Neue Behandlungsrichtlinien bei Diabetes – Teil 1

Es soll nunmehr mit neuen Richtlinien der Behandlung von Diabetes auf die Patienten individuell eingegangen werden. Es ist häufig vorgekommen, dass einfach zu viel therapiert wurde und es drohte eine Unterzuckerung. Dadurch sind oft auch Babys oder gar Ungeborene zu Diabetikern gemacht worden. Die Therapie soll nunmehr direkt nach einer Blutzucker-Messung mit dem Arzt besprochen werden. Damit steht wesentlich mehr Arbeit für die Ärzte an, denn eine entsprechende Beratung und die begleitende Betreuung ist sehr zeitintensiv. Doch das hat auch was Gutes, denn die Krankheit kann mit diesem Mehraufwand wesentlich besser im Zaum gehalten werden und gravierende negative Folgen werden damit weitestgehend vermieden.

Ziele festsetzen

Diabetes: Unterzuckerung ist gefährlich

Der Chefarzt der Endokrinologie der Charité, Professor Andreas Pfeiffer, weist darauf hin, dass eine Übertherapie nicht mehr stattfinden kann und dass ebenso oft gefährliche Nebenwirkung schlichtweg ausbleiben. Der Europäische Diabetes-Kongress, der momentan in Berlin stattfindet, beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Die veränderte Patientenbetreuung beruht auf den Therapierichtlinien, die neu aufgestellt wurden. Der behandelnde Arzt soll persönlich mit seinem Patienten die vorliegende Situation besprechen und die Ziele erläutern. Auch soll der Patient besser darüber aufgeklärt werden, wie viel Mühe und auch Zeit investiert werden muss, damit diese Ziele erreicht werden können. Bisher ist eine individuelle Behandlung durch eine standardisierte ersetzt worden.

Zu wenig Zucker – zu hoher Blutdruck

Pfeiffer sagt weiter, dass gerade die älteren Patienten sehr unsicher mit dem Insulin sind. Damit ist das Risiko einer Unterzuckerung gegeben. Oft sind die Patienten, die bereits das 70. Lebensjahr erreicht haben ohne Folgeschäden der Erkrankung geblieben. Es kann hier die Dosis einfach gesenkt werden, damit die Gefahr der Unterzuckerung gebannt ist. Eine optimale Einstellung ist bei diesen Patienten nicht unbedingt notwendig, da sich auch der Stoffwechsel im Alter extrem ändert. Diabetes ist ernst zu nehmen.

Die Hypoglykämie, also die Unterzuckerung, tritt ein, wenn zu wenig Zucker im Blut ist, also auch wenn das Insulin überdosiert verabreicht wird. Damit wird der Kraftstoff dem Körper entzogen und es kann zu einem Blutdruckanstieg kommen. Eine schnellere Atmung, Herzrasen und auch Aggressionen oder Übererregbarkeit sind die Folge. In sehr schlimmen Fällen kommt es gar zu Krämpfen, Bewusstseinstrübungen oder Lähmungen. Der absolut schlimmste Fall wäre die Bewusstlosigkeit und der Tod. Das alles muss intensiv mit dem Arzt besprochen werden und eine entsprechende Therapie erfolgen, damit die Risiken der Unterzuckerung minimiert werden können.

Private Krankenversicherung: Zusatzversicherung immer häufiger

Die private Zusatzversicherung wird immer häufiger von gesetzlich Versicherten abgeschlossen. Lt. Einer Studie der Gfk (Gesellschaft für Konsumforschung) zeigt, dass Zahnzusatzversicherungen, Krankentagegeldversicherungen sowie Versicherungen für ambulante und stationäre Behandlungen zusätzlich als Krankenversicherungsschutz für gesetzlich Versicherte gewählt wird.

Die private Krankenversicherung bietet Zusatzversicherungen an. Dieser Geschäftszweig gehört zur PKV. Für gesetzlich Versicherte die z.B. Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, Zahnbehandlungen oder Heilpraktiker-Leistungen in Anspruch nehmen möchten gehört die Krankenzusatzversicherung zum Schutz dazu. Somit können Kosten gedeckt werden, die nicht jeder Angestellte so einfach bezahlen kann. Beim Zahnersatz erhält man von der gesetzlichen Krankenversicherung nur noch Festzuschüsse. Bei einer Rechnung über mehrere Tausend Euro wie bei Implantaten ist dieser Festzuschuss nur ein kleiner Anteil des kompletten Rechnungsbetrages. Deshalb gewinnt die private Zusatzversicherung immer mehr an Bedeutung. Die Kosten einer Gesundheitsbehandlung steigen permanent an. Auch gesetzliche Krankenkassen (GKV) bieten Zusatzversicherungen im Vertrieb an.