Securvita BKK und die Razzia

So viele gute Nachrichten kamen von der Krankenversicherung Securvita. Gute Nachrichten vor allen Dingen in den Bereichen Kundenwachstum und Leistungsvergleich. Nun kommt eine andere Nachricht, die nicht gut ist. Mit drei Staatsanwälten und 80 Polizisten rückte die Justiz an und durchsuchte die Geschäftsräume. Die Krankenversichrung Securvita hatte ihre erste Razzia.

Aus Justizkreisen ist zu hören, dass sich kein Verdacht gegen die Krankenversicherung direkt zeigt, sondern die Ermittlungen wurden gegen ehemalige und noch aktuelle Mitglieder aus den Führungsetagen aufgenommen. Unter den Verdächtigen, gegen die wegen schwerer Untreue ermittelt wird, soll sich auch Thomas Martens befinden, der der Gründer der Krankenversicherung Securvita ist sowie Ellis Huber aus dem Vorstand.

Es geht um Vertragsabschlüsse, die fragwürdig sind und hierbei ganz besonders um den Mietvertrag, der den Hauptsitz am Lübeckertordamm betrifft. Der Schaden, der dem Dritten zugefügt wurde, soll sich auf etwa 18 Millionen Euro belaufen.

Zwar hat die Securvita Krankenversicherung die Durchsuchung bestätigt, doch über den Verdacht sowie über den Vorgang allgemein wollte niemand sprechen. Auch Thomas Martens wies jeden Verdacht von sich. Schon im Mai 2010 wurde gegen ein ehemaliges Mitglied des Vorstandes Anzeige erstattet, sodass sich auch die Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen, das Bundesversicherungsamt, eingeschaltet und ermittelt hat.  Nun hat das Landeskriminalamt eine Razzia durchgeführt – auf das Ergebnis muss man noch etwas warten.

Bürgerversicherung in Planung: anstatt gesetzliche Krankenversicherung

Ein Thema, dass immer wieder die Gemüter erregt ist die Abschaffung der gesetzlichen Krankenkassen und die Einführung einer Bürgerversicherung. Die Kosten im Gesundheitswesen wachsen kontinuierlich und die Krankenkassen können die Kosten nicht wirklich auffangen.

Gerade die Linkspartei facht diese Diskussion wieder an und stellt eine neue Studie vor. Die Studie soll belegen, dass bei der Bürgerversicherung die Beiträge um etwa 30 % gesenkt werden können. Die Beiträge für die Bürgerversicherung sollen etwa 10,5 % betragen. Die privaten Krankenversicherungen sollen in diesem Zug abgeschafft werden und keine Vollversicherungen mehr anbieten sondern nur noch Zusatzversicherungen.

Bei der Berechnung der Beiträge für die Bürgerversicherung werden außer dem Arbeitseinkommen auch Einkünfte durch Miete und Kapital berücksichtigt. Kritiker befürchten, dass die Beitragsermessungsgrenze wegfällt. Durch die Bürgerversicherung werden niedrige und mittlere Einkommen profitieren, während die besser Verdienenden höhere Beiträge bezahlen müssen.

Selbst Juristen sehen ein Ungleichgewicht zwischen Leistung und Gegenleistung voraus, das für juristische bzw. rechtliche Auseinandersetzungen relevant sein wird. Die Diskussion wird von den Linken dermaßen eingeheizt und sorgt für Unzufriedenheit bei den Versicherten. Die Linkspartei befindet sich bereits im Wahlkampf für die Bundestagswahl, der in etwa eineinhalb Jahren ansteht. Ob sie damit mit mehr Stimmen rechnen können ist fraglich. Die Krankenkassen müssen umstrukturiert werden, doch ein Patentrezept gibt es nicht.

Gesetzliche Krankenversicherung: konkurriert jetzt mit PKV

Die AOK Rheinland wirbelt den Markt der privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen auf. Durch die Wahltarife bekommt die private Krankenversicherung neue Konkurrenz. Ein neuer Brillentarif kommt an den Start mit der Werbung: „günstiger als die Privaten“.

Die AOK Rheinland bietet einen neuen Wahltarif an, welcher bei Sehhilfen leistet. Das Angebot an Krankenzusatzversicherungen wird ausgebaut. Seit Anfang gibt es den Brillentarif bei der AOK Rheinland. Diese AOK hat auch schon im Jahr 2007 interessante Tarife wie z.B. Leistungen für Auslandsreisen oder Zahnersatz angeboten. Im Paragraph 53 Sozialgesetzbuch findet man eine Regelung zu Wahltarife der gesetzlichen Krankenkassen. Die private Krankenversicherung wollte diverse Aktivitäten hinsichtlich der Wahltarife bei den gesetzlichen Krankenkassen verbieten lassen. Sogar gerichtliche Versuche wurden gestartet, welche aber erfolglos blieben.

Auslandsreisekrankenversicherungen stehen schon bei mehreren Kassen auf dem Programm. Der Wahltarif der AOK soll günstiger sein als die Tarife der privaten Krankenversicherung. Alle drei Jahre soll ein Betrag von 250 Euro erstattungsfähig sein. Für nur 6,70 monatlich ist dieser Tarif erhältlich.

Partei wünscht geringere Wartezeit beim Arzt

Die Linke fordert für Verbraucher der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie der privaten Krankenversicherung (PKV) geringere Wartezeiten beim Arzt. Ein eigenes Gesetz zur Verbesserung der Patientenrechte wird gefordert.

Zukünftig sollen aufgrund dieses Gesetzes, privat und gesetzlich Krankenversicherte kürzere Wartezeiten beim Arzt haben. Eine zeitnahe Behandlung soll lt. Linke gewährleistet sein. Auch für Personen mit dem Basistarif der privaten Krankenversicherung soll dies gelten. Viele Praxen haben überfüllte Wartezimmer und können nicht zeitnah behandeln.  Allgemeine Patientenreichte sollen verbessert werden. Behandlungsort, Behandlungsmethode oder Arzt wäre nach Durchsetzung dieser Patientenrechte frei wählbar. Der behandelnde Arzt würde mit dieser Regelung kostenfrei eine Dokumentation über die Befunde und notwendigen Behandlungsschritte aushändigen. Damit ist mehr Transparenz für die Versicherten vorhanden.

Schreiben der Krankenversicherung nach Pleite

Zeit.de berichtete, dass ein Rentner von der City BKK über die Schließung informiert wurde. Im Schreiben stand drin, er könne zur Krankenversicherung seiner Wahl wechseln. Der Rentner war traurig darüber.

Denn er war vierzig Jahre lang mit seiner Frau dort versichert und zufrieden. Trotz Zusatzbeiträgen blieb die Rentnerfamilie bei der City BKK. Der Rentner war erst besorgt, als er in den Medien erfuhr, dass andere Krankenkassen ältere Versicherte der City BKK ablehnten. Danach war im klar, dass das Solidaritätssystem der Krankenkassen für schlechte Risiken nicht gilt. Die City BKK hatte viele ältere Versicherte die in Großstädten leben. Die medizinische Versorgung in Großstädten ist teurer als in kleineren Städten. Denn im ländlichen Bereich gibt es nicht überall einen Arzt.

  

Krankenversicherung: Politik wünscht keine niedrigeren Beiträge

Eine Beitragssenkung der gesetzlichen Krankenversicherung wird von Politikern nicht gewollt. Steuersenkungen sind derzeit im Gespräch. Auf einem Kongress waren alle einstimmig der Meinung, dass die Beiträge nicht gesenkt werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen erzielten im ersten Quartal 2011 einen Überschuss von 1,5 Milliarden Euro. Der Gesundheitsexperte, Karl Lauterbach und Birgitt Bender sind einstimmig gegen eine Beitragssenkung des aktuellen Beitragssatzes von 15,5 Prozent. Professor Dr. Eckart Fiedler, ein Professor des Kölner Institutes für Gesundheitsökonomie ist der Meinung, dass die gesetzliche Krankenversicherung sich so entwickeln könnte, dass der durchschnittlich Zusatzbeitrag bei 0 Euro liegt. Es wurde erwartet, dass mehrere Krankenkassen Zusatzbeiträge verlangen. Dazu ist es jedoch nicht gekommen. Nur wenige Krankenversicherungen haben bis dato Zusatzbeiträge eingeführt wie z.B. die DAK. Durch die Einführung haben einige Versicherte die Krankenkasse gewechselt. Karl Lauterbach meinte, der Zusatzbeitrag würde die gesetzlichen Krankenversicherungen an die Wand fahren.

 

 

 

 

 

Lösung für City-Bkk-Versicherte

Die City-BKK ist Pleite und immer noch stehen ca. 40.000 Mitglieder im Regen. Denn diese Menschen haben noch keine neue gesetzliche Krankenversicherung. Am 01.07 ist kein Versicherungsschutz mehr vorhanden für diese Menschen.

Diese Krankenkassen schaffte es nicht mehr, der Krise zu entrinnen. Aber jetzt wurde doch eine Lösung für die Versicherten der City-BKK gefunden. Sie müssen nicht mehr ohne Versicherungsschutz klar kommen. Die sogenannte Brücken-Lösung wie es Bild.de beschreibt soll greifen. Die City-BKK in Abwicklung soll für einen Übergangszeitraum von 3 Monaten mit der neuen Krankenkasse abrechnen. D.h. Versicherte können weiterhin behandelt werden. Das Gesundheitsministerium bestätigte diese Lösung. Kranken- und Pflegegeld wird ebenfalls weiterhin gezahlt. Bis Ende September kümmern sich fast 300 Mitarbeiter um die Problemfälle der City-BKK. Keiner bleibt im Regen stehen. Ein schneller Krankenversicherung Wechsel soll gewährleistet sein.