Datenschützer schlagen Alarm: Mithilfe von Selbstauskunftsbögen sammeln Krankenkassen sensible Versichertendaten

Allgemein ist die Nachfrage nach dem Gesundheitszustand eine Höflichkeit und keine verwerfliche Angelegenheit. Es sei denn, die Fragen gehen über das Übliche hinaus und sensibel ins Detail.

 

Gesundheitszustand und Krankengeld

Ein Datenschutzbeauftragter der Bundesregierung übte ganz öffentlich Kritik am Vorgehen einiger Krankenkassen. Nämlich sollen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen im Falle eines Krankengeldbezuges sehr im Detail und weit in die Privatsphäre gehend befragt worden sein. Peter Schaar ( Datenschutzbeauftragter der Bundesregierung ) sagte, dass bereits Beschwerden gegen diese Vorgehensweise vorlägen und der Verdacht bestünde, dass von Seiten der Krankenkassen bewusst Datenschutzauflagen umgangen worden sind. Die Fragen sollen weit über das Übliche hinaus reichen. Fragen nach dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Situation am Arbeitsplatz, Witterungsbedingungen am Arbeisplatz, berufsbedingte Reisen etc.gehören nach Ansicht des Beauftragten eben nicht zu den üblichen Fragen. Unter den allgemeinen Fragen würde man beispielsweise die Frage nach der voraussichtlichen Dauer der Krankheit verstehen. Versicherte, die sich weigerten solche Auskünfte zu erteilen, wurden mit einer Einstellung des Krankengeldes bedroht.

Krankenversicherung: fast 1,5 Milliarden Euro Überschuss

Die gesetzliche Krankenversicherung verzeichnet fast 1,5 Milliarden Euro Überschuss. Das Bundesgesundheitsministerium teilte dies mit. Im ersten Quartal dieses Jahres lagen die Einnahmen bei über 45 Milliarden Euro und die Ausgaben bei ca. 44,3 Milliarden Euro.

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erwirtschaften Einnahmen. Der Gesundheitsfonds zahlte 44,74 Milliarden Euro aus und nahm aus Beiträgen sowie Bundeszuschüssen 44,22 Milliarden Euro ein. Klar ist noch nicht, ob zum Jahresende genauso viel Geld übrig bleiben wird. Die Krankenkassen haben mehr Geld ausgegeben und lagen damit dennoch unter den Erwartungen des Schätzer-Kreises der gesetzlichen Krankenkassen. Die Krankenhausbehandlungskosten sind gestiegen. Auch die Vorsorgeuntersuchungen sind teurer geworden in diesem Jahr. Die stationären Behandlungen im Krankenhaus kosten auch mehr als vorher.

Das Einsparen über Arzneimittel funktionierte. Die Kosten konnten um fast 5 Prozent reduziert werden. Krankengeldauszahlungen kosteten die Krankenkassen in diesem Jahr  ebenfalls mehr als im Vorjahr. Krankengeld kostet die Krankenkassen somit mehr.