Wer profitiert im nächsten Jahr bei den PKVs

Profitieren werden in erster Linie diejenigen, die schon einen Vertrag mit einer der privaten Krankenversicherungen geschlossen haben und schon einige Zeit dort versichert sind. Bei langjährigen Versicherten, insbesondere denen, die auf die Altersrücklagen beitragsmäßig zurückgreifen, können u. U. die Beiträge etwas gesenkt werden.

 

pkv 2013

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Die privaten Krankenversicherer wollen die Beiträge stabil halten, doch viele haben bereits ihren Versicherten schriftlich die Beitragserhöhung für 2013 ins Haus flattern lassen. Teuer wird es für Neukunden. Einerseits sind die Unisex-Tarife daran schuld, die ab 21. Dezember 2012 die Bisex-Tarife ablösen. Andererseits schlägt auch die Senkung des Rechnungszinssatzes bei der Beitragsermittlung zu Buche. Der Rechnungszinssatz wird auf 2,75 % gesenkt. Lag der Rechnungszinssatz doch im Jahre 2011 bei 4,1 %, im Jahre 2012 bei 3,5 % so wird er 2013 bei 2,75 % liegen. Profitieren werden jedoch nur die Bestandskunden, deren Gelder schon lange angelegt worden sind, und zwar zu einer Zeit, als der Zinssatz noch deutlich höher lag. Neue Kunden dagegen profitieren nicht, denn ihre Gelder werden zum niedrigeren Zinssatz angelegt – ein besserer ist derzeit nicht auf dem Markt.

Fakt ist, dass 2013 die Beiträge für Neukunden in die Höhe schnellen und für Bestandskunden so moderat sind, wie sie es schon lange Zeit nicht mehr waren. Bei der AXA Krankenversicherung, die 760.000 Versicherte versorgt, werden die Beiträge für Bestandskunden etwa 2 % höher sein als im Vorjahr. Bei der Signal Krankenversicherung wird sich aller Voraussicht nach nur ein Tarif erhöhen und der Deutsche Ring wird einen Aufschlag tätigen, der etwa bei 1,1 % liegt. Allein die Allianz ist bei der Beitragserhöhung mit 3 % dabei. Dagegen will die Debeka die Beiträge nicht erhöhen. Die Krankenversicherung setzt auf Stabilität, wobei Beamtenanwärter wahrscheinlich davon nicht profitieren.

Alles in allem sind die Beitragserhöhungen diesmal moderater und die Bestandskunden profitieren davon.

Die Barmer GEK fordert die Abschaffung der PKVs

Die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen fordert der stellvertretende Vorsitzende der Barmer. Nicht das, sondern auch die Beibehaltung der Praxisgebühr, die ab Januar 2013 abgeschafft wird.

praxisgebühr

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Dass die gesetzlichen Krankenkassen die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen fordern – das ist nicht neu. Die Gründe, so Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK, seien die, dass es, sozialpolitisch gesehen, keinen Sinn macht, dass Beamte und Besserverdienende in der privaten Krankenversicherung versichern lassen können, während der Rest die gesetzliche Krankenkasse in Anspruch nehmen muss. Schlenker betonte, dass es nur in Deutschland dieses Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung geben würde. Auch sei es nicht mehr hinzunehmen, dass Versicherte der privaten Krankenversicherung denen der gesetzlichen Krankenkassen vorgezogen bzw. bevorzugt werden. Dabei kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der Barmer nicht die privaten Krankenzusatzversicherungen, sondern primär die Krankenvollversicherung.

Umgehend auf diese Äußerungen reagierte der Verband privater Krankenversicherungen. Es ist schlicht nicht richtig, dass es in Deutschland eine Zweiklassenmedizin gibt, denn alle Gesundheitsleistungen, die der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung, seien auf sehr hohem Niveau.

Außerdem bezahlt eine Vielzahl von privat Krankenversicherten für die medizinischen Leistungen viel höhere Honorare. Dies ist gut für das Gesundheitssystem, das durch die Mehreinnahmen in die Ausstattung wie neue Geräte, moderne Behandlungsmethoden investiert. Dominik Heck, der Sprecher des Verbandes privater Krankenversicherungen stellt die Summe von 10 Milliarden Euro in den Raum, die als Honorare für Ärzte von privat Krankenversicherten mehr bezahlt worden seien, als wenn diese in der gesetzlichen Krankenkasse versichert gewesen wären.

Bei der Abschaffung der Praxisgebühr sind sich sowohl Rolf-Ulrich Schlenker und Dominik Heck einig. Beide sind dagegen. Zwar würden Patienten finanziell und die Ärzte verwaltungsmäßig entlastet werden, doch nicht alle Versicherten profitieren von der Abschaffung. Hier machen nur die Versicherten Gewinn, die regelmäßig den Arzt aufsuchen. Fairer wäre eine Beitragssenkung für die GKV gewesen, so Dominik Heck.

Deutsche Krankenkassen geben hohe Summen für Fehlbehandlungen aus

Gesetzliche Krankenkassen geben immer öfter Geld für Heil und Hilfsmittel aus, welche dem Patienten keinen oder unzureichenden Nutzen bringen. Vor allem Kinder, Pflegebedürftige und Rückenkranke sind häufig Opfer der Fehlbehandlungen, so ein Experte der Barmer GEK.

Fehlbehandlungen

Die größten Ausgaben der Krankenkassen ergeben sich aus Kosten für Hilfsmittel wie z.B. Hörgeräte, Atemgeräte und Gehhilfen sowie sogenannte Heilmittel wie Massagen, Physio und Ergotherapie. Die fundierte und genau abgegrenzte Diagnose fehlt häufig. Denn ein Wirbelsäulenleiden, das nur mit einer klassischen Massage behandelt wird, kann nicht besser werden. Hier ist eine Zusatztherapie wie z.B. eine Bewegungstherapie anzuordnen. Das bedeutet, dass in diesem Fall nur die angewendete Massage teilweise bis völlig nutzlos ist. Ein weiteres sehr großes Problem stellt die Versorgung in Altenheimen dar.

Hier wäre es besonders wichtig und angebracht, die Bewohner individuell und vor allem abhängig von der Diagnose zu fordern und zu fördern. Einige Experten haben eine Unterversorgung in Pflegeheimen festegestellt. Nur ein verhältnismäßig geringer Prozentsatz der Bewohner erhielten Physio oder Ergotherapie und dazu kommt, dass das Therapieangebot mit zunehmendem Alter rückläufig ist.
Gerade bei bestimmten Krankheiten wie Alzheimer und Demenz ist regelmäßige Bewegung unbedingt notwendig. Auch in diesem Fall ist oft eine Heilmittelverordnung nutzlos, wenn sie nicht in Kombination mit anderen steht und vorher eine nur unzureichende Diagnose erstellt wurde.

Gesetzliche Krankenkasse: bestätigt mehr psychische Erkrankungen

Die gesetzliche Krankenkasse, Barmer GEK bestätigt, dass es mehr Erkrankungen an Depressionen gibt, als 2010, die in einer Klinik behandelt werden müssen. Somit werden mehr Fachärzte aufgesucht, die den Bereich Neurologie und Psychologie vertreten. Deutschlands größte Krankenversicherung bestätigt sogar eine Verdopplung innerhalb von 10 Jahren dieser  Fälle.

D.h. es wurden einige Menschen in diesem Jahr mit Depressionen ins Krankenhaus eingeliefert. In den letzten 10 Jahren verdoppelte sich die Anzahl dieser Krankheit. Die Anzahl ist um über 100 Prozent gestiegen seit dem Jahr 2000. 1,1 Fälle gab es 2000 und 2010 wären dies dann 2,3 Fälle umgerechnet auf 1000 Versicherte. Im Jahr 1990 waren ca. 3,7 von 1000 Versicherten davon betroffen, 2010 sind es bereits 8,5 Patienten. Die Aufenthaltsdauer hat sich aber gemindert von 45 auf 31 Tage.

Keine Zusatzbeiträge: Krankenversicherung Barmer GEK

Die Barmer GEK sieht keinen Grund für 2012 Zusatzbeiträge bei der größten gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland einzuführen. Andere Krankenkassen hatten einige Probleme durch die Einführung von Zusatzbeiträgen.

Bei der DAK kam es zu Mietgliederverlusten durch die Einführung von Zusatzbeiträgen. Die City BKK muss eventuell die verlangten Zusatzbeiträge zurück bezahlen, da das Sonderkündigungsrecht nicht ordnungsgemäß vermerkt wurde auf dem Erhöhungsbescheid. Barmer GEK verzeichnet ca. 8,6 Millionen Versicherte. Die Mietgliederentwicklung verläuft sehr positiv lat. Holger Langkutsch, der Verwaltungsvorsitzende von Deutschlands größter gesetzlicher Krankenversicherung, teilte mit, dass die Finanzentwicklung gut verläuft. Andere Probleme, wie z.B. die Schließung der City BKK schreiben Schlagzeilen. Barmer GEK bekam 2010 400000 neue Mitglieder. 2011 waren es schon 232000 Neuzugänge. 8 Euro beträgt der Zusatzbeitrag, der schon von einigen Kassen verlangt wird.