PKV im Rating von Morgen & Morgen

Die PKV wurde von der Ratingagentur Morgen & Morgen unter die Lupe genommen. Nicht nur die gesetzlichen Krankenversicherer werden unter die Lupe genommen, sonder auch die Private. Der Trend der PKV soll laut Rating leicht nach unten gehen.

Rating Morgen und Morgen PKV

Durch die Finanzkrise werden auch die PKVs einbüßen müssen. Es gibt nicht nur Verlierer unter den gerateten Krankenversicherer. Ein leichter Abwärtstrend ist zu erkennen. Lt. Analysehaus Morgen & Morgen verschlechterten sich die Finanzkennzahlen der Anbieter privater Krankenversicherungen. Die Unterschiede der Zahlen liegen weit auseinander. Die Jahre 2007 bis 2011 wurden ausgewertet. 32 Krankenversicherer waren mit dabei. Zehn verschiedene Werte spielen dabei eine wichtige Rolle. Nettoverzinsung, Eigenkapitalquote, Wachstumsraten, Abschlusskostenquote und weitere Werte wurden kontrolliert.

Auswertung der PKV und Zusatzversicherung

Voll- und Zusatzversicherung waren relevant für die Auswertungen. Das Verhältnis der Versicherer wird zum Durchschnitt des Marktes errechnet. Vier Gesellschaften haben schlecht abgeschnitten. Ausgezeichnet bewertet wurden z.B. Alte Oldenburger, DEVK und Debeka. Am Ende des Ratings fand man Axa, Mannheimer, Central und den Münchener Verein. Neuen Unternehmen wurden mit sehr gut bewertet. Acht waren durchschnittlich, vier sehr schwach und acht Gesellschaften schwach. Der Abwärtstrend im mittleren Bereich hat sich verstärkt. Für die Zukunft sind sie dennoch gut vorbereitet, obwohl sie im Ergebnis näher zusammen liegen als vorher. Experten gehen davon aus, dass der Rechnungszins dauerhaft abgesenkt werden muss. Die Alterungsrückstellungen der Kunden sollen schließlich bedient werden. Auch das kann wieder zu Beitragserhöhungen führen.Ein Dies wird in der Branche schon sei einiger Zeit diskutiert. Der Rechnungszins verzeichnet derzeit einen Wert von 3,5 Prozent. In Planung ist eine Absenkung auf 2,75 Prozent in 2013.

Mediziner sind für den Erhalt der PKV

Die Mediziner in Deutschland stimmen für den Erhalt der privaten Krankenversicherung (PKV). Dennoch sind sie der Meinung, dass eine Reform notwendig ist. Beim Ärztetag in Nürnberg sollen Zukunftspläne der PKV ein Thema sein.

PKV und die Ärztelobby

Der Präsident der Deutschen Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, teilte mit, dass die Mediziner zur rechten Zeit vor den Änderungen in der Politik eine Duftmarke setzen möchten. Im Jahr 2013 finden die Neuwahlen statt. Ausschlaggebend für die Existenz der PKV wird die Wahlentscheidung sein. Denn SPD und Grüne sind für eine sogenannte „Bürgerversicherung“. Dies könnte die private Krankenversicherung Kopf und Kragen kosten. «Wir wollen als Ärzteschaft rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf eine klare Duftmarke setzen», teilte Montgomery der dpa mit. «Wir gehen davon aus, dass die Systemfrage eine Rolle im Wahlkampf spielen wird», meinte er.

Politik und die Bürgerversicherung

Die SPD ist für ein einheitliches System, ohne dass PKV und GKV getrennt sind. Die Union stellt die derzeitige Form der privaten Krankenversicherung in Frage. «Ich glaube, dass es keines dramatischen Systemwechsels bedarf», so Montgomery. Er hält die Bürgerversicherung für eine Fehlentwicklung. Die Einführung dieser Versicherung würde große Leistungseinschränkungen mit sich bringen. Der Gutverdiener kauft sich einfach eine bessere Versorgung, wenn die Bürgerversicherung ins Spiel kommt. Das System mit privater und gesetzlicher Krankenkasse soll erhalten bleiben lt. dem Präsidenten der Ärztekammer. Aufgrund der Beitragsentwicklung und den großen Sprüngen der Steigerungen in der PKV hält Montgomery eine Reform für sinnvoll. Einsteigertarife sind zu Beginn bezahlbar und sind aber schwierig einzuschätzen.

Tarifbeispiel eines Einsteigertarifes mit Erhöhungen

Die Central Krankenversicherung entwickelte die Tarife „KEH“ welche für Einsteiger vor einigen Jahren enorm günstig ins Rennen gingen. Nach ein paar Jahren legte der Tarif über 25 Prozent zu mit einer Beitragserhöhung. Lt. Montgomery müssen diese Probleme reguliert werden. Einige private Krankenversicherer wie DKV, Central und Co. haben bereits Billigtarife vom Markt genommen. Der Trend geht in die Richtung Qualität. «Diese Dinge müssen wir regulieren.» Insgesamt sei Schwarz-Gelb in der Gesundheitspolitik durchaus erfolgreich gewesen. «, sagte der Ärztekammer-Präsident. Bei der Wahl möchte er dies auch betonen.

Gesetzliche Krankenversicherung und finanzielles Polster

Die GKV verfügt derzeit über mehr als 5 Milliarden Euro Polster. Montgomery meint, dass diese Mittel für eine eventuelle Krise bei der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben sollen. Die Abschaffung der Praxisgebühr wäre eine Alternative den Versicherten vor der Wahl Geld zurück zugeben. Diese verursacht viel Bürokratie und belastet die Patienten.