Mit der neuen GOÄ eine bessere Basis in der PKV schaffen


Weiterhin halten die privaten Krankenversicherungen an ihrer Reform und den darin enthaltenen zentralen Forderungen wie die Öffnungsklausel und eine angemessene Vergütung –sowie ein Honorar für das Halten von Reden.

GOÄ - Gebührenordnung für Ärzte

Ohne Bedingungen ist auch die GOÄ-Novelle nicht. Immer heftiger wird von der PKV bei den Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte auf Öffnungsklauseln gedrängt. Sie wolle jedoch nicht über eine „Billigmedizin“ mit Ärzten verhandeln, sondern vielmehr darüber, dass die neue Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte so kalkuliert sein muss, dass die Basis die betriebswirtschaftlichen Daten der Kosten sein muss. Die Untergrenze bei den Verhandlungen sei diese Basis, unter der die Vergütungen für Ärzte und Zahnärzte nicht fallen werden.

 
Mit der neuen GOÄ werden die technischen Leistungen nicht so stark gewichtet sein, sondern die, die von Arzt zu Patient gehen. Damit die Beiträge in der PKV stabil gehalten werden können, wird auch in der PKV eine GOÄ dringend gebraucht.

 
Mit der GOÄ sollen nicht die ärztlichen Leistungen preislich gedrückt werden, sondern vielmehr einer Überversorgung der Privatkrankenversicherten entgegengetreten werden, so die Kommentare aus dem Bereich der PKV. Dabei stießen vor allen Dingen die Laborkosten bei der PKV sauer auf.

 
Die GOÄ – noch nicht aktuell und schon kommt Widerstand auf. Dr. Frank Ulrich Montgomery, der Präsident der Bundesärztekammer, spricht sich offen gegen eine Öffnungsklausel aus. Den Vorwurf, dass Privatkrankenversicherte überversorgt würden, wies er zurück. Dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung übermäßig bzw. über den Durchschnitt ansteigen, wenn man die gesetzliche Krankenkasse gegenüberstellt, wurden von den PKVs vehement bestritten. Beide Systeme würden sich etwa gleich entwickeln, wenn man den Zeitraum zwischen 1997 und 2009 nimmt.

Zahnarztbesuche werden teurer für private und gesetzlich Versicherte

Krankenzusatzversicherung hilft bei Zahnarztrechnungen. Es gibt eine neue Gebührenordnung für Zahnärzte, welche es den Ärzten erlaubt mehr Geld zu verlangen. Eine logische Folge daraus könnte ein Preisanstieg der privaten Krankenversicherung bedeuten.

Experten vermuten, dass die private Krankenversicherung um 20 Prozent steigen wird. Für gesetzlich Versicherte kann eine Zusatzversicherung vor Zahnarztkosten schützen. Diese erstattet in manchen Zusatztarifen bis zu 90 Prozent der Zahnarztrechnung bei Zahnersatzleistungen. Auch die Zahnbehandlungen werden teurer. Laut PKV Verband sollen die Kosten noch mehr steigen als das Bundesgesundheitsministerium prognostizierte. Die Gebührenordnung für Zahnärzte wird überarbeitet. Dies ist die Abrechnungsbasis für die privat Versicherten. Aber auch Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse sind davon betroffen. Wenn gesetzlich Versicherte mehr als das medizinisch Notwendige erhalten sollen, müssen sie tief in die Tasche greifen. Der Anstieg der Gebühren von Zahnärzten soll bei ca. 6 Prozent liegen. Insgesamt wären das mehr als 300 Millionen Euro. Bei Personen, die in der privaten Krankenversicherung versichert sind, kann der Zahnarzt zu höheren Sätzen abrechnen als bei den gesetzlich Versicherten.