Die gesetzlichen Krankenkassen sind finanziell auf der goldenen Seite. Schon sehr lange nicht mehr schwammen die gesetzlichen Krankenkassen derart im Geld. Sie können es sich leisten, Prämien zurückzuzahlen und die Beiträge stabil zu belassen. Dazu fällt auch die Praxisgebühr weg – Vorteile, die die GKVs für ihre Werbung nutzen.

GKV schwimmt im Geld

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Anders bei den privaten Krankenversicherungen. Die PKVs haben keine Kostenbremse und leiden unter den hohen Ausgaben, die stetig ansteigen. Dazu kommt noch die Phase, in der das Zinsniveau auf einem Tiefpunkt gelandet ist. Ein weiterer Grund für die hohe Belastung der privaten Krankenversicherungen ist der, dass viele Tarife überaltert sind und richtig Geld kosten – Geld, das auf dem Kapitalmarkt liegt und immer weniger Renditen einbringt. Auch wenn die PKVs dort etwa 170 Milliarden Euro liegen haben, sind die Ausgaben kaum zu bewältigen.

All diese Gründe – und natürlich auch die vom Europäischen Gerichtshof auferlegten Unisex-Tarife – stehen für Beitragserhöhungen in den einzelnen Tarifen. Das bringt natürlich keine neuen Kunden. Schon im ersten Halbjahr 2012 kam der sonst so zuverlässige Zuwachs nicht zustande – im Gegenteil, die Zahl der privat Versicherten sank. Damit wird auch im Jahre 2013 zu rechnen sein, wenn die Beiträge für die geschlechtsneutralen Tarife zu Buche schlagen.

Die Hoffnung der privaten Krankenversicherungen beruht darauf, dass die derzeitige Zurückhaltung für einen Wechsel in die PKV nicht dauerhaft, sondern nur kurz ist. Doch die gesetzlichen Krankenkassen machen es den privaten Krankenversicherungen schwer. Während bei den GKVs die Versicherten keine Beitragserhöhungen zu erwarten haben – die Bundestagswahl ist 2013 – können die PKVs ihre aktuellen Beiträge kaum stabil halten. Sie sind auf das Neugeschäft angewiesen, damit Tarife nicht nur von Bestandskunden bevölkert werden, sondern immer wieder junge, zahlungskräftige Versicherte zustoßen. Wenn das nicht mehr der Fall sein sollte, dann werden auch die Tarife bzw. die Beiträge für Bestandskunden in die Höhe schnellen.

Wer profitiert im nächsten Jahr bei den PKVs

Profitieren werden in erster Linie diejenigen, die schon einen Vertrag mit einer der privaten Krankenversicherungen geschlossen haben und schon einige Zeit dort versichert sind. Bei langjährigen Versicherten, insbesondere denen, die auf die Altersrücklagen beitragsmäßig zurückgreifen, können u. U. die Beiträge etwas gesenkt werden.

 

pkv 2013

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Die privaten Krankenversicherer wollen die Beiträge stabil halten, doch viele haben bereits ihren Versicherten schriftlich die Beitragserhöhung für 2013 ins Haus flattern lassen. Teuer wird es für Neukunden. Einerseits sind die Unisex-Tarife daran schuld, die ab 21. Dezember 2012 die Bisex-Tarife ablösen. Andererseits schlägt auch die Senkung des Rechnungszinssatzes bei der Beitragsermittlung zu Buche. Der Rechnungszinssatz wird auf 2,75 % gesenkt. Lag der Rechnungszinssatz doch im Jahre 2011 bei 4,1 %, im Jahre 2012 bei 3,5 % so wird er 2013 bei 2,75 % liegen. Profitieren werden jedoch nur die Bestandskunden, deren Gelder schon lange angelegt worden sind, und zwar zu einer Zeit, als der Zinssatz noch deutlich höher lag. Neue Kunden dagegen profitieren nicht, denn ihre Gelder werden zum niedrigeren Zinssatz angelegt – ein besserer ist derzeit nicht auf dem Markt.

Fakt ist, dass 2013 die Beiträge für Neukunden in die Höhe schnellen und für Bestandskunden so moderat sind, wie sie es schon lange Zeit nicht mehr waren. Bei der AXA Krankenversicherung, die 760.000 Versicherte versorgt, werden die Beiträge für Bestandskunden etwa 2 % höher sein als im Vorjahr. Bei der Signal Krankenversicherung wird sich aller Voraussicht nach nur ein Tarif erhöhen und der Deutsche Ring wird einen Aufschlag tätigen, der etwa bei 1,1 % liegt. Allein die Allianz ist bei der Beitragserhöhung mit 3 % dabei. Dagegen will die Debeka die Beiträge nicht erhöhen. Die Krankenversicherung setzt auf Stabilität, wobei Beamtenanwärter wahrscheinlich davon nicht profitieren.

Alles in allem sind die Beitragserhöhungen diesmal moderater und die Bestandskunden profitieren davon.

Die Barmer GEK fordert die Abschaffung der PKVs

Die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen fordert der stellvertretende Vorsitzende der Barmer. Nicht das, sondern auch die Beibehaltung der Praxisgebühr, die ab Januar 2013 abgeschafft wird.

praxisgebühr

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Dass die gesetzlichen Krankenkassen die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen fordern – das ist nicht neu. Die Gründe, so Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK, seien die, dass es, sozialpolitisch gesehen, keinen Sinn macht, dass Beamte und Besserverdienende in der privaten Krankenversicherung versichern lassen können, während der Rest die gesetzliche Krankenkasse in Anspruch nehmen muss. Schlenker betonte, dass es nur in Deutschland dieses Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung geben würde. Auch sei es nicht mehr hinzunehmen, dass Versicherte der privaten Krankenversicherung denen der gesetzlichen Krankenkassen vorgezogen bzw. bevorzugt werden. Dabei kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der Barmer nicht die privaten Krankenzusatzversicherungen, sondern primär die Krankenvollversicherung.

Umgehend auf diese Äußerungen reagierte der Verband privater Krankenversicherungen. Es ist schlicht nicht richtig, dass es in Deutschland eine Zweiklassenmedizin gibt, denn alle Gesundheitsleistungen, die der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung, seien auf sehr hohem Niveau.

Außerdem bezahlt eine Vielzahl von privat Krankenversicherten für die medizinischen Leistungen viel höhere Honorare. Dies ist gut für das Gesundheitssystem, das durch die Mehreinnahmen in die Ausstattung wie neue Geräte, moderne Behandlungsmethoden investiert. Dominik Heck, der Sprecher des Verbandes privater Krankenversicherungen stellt die Summe von 10 Milliarden Euro in den Raum, die als Honorare für Ärzte von privat Krankenversicherten mehr bezahlt worden seien, als wenn diese in der gesetzlichen Krankenkasse versichert gewesen wären.

Bei der Abschaffung der Praxisgebühr sind sich sowohl Rolf-Ulrich Schlenker und Dominik Heck einig. Beide sind dagegen. Zwar würden Patienten finanziell und die Ärzte verwaltungsmäßig entlastet werden, doch nicht alle Versicherten profitieren von der Abschaffung. Hier machen nur die Versicherten Gewinn, die regelmäßig den Arzt aufsuchen. Fairer wäre eine Beitragssenkung für die GKV gewesen, so Dominik Heck.