Gesundheitsminister möchte Praxisgebühr ein Ende bereiten

Daniel Bahr, der Gesundheitsminister ist für die Abschaffung der Praxisgebühr. Ist die Zweiklassenmedizin am Ende?

Praxisgebühr wird eventuell abgeschafft

Der Ärztetag steht in Kürze an. Weiterbildungsordnungen und andere Dinge werden dabei beschlossen. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer leitet den Ärztetag. Er ist nicht unbedingt begeistert davon, was bei SPD und Grünen hinsichtlich der geplanten Bürgerversicherung abspielen könnte. Dabei stellt sich die Frage ob und wie lange es überhaupt noch die Zweiklassenmedizin gibt? Mit Daniel Bahr scheinen die Menschen derzeit zufrieden zu sein. Der Ärztetag soll mit diskutieren bei der gesundheitspolitischen Debatte. Gesundheitsexperte Karls Lauterbach sowie Jens Spahn sind mit von der Partie. SPD und CDU sitzen auf dem Podium und tragen vor. Die Probleme des Krankenversicherungssystems muss irgendwie gelöst werden. Bleibt es bei dem derzeitigen dualen System oder kommt die Bürgerversicherung?

Abschaffung der PKV

Diskussionen über die Abschaffung der privaten Krankenversicherung sind keine Seltenheit. Lauterbach als Fürsprecher der Bürgerversicherung stellt dieses System grafisch dar. Er ist der Meinung, dass die private und die gesetzliche Krankenkasse in 10 Jahren nicht mehr bezahlbar sind. Offensichtlich kommen wir an einer erneuten Gesundheitsreform nicht vorbei. Auch Spahn stellt die Existenz der PKV in Frage. Er glaubt ebenfalls das es ohne Reform nicht geht. Täglich wird er mit Post von Menschen konfrontiert, wobei es immer um das gleiche Thema geht: „nicht bezahlbare Beiträge“. Daniel Bahr selbst war nicht zur Diskussion eingeladen. Lt. Montgomery ist die politische Bilanz für den Gesundheitsminister nicht schlecht.

Die Praxisgebühr sollte abgeschafft werden, meint nicht nur der Gesundheitsminister sondern auch Montgomery.

Mediziner sind für den Erhalt der PKV

Die Mediziner in Deutschland stimmen für den Erhalt der privaten Krankenversicherung (PKV). Dennoch sind sie der Meinung, dass eine Reform notwendig ist. Beim Ärztetag in Nürnberg sollen Zukunftspläne der PKV ein Thema sein.

PKV und die Ärztelobby

Der Präsident der Deutschen Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, teilte mit, dass die Mediziner zur rechten Zeit vor den Änderungen in der Politik eine Duftmarke setzen möchten. Im Jahr 2013 finden die Neuwahlen statt. Ausschlaggebend für die Existenz der PKV wird die Wahlentscheidung sein. Denn SPD und Grüne sind für eine sogenannte „Bürgerversicherung“. Dies könnte die private Krankenversicherung Kopf und Kragen kosten. «Wir wollen als Ärzteschaft rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf eine klare Duftmarke setzen», teilte Montgomery der dpa mit. «Wir gehen davon aus, dass die Systemfrage eine Rolle im Wahlkampf spielen wird», meinte er.

Politik und die Bürgerversicherung

Die SPD ist für ein einheitliches System, ohne dass PKV und GKV getrennt sind. Die Union stellt die derzeitige Form der privaten Krankenversicherung in Frage. «Ich glaube, dass es keines dramatischen Systemwechsels bedarf», so Montgomery. Er hält die Bürgerversicherung für eine Fehlentwicklung. Die Einführung dieser Versicherung würde große Leistungseinschränkungen mit sich bringen. Der Gutverdiener kauft sich einfach eine bessere Versorgung, wenn die Bürgerversicherung ins Spiel kommt. Das System mit privater und gesetzlicher Krankenkasse soll erhalten bleiben lt. dem Präsidenten der Ärztekammer. Aufgrund der Beitragsentwicklung und den großen Sprüngen der Steigerungen in der PKV hält Montgomery eine Reform für sinnvoll. Einsteigertarife sind zu Beginn bezahlbar und sind aber schwierig einzuschätzen.

Tarifbeispiel eines Einsteigertarifes mit Erhöhungen

Die Central Krankenversicherung entwickelte die Tarife „KEH“ welche für Einsteiger vor einigen Jahren enorm günstig ins Rennen gingen. Nach ein paar Jahren legte der Tarif über 25 Prozent zu mit einer Beitragserhöhung. Lt. Montgomery müssen diese Probleme reguliert werden. Einige private Krankenversicherer wie DKV, Central und Co. haben bereits Billigtarife vom Markt genommen. Der Trend geht in die Richtung Qualität. «Diese Dinge müssen wir regulieren.» Insgesamt sei Schwarz-Gelb in der Gesundheitspolitik durchaus erfolgreich gewesen. «, sagte der Ärztekammer-Präsident. Bei der Wahl möchte er dies auch betonen.

Gesetzliche Krankenversicherung und finanzielles Polster

Die GKV verfügt derzeit über mehr als 5 Milliarden Euro Polster. Montgomery meint, dass diese Mittel für eine eventuelle Krise bei der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben sollen. Die Abschaffung der Praxisgebühr wäre eine Alternative den Versicherten vor der Wahl Geld zurück zugeben. Diese verursacht viel Bürokratie und belastet die Patienten.