Immer mehr Versicherte bleiben den Beitrag schuldig

Ein leidiges Thema, das sich seit einiger Zeit hinzieht, ist die Beitragsschuld der Versicherten. Sie sind Schuldner ihrer Krankenkasse, denn sie bezahlen ihre Beiträge nicht. Damit haben sich die Beitragsrückstände bis Anfang 2013 auf etwa 2,2 Mrd. Euro erhöht, das sind 620 Mio. Euro mehr als ein Jahr davor. Eine Übersicht des Spitzenverbandes der GKVs belegt diese Zahlen. Damit die Versicherten nicht noch tiefer in die Schuldenfalle rutschen, sollen per Gesetz die Zinsen für die ausstehenden Beiträge abgeschafft werden.

Krankenversicherung Zahlung

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Freiwillig Versicherten schulden Milliarden

Die Spirale der Forderungen, die die Kassen an ihre Versicherten haben, dreht sich nach oben. Aktuell sind es ca. 870 Millionen Euro, die den Kassen fehlen. Befristet waren weitere Forderungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro von Kassen zu verkraften. Die Beitragsschuldner sind in der Regel freiwillig Versicherte bzw. Selbstzahler, die keinem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis unterliegen und somit die Beiträge selbst an die Kassen abführen müssen.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat mit einem Gesetzentwurf reagiert, der die Probleme der nicht bezahlten Beiträge in den Griff bekommen soll, ein Gesetz, das in den nächsten Tagen durch das Bundeskabinett abgesegnet werden soll. Wie eine Sprecherin bekannt gab, sei die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung abgeschlossen. Schon vor einiger Zeit waren die Pläne für dieses Gesetz bekannt geworden.

Im Fokus ist das Ziel des geplanten Gesetzes, dass die Säumniszuschläge, die 5 % im Monat betragen, gesenkt werden. Vorgesehen ist ein Säumniszuschlag von 1 % je Monat für gesetzlich und privat Versicherte. Kann das Mitglied nicht bezahlen, soll sein Vertrag in einen Notfalltarif kommen. Dieser Tarif sieht vor, dass die Versicherung nur noch in akuten Fällen bezahlen muss, was Erkrankungen und Schmerzen beinhaltet, die nicht vorhersehbar sind und waren. Auch Leistungen während der Schwangerschaft und Mutterschaft sind mit diesem Tarif abgedeckt.

Bis Ende 2006 hatten die Kassen das Problem der Nichtzahler nicht; dieses kam erst 2007 mit der Einführung der Versicherungspflicht zustande. Derzeit sind es in der Regel die Mitglieder, die sich selbstständig gemacht haben.

In Bezug auf hohe Prämien im Alter sind allerdings nur kleine Änderungen im Gesetz eingeplant, ganz im Gegensatz zum ersten Entwurf. Die Altersrückstellungen von privat Krankenversicherten sollen nicht so stark, wie ursprünglich vorgesehen, in den Notlagentarif fließen. Waren es beim Entwurf von 50 % vom angesparten Kapital, so sind jetzt nur noch bis zu 25 der Prämie. Damit sollen im Alter die betroffenen Versicherten vor ansteigenden Prämien abgesichert werden.

Viele Fragen bleiben jedoch offen, doch die Frage, was mit den Altschulden passieren wird, könnte die Thematik in weiteren Gesprächen sein.

Als Schnellschuss wird das vom Gesundheitsminister geplante Gesetz von Karl Lauterbach, dem SPD-Gesundheitsexperten, kritisiert. Es sei nicht nur die Verzinsung, die ein Problem darstelle, so Lauterbach, sondern auch der Notlagentarif. Mit so einem minimalen Versicherungsschutz hätte man bald amerikanische Verhältnisse. Besser wäre es, wenn der Gesetzgeber den betroffenen privat Versicherten den Weg öffnen würde, der in eine Bürgerversicherung führt.

Wahltarife können Ersparnisse bringen

Durch Wahltarife kann man eine Menge Geld sparen, natürlich eine gute Gesundheit des Versicherten vorrausgesetzt. Gesundheitsminister Daniel Bahr hat die Krankenkassen aufgefordert, die Überschüsse an ihre Versicherten auszuzahlen. Bislang haben das leider nur sechs Kassen in die Tat umgesetzt. Die anderen Versicherer wollen das Geld lieber in die Verbesserung der Leistungen investieren.

 

Wahltarife der GKV

Bei einem Selbstbehalttarif muss der Versicherte sich verpflichten einen Teil der Kosten wie z.B. Kosten für einen Arzt oder einen Krankenhausaufenthalt zu tragen. Im Gegenzug winkt eine Prämie seitens der Krankenkasse, nämlich dann wenn der Versicherte nur zur Früherkennung oder Vorsorge beim Arzt war oder nur “geringfügig” Leistungen in Anspruch genommen hat. Die Prämie beläuft sich maximal auf zwanzig Prozent des Jahresbeitrags, bzw. maximal sechshundert Euro. Sollte man sich für den Selbstbehalt entscheiden, ist man drei Jahre an die jeweilige Krankenkasse gebunden. Jedoch hat der Versicherte die Möglichkeit unter bestimmten Voraussetzungen einen Tarif wieder zu verlassen, beispielsweise wenn die Kasse einen Zusatzbeitrag erhebt. Die besten und lukrativsten Tarife sind abhängig von Einkommen und individuellen Wünschen und Anforderungen an Leistungen. Im Vorab ist es wichtig, sich genau über die Bedingungen der Krankenkasse zu informieren. Ein kostenloser Vergleich ist ratsam und angebracht.

Gesundheitsminister wünscht sich Auszahlung an die Krankenkassen Mitglieder

Daniel Bahr, unser Gesundheitsminister möchte gesetzliche Krankenkassen, die sich in einer guten finanziellen Situation befinden dazu zwingen, den Mitgliedern Überschüsse auszuzahlen.

Gesundheitsfonds und die Reserven

Bahr ist der Meinung, dass der Gesetzgeber im Notfall tätig werden müsse. Dies teilte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit. Nächstes Jahr können die gesetzlich Versicherten davon profitieren lt. Daniel Bahr. Die Koalition berate sich derzeit zu dieser Thematik. Wenn die Krankenversicherungen selbst entscheiden könnten, sei besser. Zehn gesetzliche Krankenkassen haben bisher Prämien an ihre Mitglieder weiter gegeben. Dies wirkte sich auf nicht mal eine Million Mitglieder aus. Viel mehr Menschen haben die Möglichkeit davon zu profitieren. Millionen Beitragszahler würden somit Vorteile erhalten. Die Praxisgebühr ist ein weiteres Diskussionsthema. Diese verursachte viel Bürokratie. Sinn und Zweck dieser Gebühr wurden nicht erfüllt. 10 Euro pro Quartal sorgten in so manchen Arztpraxen für viel Ärger und Aufwand. Patienten und Arzthelferinnen waren davon betroffen.

 
Viele Diskussionen kommen auf, da der Gesundheitsbereich über fast 20 Milliarden Euro an Reserven verzeichnet. Spargesetze wurden nieder gelegt und 2012 wurde für eine bessere Konjunkturentwicklung gesorgt. Die gesetzlichen Kassen sammelten 10 Milliarden der Überschüsse selbst an und 9,5 Milliarden entstanden durch den Gesundheitsfonds. Krankenkassen werden aus dem Finanzpool versorgt. Wenn diese mit den Geldern nicht auskommen werden Zusatzbeiträge von den Mitgliedern verlangt. Überschüsse können den Mitgliedern z.B. in Form von Prämienrückerstattung zurück gezahlt werden.

Praxisgebühr Erstattung?

Die HEK kündigte an Praxisgebühren zurück zu erstatten. Der Gesundheitsminister Daniel Bahr ist für eine Rückerstattung der Praxisgebühr aller Krankenkassen. Die Versicherten sollen am Finanzüberschuss beteiligt werden.

Gesundheitsminister Bahr von der FDP fordert die gesetzlichen Krankenkassen auf, genauso wie die Hanseatische Krankenkasse HEK die Praxisgebühr für Zahnarzt-Besuche zu erstatten. Die HEK ist die erste Krankenkasse, die ihre Mitglieder am Überschuss beteiligt. Denn sie zahlt die Zahnarzt Praxisgebühr zurück. Und dies erfolgt sogar rückwirkend. Bahr möchte, dass viele Kassen dem Vorbild HEK folgen. Es sei ein Anreiz für mehr Zahngesundheit. Zum 01.01 rückwirkend soll die Rückerstattung der HEK gezahlt werden. Über das Bonusprogramm der Krankenkasse erfolgt die Rückzahlung. Der Ärzteverband Hartmannbund befindet diesen Schritt als eher kritisch. Für zwei klassische Kontrolluntersuchungen müssen Patienten nicht zahlen beim Zahnarzt. Erst bei weiteren Kontrolluntersuchungen wird die Praxisgebühr fällig.

 

Die grundsätzliche Abschaffung der Praxisgebühr wird stark diskutiert und dies schon seit längerer Zeit. Durch die damalige Einführung der Gebühr soll die Zahl der Ärztekontakte gesunken sein. Bahr ist für die Streichung, da die Gebühr ihren Zweck nicht erfüllt.

Krankenversicherung: gesetzlich Versicherte bekommen Erleichterung?

Der Gesundheitsminister Daniel Bahr spricht sich gegen lange Wartezeiten bei Arzt aus zu Gunsten der gesetzlich Krankenversicherten. Die Gehälter der niedergelassenen Ärzte sollen gekürzt werden, wenn der Verbraucher zu lange auf einen Termin warten.

Lt. Spiegel sollen niedergelassene Ärzte zukünftig weniger verdienen, falls die Terminvergabe zu lange dauert. Ein neuer Entwurf zum Gesetz der ärztlichen Versorgung bestätigte dies. Unbegründete Wartezeiten sind derzeit ein Thema, worüber die Koalition berät. Dies bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die Vereinbarung von Terminen beim Facharzt ist für Verbraucher mit gesetzlicher Krankenversicherung sehr schwierig. Denn der privat Versicherte kommt einfach schneller dran. Der Grund dafür könnte das bessere Honorar darstellen. Die private Krankenversicherung bietet aus der Sicht des Arztes eine bessere finanzielle Leistung für den Arzt.

Zukünftig soll der Versicherte ambulant im Krankenhaus behandelt werden, wenn es anders nicht möglich ist. Lt. Spiegel bestätigten dies Bahrs Mitarbeiter. Die Kosten werden vom Ministerium den Kassenärztlichen Vereinigungen weiterleiten. Am Ende bleibt dann weniger Geld für den Arzt übrig, weil er den Vermittlungsaufwand zahlt. Die Krankenkassen beklagten sich darüber, dass Fachärzte den Privatpatienten bevorzugten.

EHEC: Kosten werden gezahlt

Viele Krankenhäuser sind verunsichert und haben Angst, dass die Kosten, die für EHEC-Untersuchungen und Behandlungen entstanden sind, nicht übernommen werden. Doch der Verband der gesetzlichen Krankenkassen weißt die Bedenken zurück.

Karl Lauterbach, der Gesundheitsexperte der SPD ist für eine Deckung der entstandenen Zusatzkosten. Dies teilte der in einem Interview in Berlin mit. Die Kosten sollen aus den Rücklagen des Gesundheitsfonds gezahlt werden. „Die durch die zahlreichen Erkrankungen entstandenen Kosten sind deutlich höher, als das, was konventionell erstattet wird“, sagte Georg Baum, der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft DKG. Die genaue Höhe dieser Kosten, die durch die Epidemie entstanden sind, sind noch nicht feststellbar. EHEC hat einen großen Kostenblock geschaffen.

Gesetzliche Krankenkassen: Krankenhaus bekommt Kosten zurückerstattet

Die Sprecherin des GKV-Spitzenverbands Ann Marini teilte mit: „Kein Krankenhaus, das sich um schwer erkrankte EHEC- und HUS-Patienten kümmert, muss Sorge haben, auf den zusätzlichen Kosten sitzen zu bleiben.“ Somit werden alle Krankenhausleistungen zurückerstattet. Marini teilte mit, dass schon erste Gespräche für die Rückzahlung stattgefunden haben.

Bahr, der neue Gesundheitsminister mit EHEC-Krisenmanagement beschäftigt

Daniel Bahr von der FDP ist mit dem Krisenmanagement von EHEC zufrieden. Die Meldewege werden überprüft. Neuerkrankungen sind rückläufig.