Die Barmer GEK fordert die Abschaffung der PKVs

Die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen fordert der stellvertretende Vorsitzende der Barmer. Nicht das, sondern auch die Beibehaltung der Praxisgebühr, die ab Januar 2013 abgeschafft wird.

praxisgebühr

© javier brosch – Fotolia.com

Dass die gesetzlichen Krankenkassen die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen fordern – das ist nicht neu. Die Gründe, so Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK, seien die, dass es, sozialpolitisch gesehen, keinen Sinn macht, dass Beamte und Besserverdienende in der privaten Krankenversicherung versichern lassen können, während der Rest die gesetzliche Krankenkasse in Anspruch nehmen muss. Schlenker betonte, dass es nur in Deutschland dieses Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung geben würde. Auch sei es nicht mehr hinzunehmen, dass Versicherte der privaten Krankenversicherung denen der gesetzlichen Krankenkassen vorgezogen bzw. bevorzugt werden. Dabei kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der Barmer nicht die privaten Krankenzusatzversicherungen, sondern primär die Krankenvollversicherung.

Umgehend auf diese Äußerungen reagierte der Verband privater Krankenversicherungen. Es ist schlicht nicht richtig, dass es in Deutschland eine Zweiklassenmedizin gibt, denn alle Gesundheitsleistungen, die der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung, seien auf sehr hohem Niveau.

Außerdem bezahlt eine Vielzahl von privat Krankenversicherten für die medizinischen Leistungen viel höhere Honorare. Dies ist gut für das Gesundheitssystem, das durch die Mehreinnahmen in die Ausstattung wie neue Geräte, moderne Behandlungsmethoden investiert. Dominik Heck, der Sprecher des Verbandes privater Krankenversicherungen stellt die Summe von 10 Milliarden Euro in den Raum, die als Honorare für Ärzte von privat Krankenversicherten mehr bezahlt worden seien, als wenn diese in der gesetzlichen Krankenkasse versichert gewesen wären.

Bei der Abschaffung der Praxisgebühr sind sich sowohl Rolf-Ulrich Schlenker und Dominik Heck einig. Beide sind dagegen. Zwar würden Patienten finanziell und die Ärzte verwaltungsmäßig entlastet werden, doch nicht alle Versicherten profitieren von der Abschaffung. Hier machen nur die Versicherten Gewinn, die regelmäßig den Arzt aufsuchen. Fairer wäre eine Beitragssenkung für die GKV gewesen, so Dominik Heck.