EHEC Jagd geht weiter

Die Zahl der EHEC-Neuerkrankungen ist zwar zurückgegangen, aber dennoch werden weitere Vorgehen geplant um die Krise in den Griff zu bekommen.

NRW berät sich mit den norddeutschen Ländern über EHEC und die Folgen. Heute werden weitere Vorgehensmaßnahmen in Erwägung gezogen. Auch die Folgen und die Produzenten werden besprochen. Minister aus Bremen, Niedersachen, Schleswig-Holstein, Hamburg und anderen Bundesländern werden anwesend sein. Der Agrarminister, Till Backhaus aus Mecklenburg-Vorpommern lädt nach Boizenburg ein. Die Gemüsebauern sollen mit 210 Millionen Euro aus der EU entschädigt werden. Derzeit wird etwas weniger über EHEC berichtet. Uneinig sind sich die Experten, ob eine Gefahr der EHEC-Übertragung aus dem Trinkwasser möglich ist.

EHEC: Kosten werden gezahlt

Viele Krankenhäuser sind verunsichert und haben Angst, dass die Kosten, die für EHEC-Untersuchungen und Behandlungen entstanden sind, nicht übernommen werden. Doch der Verband der gesetzlichen Krankenkassen weißt die Bedenken zurück.

Karl Lauterbach, der Gesundheitsexperte der SPD ist für eine Deckung der entstandenen Zusatzkosten. Dies teilte der in einem Interview in Berlin mit. Die Kosten sollen aus den Rücklagen des Gesundheitsfonds gezahlt werden. „Die durch die zahlreichen Erkrankungen entstandenen Kosten sind deutlich höher, als das, was konventionell erstattet wird“, sagte Georg Baum, der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft DKG. Die genaue Höhe dieser Kosten, die durch die Epidemie entstanden sind, sind noch nicht feststellbar. EHEC hat einen großen Kostenblock geschaffen.

Gesetzliche Krankenkassen: Krankenhaus bekommt Kosten zurückerstattet

Die Sprecherin des GKV-Spitzenverbands Ann Marini teilte mit: „Kein Krankenhaus, das sich um schwer erkrankte EHEC- und HUS-Patienten kümmert, muss Sorge haben, auf den zusätzlichen Kosten sitzen zu bleiben.“ Somit werden alle Krankenhausleistungen zurückerstattet. Marini teilte mit, dass schon erste Gespräche für die Rückzahlung stattgefunden haben.

Bahr, der neue Gesundheitsminister mit EHEC-Krisenmanagement beschäftigt

Daniel Bahr von der FDP ist mit dem Krisenmanagement von EHEC zufrieden. Die Meldewege werden überprüft. Neuerkrankungen sind rückläufig.

 

Ehec: Forscher Spur entdeckt

Die Ehec-Forscher haben das Erbgut des Ehec-Erregers entschlüsselt. Der Ehec-Keim selbst produziert im Körper ein Gift. Davor kann man sich schützen. Dies ist ein körpereigener Abwehrmechanismus.

 

Die Forscher haben große Fortschritte gemacht und sind Ehec auf der Spur. Mikrobiologen aus Göttingen entschlüsseln den Keim. Dies teilte die Universität Göttingen mit. Der gefährliche Keim produziert ein gefährliches Gift in unserem Körper. Auch vor Antibiotika ist der Ehec-Keim geschützt. Eine solche Entwicklung eines Keims wurde vorher noch nie entdeckt. Die Welle der Ehec-Erkrankungen hat sich reduziert. Eine genetische Information des Bakteriums Escherichia coli wurde entschlüsselt (E. coli O104:H4). Nicht der Erreger, sonder das Gift EAEC, Entero-Aggregativer Escherichia coli heißt der krankheitsverursachende Keim. Der Keim bindet sich fest ans menschliche Gewebe. Dieser bildet Zellenansammlungen und bewirkt die Erkrankung. Ein bestimmtes Gen wurde von Ehec-Stamm übernommen und ein eigenes Chromosom hergestellt. Die Zellen davon bilden einen Herd von Infektionen im Darm.

EHEC: Neuigkeiten

Der Biohof in Bienenbüttel wurde angezeigt wegen fahrlässiger Tötung. Derzeit gilt dieser Hof als Ausgangspunkt der EHEC-Welle. Eine Person aus Münster erstattete Anzeige.

Da die Sprossen mit Ehec belastet waren, wurden die Betreiber des Hofes angezeigt. Der Fall wird von der Staatsanwaltschaft in Lüneburg geprüft. Ob der Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der gemeingefährlichen Vergiftung dem an Ehec Erkrankten Münsteraner weiterhelfen, wird sich zeigen. Sein Gesundheitszustand wird sich sicherlich nicht dadurch verbessern. Das Verfahren wurde an die Staatsanwaltschaft in Oldenburg weitergegeben wegen der Zuständigkeit. Weiter Anzeigen sollen bislang noch nicht eingegangen sein, teilte der Sprecher der Zentralstelle für Landwirtschaftsstrafsachen.

Ehec gibt Rätsel auf

Unklar ist immer noch, ob noch andere Ehecquellen in Frage kommen. Derzeit stehen weitere Sprossenarten unter Verdacht. Endgültige Nachweise liegen nicht vor. Brokkoli-, Bockshorn- oder Knoblauchsprossen können als Ehec-Infektionsquellen in Frage kommen.

EHEC – kein Ende in Sicht

Ein Fortschritt ist, dass der EHEC-Erreger zum ersten Mal auf Gemüse nachgewiesen worden ist. Entdeckt wurde er auf einem Gurkenrecht, der sich in einer Magdeburger Mülltonne befand, die einer, an diesem Erreger erkrankten, Familie gehört.

So ist die Information des Gesundheitsministeriums Sachsen-Anhalt. Nachdem der Vater nur leichte Symptome zeigte und auch die Mutter ihren Krankenhausaufenthalt beenden konnte, kämpft die Tochter noch mit dem HUS-Syndrom. Lt. Aussage der Ärzte befindet sie sich aber auf dem Wege der Besserung.

Hoffnung machen die Unikliniken Greifswald und Bonn mit neuen Forschungsergebnissen. An den Unikliniken wurde herausgefunden, dass sowohl der Giftstoff Shiga-Toxin sowie die Bildung der Autoantikörper gesundheitlich schwere Schäden verursachen. So sind diese dafür verantwortlich, dass im Blut die Konzentration eines gewissen Eiweißes höher wird und dadurch die feinen Blutgefäße verstopft werden. Dabei wird die Durchblutung von Nieren und Gehirn behindert. Patienten bekommen zum Teil schwere neurologische Störungen. Durch die besondere Blutwäsche, die die Patienten erhielten, ging es ihnen am selben Tage bereits besser.

Ehec Erreger noch keine Spur in Sicht

Auch wenn sich der Niedersächsische Landwirtschaftsminister so auf die Schuld der Sprossen einspielt hatte, die Sprossen sind nicht schuld an der Ehec-Epidemie. Die Schuldfrage ist immer noch offen. In den Sprossen waren keine Ehec-Erreger festzustellen. Damit zerschlägt sich die Hoffnung endlich den Erreger zu finden und weitere Krankheitsfälle und Todesfälle zu vermeiden.

Zwischenzeitlich hat sich die Zahl der von Ehec Erkrankten weiter erhöht und die Zahl der Todesfälle wurde mit 23 angegeben. Es gibt also immer noch keine Entwarnung. Lauter wird dagegen der Ruf nach einer Seuchenpolizei, die zentral bundesweit arbeitet. Dieser Ruf wird umso lauter, als sich die Zuständigkeiten im Bund und in den Ländern immer noch nicht klar verteilt haben.

Ein Favorit dafür wäre das Robert-Koch-Institut in Berlin, in dem auch jetzt schon alle Daten der Länder zusammenlaufen. Damit wären so schnelle und nicht bewiesene Aussagen sicherlich nicht mehr die Regel. Die SPD ist im Grunde für eine solche Regelung, während sich Ilse Aigner, die Bundeslandwirtschaftsministerin, dagegen stellt. Sie fürchtet vielleicht um Ihr Mandat.

Ehec Sprossen unter Verdacht

Endlich glaubt man den Schuldigen des Ehec-Erregers gefunden zu haben. Es sind Sprossen, die in Niedersachsen gewachsen sind. Bisher ist es nur ein Verdacht, der zur Schließung des Betriebes geführt hat, das Labor-Ergebnis steht noch aus.

Nachdem vor Gurken, Tomaten und Blattsalat gewarnt wurde, sind es jetzt die Sprossen, die als Schuldige erkannt worden sind. Dabei wären die Menschen weniger verunsichert, wenn die Politik sich einmal informativ geäußert hätte. So äußerte sich sehr spät der neue Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, zu diesem Thema. Er gab jedenfalls noch keine Entwarnung für Gurken, Tomaten und Blattsalat.

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann von der CDU hatte bereits am Sonntag über die Medien darüber informiert, dass das Sprossengemüse mit Ehec verseucht sein könnte. Einen Beweis konnte er jedoch nicht vorlegen, alles beruhe auf Indizien.

Fakt ist jedoch, solange keine Ergebnisse des Labors vorliegen, ist alles nur ein Verdacht. Gewünscht hätten wir uns, und übrigens auch das Robert-Koch-Institut, dass die Informationspolitik nicht nur vom Landwirtschaftsministerium aus gegangen wäre, sondern sich auch das Gesundheitsministerium früher mit Informationen an die Bürgerinnen und Bürger gewandt hätte.