Gesetzliche Krankenversicherung: Mitarbeiter zahlt aus eigener Tasche

Wie das Versicherungsjournal berichtet, kann sich eine gesetzliche Krankenversicherung nicht auf Leistungsfreiheit stützen, wenn der Mitarbeiter dem Mitglied eine bestimmte Leistung zusagt. In einem Urteil vom 18. Dezember 2012 wurde genau solch ein Fall unter dem Az.: 12 U 105/12 beim Oberlandesgerichts Karlsruhe verhandelt.

Krankenversicherung Beratung

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Die Krankenkasse führte vorab ein Beratungsgespräch mit der Klägerin durch, nachdem sie zu dieser Kasse wechselte. Der Mitarbeiter sicherte der krebskranken Klägerin, die sich naturheilkundlich behandeln ließ, eine Übernahme von Behandlungskosten zu. Nach seinen Angaben soll die Kasse sogar Leistungen für Vitamine, Mineraltabletten oder Nahrungsergänzungs-Mittel übernehmen. Damit hat der Mitarbeiter der gesetzlichen Krankenversicherung zu viel versprochen, was eine gesetzliche Krankenkasse in einem normalen Umfang auch in der Regel überhaupt nicht leistet. Die Klägerin hatte zu einem späteren Zeitpunkt Belege bei dieser Kasse eingereicht, im Glauben, dass sie dafür eine Erstattung erhält. Der Mitarbeiter wollte den Fehler vor dem Arbeitgeber (Krankenkasse) verstecken. Er zahlte sogar erst einmal aus dem eigenen Portemonnaie an die Kundin der Krankenversicherung. Doch irgendwann konnte er sich die Zahlungen an das Mitglied nicht mehr leisten. Dann ist die Angelegenheit letzten Endes aufgefallen. Ob der Mitarbeiter jedoch noch weiterhin bei der Krankenkasse arbeitet ist nicht bekannt. Er verweigerte die Zahlung an die Klägerin, über eingereichte Belege naturheilkundlicher Behandlungen und Naturheilmittel. Diese wurden von der Klägerin vorab bereits bezahlt.

Die gesetzliche Krankenkasse steht in der Pflicht ausführlich zu beraten

Eine Krankenversicherung Beratung des Mitarbeiters war laut der Kasse völlig lebensfremd. Eine Zusage hinsichtlich dieser Behandlungen hätte er nie treffen dürfen. Die Klägerin sollte dies in der Regel wissen, da die allgemeinen Leistungen einer gesetzlichen Krankenkasse bekannt seien. Sie hätte nicht darauf vertrauen dürfen, so die Kasse.

Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe

Das Oberlandesgericht in Karlsruhe sah die Sache doch etwas anders als die Krankenkasse. Denn dort bekam die Klägerin Recht und die ausstehenden Beträge der Versicherten sind somit zu erstatten. Das Gericht ist der Meinung, das Krankenversicherer eine zutreffende Beratung leisten müssen. Sie stehen damit in der Pflicht bei ihren Versicherten und sollten über Rechte und Pflichten aufklären. Auskünfte sind unmissverständlich, klar, eindeutig, vollständig und richtig zu erteilen.

Der Öffentlichkeit ist der Leistungsumfang einer gesetzlichen Rahmen nicht bis ins Detail bekannt. Denn das Sozialversicherungs-Recht sowie die Sozialversicherungs-Bereiche und der Leistungsumfang sind sehr umfangreich. Die Meinung der Kasse kann nicht bestätigt werden, da es einem Patienten nicht zuzumuten ist, dass er sich mit allen diesen Dingen auskennen muss. Schließlich ist der Patient ja nicht der Mitarbeiter der Krankenkasse. Niemand kann etwas dafür, wenn der Mitarbeiter falsche Aussagen trifft. Die Klägerin erhielt zu Beginn einen Ausgleich der Zahlungen und dann auf einmal nicht mehr. Wie soll man das auch verstehen? Als die Dame weiter Rechnungen einreichte, wurde ihr gesagt, das System würde umgestellt werden oder die Einarbeitung neuer Mitarbeiter wäre dazwischen gekommen. Die Kasse musste die noch ausstehenden Beiträge zahlen. Revision wurde erst gar nicht zugelassen.

Krankenversicherung und die Praxisgebühr

 

Kommt endlich die Abschaffung der Praxisgebühr bei der Gesetzlichen Krankenversicherung?


Als die Praxisgebühr eingeführt wurde, wurde diese von der Politik hoch gelobt. Doch wie so vieles, was aus der Politik kommt, ist auch die Praxisgebühr nicht nur völlig unsinnig, sondern auch unsozial. Für die Ärzte bedeutet die Praxisgebühr einen hohen, bürokratischen Aufwand. Das Ziel, dass durch die Praxisgebühr die Patienten die Arztbesuche senken, wurde nicht erreicht. Betroffen von der Praxisgebühr sind vor allen Dingen sozial Schwache, die mit jedem Cent rechnen müssen. Es ist nicht nur an der Zeit, diesen Unsinn endlich abzuschaffen, sondern die Abschaffung ist längst überfällig.  


Die gesetzlichen Krankenkassen stehen heute vor einer ungewohnten Situation – sie haben Geld in der Kasse. Dieses Plus verunsichert auch den Bundesgesundheitsminister so sehr, dass die Erklärung bezüglich einer Etatlücke für ihn eine einfachere Situation wäre. Über diese überschüssigen Milliardenbeträge wird gefeilscht wie auf einem Basar oder unter Kamelhändlern.


Alle, die um das Plus in der Kasse feilschen, haben vergessen, dass diese Reserven nicht dem Staat gehören – somit wäre der Bundesgesundheitsminister nicht mit im Boot. Dieser Betrag, der satte 19,5 Milliarden Euro ausmacht, gehört den Versicherten. Wenn also über das Geld geredet wird in Bezug auf die Verwendung, dann sollte dieses Geld den Versicherten zugutekommen. Mit der Abschaffung der Praxisgebühr wäre ein erster Schritt gemacht. Diese Gebühr ist so witzlos und unnötig, dass sie bislang keine Vorteile gezeigt hat..


Trotz Gebühr geht der Kranke zum Arzt

Die Praxisgebühr, die im Jahre 2004 eingeführt worden ist, sollte die GKVs insoweit entlasten, als sie die Arztbesuche steuern und reduzieren sollte, was nicht funktioniert hat. Die meisten Deutschen bezahlen ihre Praxisgebühr so selbstverständlich wie ihr Busticket oder ihre Kinokarte. Einen Einfluss auf den Arztbesuch hat die Praxisgebühr bei den Patienten nicht erreicht und damit ihre Wirkung total verfehlt.


Zwar haben sich die Versicherten in der Anfangszeit nach der Einführung der Praxisgebühr etwas verhaltener gezeigt, wenn es um den Arztbesuch ging; doch zwischenzeitlich werden die Ärzte genauso oft besucht wie vor der Einführung – durchschnittlich 18 Mal im Jahr. Die Praxisgebühr hat nur eines erreicht – die Abschreckung für den Arztbesuch der sozial Schwachen, für die 10 Euro einige Tage zum Leben reichen müssen. Krankheiten werden somit verschleppt und wirken sich oft schlimmer aus, als wenn der Arzt unmittelbar nach den ersten Symptomen aufgesucht worden wäre. Für die Krankenkassen sind solche Fälle teurer – doch das wird meist verschwiegen

Selbst diejenigen, die für die Einführung der Praxisgebühr verantwortlich waren, sehen diese derzeit schon als völligen Unsinn an. Eine Abschaffung könne man sich nicht leisten – damit würde ja wieder einmal bewiesen, dass so manche Dinge aus Berlin unsinnig sind


Die Praxisgebühr hat zwei Milliarden Euro eingebracht


Die gesetzlichen Krankenkassen haben allein durch die Praxisgebühr zwei Milliarden Euro eingenommen. Dieses Geld konnten die GKVs wirklich gut gebrauchen, denn in den letzten Jahren ging es vielen Kassen recht schlecht. Zwei Milliarden sind eine stolze Summe, die den gesetzlichen Kassen gut getan haben, nicht nur in den Zeiten der abflauenden Konjunktur, sondern auch in denen, in den der Wohlstand vorhanden war.


Es ist ja richtig und völlig in Ordnung, dass es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass der Gesundheitsfonds und die gesetzlichen Krankenkassen hohe Reserven ansparen müssen, damit sie auch für die Zeiten gerüstet sind, in denen die Konjunktur nicht floriert. Es ist auch richtig, dass diese Reserven auch von der Pflegeversicherung angelegt werden müssen bzw. sollen – darüber wird noch heftig diskutiert.


Diese Reserven sind völlig richtig, dass bestreitet ja niemand. Doch umgekehrt wäre es auch richtig, Ärzte von einer übermäßigen Bürokratie zu befreien und wieder an die soziale Verantwortung für die Einkommensschwachen zu denken. Für die Versicherten sind die Diskussionen in Bezug auf die Überschüsse der gesetzlichen Krankenversicherungen nicht nur ärgerlich, sondern die Versicherten erwarten endlich auch mal Vorteile für sich. Damit haben die Diskussionen auch eine gute Seite, denn endlich wird wieder einmal die Praxisgebühr in den Fokus gestellt.

KKH Allianz Krankenversicherung

Eine Zusammenarbeit geht zu Ende

Vor drei Jahren, als die Welt noch in Ordnung war, beschlossen die gesetzliche Krankenversicherung KKH-Allianz und die private Krankenversicherung der Allianz eine Zusammenarbeit, die fruchtbar und nützlich sein sollte. Jetzt stehen sie vor der Trennung, die Ende dieses Jahres vollzogen werden soll.

Die Idee war gut – beide Versicherungen wollen die Ressourcen, die vorhanden waren, effektiv nutzen und für beide Bereiche – die gesetzliche wie die private Krankenversicherung – sollte eine effektive und exklusive Zusammenarbeit gewährleistet sein. Die Erwartungen waren hoch geschraubt und konnten daher – vielleicht – nicht erfüllt werden.

Damit die Versorgunglücke, die die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben, geschlossen werden kann, kamen beide Versicherungen zu dem Schluss, dass wenn die gesetzliche KKH-Allianz ihre Mitglieder in Bezug auf Zusatzversicherungen an die Allianz Krankenversicherung verweist, macht diese gute Geschäfte und kann auch neue Mitglieder werden – ein Vorteil, den die Konkurrenz nicht hat.

Da die gesetzlichen Krankenkassen durch die immer wiederkehrenden Leistungskürzungen nicht mehr alle Bedürfnisse erfüllen können, sind Krankenzusatzversicherungen gefragt wie nie zuvor. Der Vorteil der KKH-Allianz-Mitglieder war der, dass sie zu günstigen Prämien und guten Konditionen bei der privaten Allianz Krankenversicherung Krankenzusatzversicherungen abschließen konnten.

Jetzt steht zum Jahresende die Trennung bevor – eine Trennung, die aus rechtlichen Gründen aber auch aus politischen Gründen vollzogen wird. Tatsache ist aber auch, dass der erhoffte Erfolg ausblieb – jedenfalls nicht in vollem Umfang zum Tragen kam.

Die private Allianz Krankenversicherung muss sich nun wieder mit Agenturen ins Benehmen setzen, die ihre Angebote für die Krankenzusatzversicherungen vertreibt. Die KKH-Allianz will sich ab Januar 2013 einen neuen Namen zulegen und einen neuen Partner suchen.

Geschenke der Pharmafirmen anzunehmen ist keine Straftat

Krankenkassen

Ärzte, welche zu eng mit den Pharmafirmen zusammenarbeiten, wird immer wieder Korruption unterstellt, da sie verschiedene Medikamente bevorzugt verschreiben. Aus diesem Grund wurde ein Urteil des Bundesgerichthofes erwartet.

Einige Ärzte lassen sich von Pharmafirmen bezahlen

Der Bundesgerichtshof muss nun darüber entscheiden, ob Ärzte als Beauftragte der Krankenkasse arbeiten oder als Amtsträger zu sehen sind. Schecks in einer Höhe von 18000 Euro wurden durch eine Pharmareferendarin an unterschiedliche Ärzte übergeben. Ein „Verordnungsmanagement“ hatte Ihr Pharmaunternehmen etabliert und nach diesen Richtlinien hatte Sie gehandelt. Den Medizinern wurde dadurch eine Prämie von 5 Prozent für die verschriebenen Medikamente beschert. Nun sollte der Bundesgerichtshof Klarheit schaffen, ob es Rechtens ist, wie die Ärzte sich verhalten oder nicht.

Geschenke annehmen ist nicht strafbar

Ein niedergelassener Arzt ist weder ein Beauftragter der Kassen noch ein Amtsträger, so haben es die Richter entschieden. Wenn er also die Vorteile der Pharmaunternehmen annimmt, welche als Gegenleistung für die Verordnung einiger Medikamente sind, macht er sich nicht strafbar. Genauso kann keiner der Mitarbeiter wegen Bestechung angeklagt werden. Auch wenn die Kassen in die öffentliche Verwaltung eingeschlossen sind, so haben die Ärzte damit jedoch nichts zu tun.

Keine Beauftragten für die Kassen

Der Patient sucht sich seinen Arzt selbst aus, da das Verhältnis eine große Freiheit hat und durch die Krankenkassen in keiner Weise beeinflusst werden kann. Egal welchen Arzt der Patient wählt, die Krankenkassen müssen damit einverstanden sein. Die Verordnung der Hilfs- und Arzneimittel ist für die Kassen zwar sehr wichtig, doch das heißt nicht, dass aus diesen Gründen kein Arzt ein Beauftragter der Krankenkasse ist.


Bescheinigung von korruptem Verhalten

Dies jedoch wäre die Grundlage dafür, dass man die Ärzte belangen kann, dass sie bestechlich sind. Die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie ist also für die Ärzte nicht strafbar, laut geltendem Recht. Dies jedoch ist, laut den Richtern, korruptes Verhalten. Damit die Korruption im Gesundheitswesen bekämpft werden kann, ist der Gesetzgeber nun gefordert, Straftatbestände zu schaffen.

Präsident der Ärztekammer verteidigt duales Krankenversicherungssystem

Damit die PKV überleben kann, muss sie sich reformieren.Frank Ulrich Montgomery, der Präsident der Bundesärztekammer, verteidigt das duale System, das von den gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen getragen wird. Ausschließen will er jedoch nicht, dass auf beiden Seiten auch Versicherungen im Gesundheitswesen in die Pleite steuern können.

PKV im Gespräch

Der Ärztetag wird in Mitte Mai in Nürnberg über die Finanzierung der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung diskutieren. Beide Systeme seien reformbedürftig, so Frank Ulrich Montgomery in einem Interview mit Welt Online. Welt online fragte Herrn Montgomery, ob er erkennen könne, dass die Koalition einen Systemwechsel im Bereich der Finanzierung der GKVs eingeleitet hat, wie sie zu Beginn ihrer Regierung versprochen hatte. Der Systemwechsel sei, so Frank Ulrich Montgomery, eingeleitet worden mit dem einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent für die gesetzlichen Krankenkassen. Eine Finanzierung bei Steigerung der Ausgaben werde über einkommensunabhängige Zusatzbeiträge im Griff gehalten. Für Welt Online ist das jedoch kein Systemwechsel. Hier stimmte Montgomery zu. Die Zusatzbeiträge, so der Präsident der Bundesärztekammer, sind kein reines Prämienmodell; dieser Punkt war zwar innerhalb der Koalition diskutiert worden, jedoch fand er keine Mehrheit. Es kann jedoch als Einstieg bewertet werden.Welt Online hakte hier nach und fragte, warum dies nur als Einstieg bewertet werden kann. Auch darauf hat Montgomery eine Antwort. Derzeit haben die gesetzlichen Krankenkassen genug Geld, sodass sich die Politik in der nahen Zukunft über eine Finanzierung oder ein Prämienmodell keine Gedanken machen wird. Politisch gesehen ist es so, dass in der Politik nur kurz- oder mittelfristig gehandelt wird. Es wird keine Regierung grundlegende Reformen riskieren, wenn es nicht unbedingt sein muss. Doch ist es sicher, dass auch beim Gesundheitssystem eine Änderung der Finanzierung erfolgen muss.

 

Ist die derzeitige Mischung, so fragte Welt Online nach, die aus lohnabhängigen Beiträgen und Steuern besteht, in der Zukunft nicht mehr machbar?

 
Montgomery antwortete darauf wie folgt: Derzeit haben wir fast wieder Vollbeschäftigung. Das heißt, dass das Umlagesystem funktioniert. Wie die Zukunft aussieht, ist fraglich. Drei Beitragszahler, die arbeiten, finanzieren heute schon einen Versicherten, der Leistungen von der Krankenversicherung empfängt. Durch die niedrigen Geburtenraten der vergangenen Jahre wird das Verhältnis in etwa 30 Jahren anders sein. Dann könnte durchaus der Fall eintreten, dass ein arbeitender Beitragszahler einen Versicherten, der Leistungen empfängt, finanzieren muss. Jeder Leistungsempfänger kann sich dann also seinen höchstpersönlichen arbeitenden Versicherten aussuchen! Für Welt Online ist diese Erkenntnis nicht neu und fragt nach. Bisher haben sich die Ärzte immer zurückgehalten und keine eigenen Vorschläge gemacht. Sagen Sie uns, wie die dieses Thema angehen wollen beim Ärztetag in Nürnberg. Die Debatte, so Montgomery, über langfristig angelegte Veränderungen sei dringend und notwendig. Politisch doch derzeit sehr problematisch und damit schwierig. Wir werden uns Gedanken machen, wie trotz immer weniger Ressourcen die Qualität des bestehenden Gesundheitssystems konstant gehalten werden kann. Damit dies gelingt, wird der Wettbewerb zwischen der GKV und PKV gebraucht. Hier garantiert ein umfangreicher Katalog Leistungen, die positiv für alle Patienten sind. Montgomery warnte ausdrücklich davor, das duale System zu ändern. Welt Online fragt nach: Herr Montgomery ist es also richtig, dass Sie gegen eine Bürgerversicherung sind. Diese wird von SPD und Bündnis90/DieGrünen gefordert und früher oder später darauf hinauslaufen, dass die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die privaten Krankenversicherungen (PKV) fusionieren müssen.

 
Montgomery hält eine Bürgerversicherung nicht für umsetzbar. Jedenfalls keine, die die PKV abschaffen will. Einer verfassungsrechtlichen Überprüfung hat bisher kein bekanntes Modell standgehalten. Es ist zum Beispiel ein Eingriff, der einer Enteignung gleicht, wenn alle Einkommen in die Berechnung der Krankenversicherungsbeiträge fließen würden. Zum Finanzamt dürften die Krankenkassen nicht werden.

 
Die PKV, so Welt Online hat bisher als Vorbild gegolten. Derzeit hat sie jedoch mit sinkenden Erträgen aus den Kapitalrücklagen zu kämpfen, Von Verbraucherschützer werden die steigenden Prämien heftig kritisiert. Jetzt will die PKV ihre Ausgaben begrenzen, insbesondere im Bereich der Ärztehonorare.

 

Ist das für die PKV zukunftsfähig?

 
Grundsätzlich ist die PKV zukunftsfähig, so Montgomery. Doch wie bei allen anderen Brachen gibt es gesunde private Krankenversicherungsgesellschaften und andere, die mit Problemen zu kämpfen haben. Dies ist jedoch kein Systemfehler, sondern liege bei den einzelnen Versicherungsgesellschaften und ihrer Wirtschaftspolitik. Dieses Problem ist nicht hausgemacht, denn auch bei den gesetzlichen Krankenkassen stehen nicht alle gut da. Die Kritik bezüglich der explosiv ansteigende Beiträge bei Privatversicherern ist nicht berechtigt, denn extreme Prämienerhöhungen wurden von den Gesellschaften vorgenommen, die mit viel zu niedrigen Beiträgen neue Kunden geködert haben, was er als unseriös empfindet. Nicht nur die Versicherer haben unseriös gehandelt, denn auch die Kunden sollten sich fragen, ob die Erwartungen bei derart niedrigen Beiträgen nicht wirklich realistisch waren.

 

Was folgt daraus, so die Frage von Welt Online?

 
Montgomery antwortet: Gerade die privaten Krankenversicherungen müssen erkennen, dass eine Marktbereinigung unabdingbar ist, denn auch die Privatversicherer stehen nicht alleine, sondern im Wettbewerb. Zum Wettbewerb gehört nun einmal, dass nicht lebensfähige Unternehmen auf dem Markt nichts zu suchen haben und verschwinden. Die Ursachen können sein z. B. ein Insolvenzantrag, eine Pleite oder anderes. Derzeit ist es so, das die PKV um ihre Kosten zu senken, nachdrücklich und laut nach staatlicher Hilfe ruft, was anrührend ist. Die PKV will, wenn es für sie nützlich ist, eine Gleichbehandlung wie die GKV und will z. B. eine Gesundheitskarte oder Arzneimittelrabatte, damit die Gewährung von Sachleistungen garantiert werden kann.

 

Begrenzung von Maklerprovisionen? Hakt Welt Online nach

 
Montgomery lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Seine Antwort ist die, dass es sich hierbei auch um ein schönes Beispiel handeln würde. Er begrüße diesen Schutz aus gesundheitspolitischen Gründen. Jedoch finde er es völlig absurd, dass sich die PKV gegen ihre eigenen Makler nur mit einem Gesetz schützen kann. Er warnte die PKV eindringlich vor einer Angleichung mit den gesetzlichen Krankenkassen. An einer leistungsfähigen privaten Krankenversicherung haben vor allen Dingen wir als Ärzte ein großes Interesse, denn ohne die PKV währen viele Therapien und neue Formen der Diagnostik nicht vorhanden – jedenfalls nicht für alle Patienten, die jetzt davon profitieren. Dadurch, dass die PKV diese Dinge schnell genehmigt, werden die gesetzlichen Krankenkassen nur allzu oft in Zugzwang, gesetzt. Das Ergebnis ist dann das, dass sie der PLV folgen und somit auch die Versicherten der GKV noch den Innovationen profitieren. Welt Online fragt weiter: Derzeit steht der Vorwurf der PKV im Raum, dass die Ärzte die privaten Krankenversicherungen schröpfen würden, was bedeutet, dass Privatpatienten übermäßig häufig untersucht werden würden und zu viele Leistungen bekämen. Dagegen verwehrt sich Montgomery. Das sei nicht richtig und stimmt auch nicht. Fakt ist doch, dass jährlich mehrere Zehntausend Versicherte den gesetzlichen Krankenkassen den Rücken kehren und zu den privaten Krankenversicherungen wechseln. Es ist also kein Geheimnis, dass die PKV wächst. Fakt ist auch, dass die Versicherten der PKV älter werden. Wenn man sich das vor Augen hält, ist eine Steigerung der Ausgaben für die Leistungen, die die Ärzte erbringen, von knapp fünf Prozent jährlich nicht viel.

 
Die Höhe der Provisionen, die die Makler von der PKV jährlich erhalten, hält Frank-Ulrich Montgomery für dramatisch. Die Höhe der jährlich ausbezahlten Provisionen beträgt etwa 2,7 Milliarden Euro. Dieser Betrag ist nur halb so hoch, wie die PKV für die Arztleistungen ausgibt. Sicher ist das viel Geld und genau bei den Maklerprovisionen muss die PKV sparen. Es ist allerdings ein Armutszeugnis, das sie dafür den Staat und die gesetzliche Hilfe der Regierung in Anspruch nehmen muss. Sie könnten der PKV beim Sparen helfen, so Welt Online. Immerhin wird derzeit über eine neue Gebührenordnung von beiden Seiten verhandelt. Wie weit sind diese gediehen? Montgomery gibt daraufhin zur Antwort, dass es sich hierbei um ein hochkomplexes Thema handelt. Derzeit wird mit einer Gebührenordnung gerechnet, die auf einer gemeinsamen Kalkulationsbasis aufgebaut werden kann. Sicher ist jedenfalls, dass keine neue Gebührenordnung in dieser Wahlperiode in Kraft treten wird. Ein gemeinsamer Entwurf soll noch in diesem Jahr präsentiert werden. Es soll ein Entwurf sein, der die Akzeptanz jeder Regierung finden soll und keine mehr an ihm vorbeikommt. Die Frage von Welt Online ist, ob die Versicherungen direkt mit Ärzten über deren Preise verhandeln sollen und damit von der Gebührenordnung abweichen, damit sie Geld sparen können? Montgomery entgegnet, dass es in der neuen Gebührenordnung für Zahnärzte keine Öffnungsklausel gibt und diese auch definitiv nicht gebraucht wird.

 
Welt Online fragt, ob er es als einen Konflikt ansehen würde, dass einerseits für die PKV, wie auch für andere Unternehmen, die Marktgesetze gelten, die PKV aber eine soziale Verantwortung als Krankenversicherer habe. Bislang können sich schwer kranke Menschen faktisch nicht privat versichern und auch schwangere Frauen haben bei der privaten Versicherung keine Chance. Montgomery hält es für problematisch, dass oft hohe Risikozuschläge auf die Beiträge für kranke Menschen dazukommen, wenn sie sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern wollen. Über die Thematik, inwieweit solche Risikozuschläge zu vertreten sind, müsse man reden. Eine Frau während ihrer Schwangerschaft als Kundin abzulehnen entspricht nicht dem Geschäftsmodell der PKV. Es ist auch nicht das Geschäftsmodell der PKV, wenn sie diese Frau erst dann als Kundin nimmt, wenn das Kind gesund geboren ist. Es gäbe keinen Grund dafür, dass so gehandelt wird. Es müsste auch für die PKV einen Kontrahierungszwang geben. Über die Thematik, wie die PKV mit ihrer sozialen Verantwortung umgeht und dieser gerecht wird, muss sie sich Gedanken machen.

 

Welt Online fragt nach, ob die Branche ihre Reformen selbst in den Griff bekommt

 
Hier ist Montgomery sehr zuversichtlich, denn er würde mit vielen Managern der PKVs Gespräche führen und er denke, dass die Branche es alleine schafft. Natürlich gibt es auch bei den PKVs Unternehmen, die mit allen Mitteln ums Überleben kämpfen. Hilfreich wäre hier eine ordnende Hand, z. B. vom PKV-Verband, auch wenn er nur unterstützend und beratend Einfluss nehmen kann. Derzeit muss die PKV etwas tun, denn einerseits wird die Luft für sie immer dünner. Es müssen Reformen gemacht werden, damit das Geschäftsmodell PKV nicht infrage gestellt werden kann.

Die privat Versicherten sehen die PKV als Privileg

Der überwiegende Teil der privat Krankenversicherten sieht sich mit der privaten Krankenversicherung als bevorteiligt gegenüber gesetzlich Versicherten.

Die meisten privat Versicherten würden demnach niemals freiwillig in die gesetzliche Krankenkasse wechseln. Gleichzeitig sinkt jedoch das Verständnis der Versicherten für permanente Beitragserhöhungen.
Der Unmut in Anbetracht ständiger Erhöhungen wächst und wirkt sich sogar auf die Gesamtbetrachtung der Leistungen aus. So bewerten Mitglieder nachweislich die Leistungen der PKV im Krankheitsfall negativer, wenn diese zuvor wieder eine Beitragserhöhung hatten. Um die Versicherten bei Laune zu halten und sie vor allem nicht als Kunden zu verlieren, bleibt der PKV nur übrig, die Leistungen und die Abwicklung im Krankheitsfall, qualitativ besonders hochwertig zu gestalten. Das verringert auf Dauer die Kündigungen der privat Versicherten bei eventuellen Erhöhungen.

Zusatzversicherungen wie z.B. für Sehhilfen oder eine Zahnersatz Zusatzversicherung ist stark nachgefagt und sehr beliebt. Mit Hilfe von Zusatzversicherungen kann auch der gesetzlich Versicherte seine speziellen Anforderungen an die Gesundheitsleistungen verbessern. Z.B. wenn man besonderen Wert auf eine alternative Medizin in Form von Heilpraktikerberatung legt, kann man eine Heilpraktikerversicherung abschließen und muss dann im Fall, wenn man krank ist und einen Heilpraktiker aufsucht, die Kosten nicht selbst oder nur zu einem Teil tragen.

Warum der Schritt von Kindern in die PKV sehr gut überlegt sein sollte

Geht es um die Krankenversicherung, sollten Verbraucher genau überlegen, welche Vor- und Nachteile mit einem Wechsel verbunden sind. Vor allem im Bezug auf Kinder – auch wenn diese noch nicht vorhanden sind – sollten einige Dinge berücksichtigt werden.

Wenn beide Elternteile in der privaten Krankenversicherung, kurz PKV, versichert sind, dann muss für die Kinder ebenfalls ein Vertrag in der PKV geschlossen werden. Eine Familienmitversicherung, wie es in der gesetzlichen Krankenversicherung, kurz GKV, möglich ist, gibt es in der Privaten nicht. Alternativ dazu könnte ein Kind aber auch freiwillig in der GKV versichert werden.

Ist aber nur ein Elternteil privat versichert und der andere gesetzlich, dann haben die Eltern in bestimmtem Umfang die Wahl, wie sie ihren Nachwuchs krankenversichert. So kann das Kind nur dann in der GKV familienversichert werden, wenn der GKV-versicherte Elternteil weniger verdient als der Elternteil, der in der PKV versichert ist. Ausnahmen sind bei unverheirateten Elternteilen gegeben.

Zudem ist es immer wichtig, die vielen verschiedenen Angebote der privaten Krankenversicherer miteinander zu vergleichen. In der PKV bekommen Kinder generell niemals höhere Gesundheitsleistungen zu besseren Konditionen als die Eltern selbst. Somit bekommen Kinder in der PKV nur dann die besten Leistungen, wenn auch die Eltern selbst bestens krankenversichert sind. Die Konditionen der Versicherung für Kinder sind sehr unterschiedlich und so ist es wie bei vielen anderen Dingen, z.B. dem Handyvertrag oder bei der Suche nach einem Broker für das Forex Trading: immer erst vergleichen und dann erst für eine bestimmte Gesellschaft entscheiden.

Zahlreiche private Krankenversicherer locken mit einem Bild von jungen und dynamischen Menschen, Sneakers an den Füßen, vor Energie strotzend. Es wird der Anschein erweckt, mit einer PKV kann man ohnehin nicht krank werden. Die Realität sieht natürlich ganz anders aus und so sollte man sich niemals von werbenden Bildern beeinflussen lassen, sondern knallhart die Fakten miteinander vergleichen.

Arbeitgeber zahlen Zuschüsse zur Krankenversicherung

Unabhängig davon, ob man in einer gesetzlichen Krankenkasse Mitglied ist oder aber Versicherungsnehmer in der PKV: Als Arbeitnehmer erhält man die Hälfte der Krankenkassenbeiträge vom Arbeitgeber erstattet.

Während sich allerdings der Arbeitgeberzuschuss zur gesetzlichen Krankenkasse ganz einfach mittels des ausgezahlten Lohn oder Gehalts berechnen lässt, verhält sich das bei Mitgliedern der privaten Krankenkasse etwas anders. Auch hier zahlt der Arbeitgeber zwar die Hälfte, jedoch ist dieser Betrag nicht einkommensabhängig.

Die Gesundheitsreform hat nun einige Neuerungen mit sich gebracht, deren Regelungen nun aber unbedingt Beachtung bedürfen. Zum 1. Januar diesen Jahres erfolgte die Anhebung des allgemeinen Beitragssatzes zur gesetzlichen Krankenkasse auf einheitlich gültige 15,5 Prozent. Zusätzlich haben die Krankenkassen dann noch die Möglichkeit, weitere und meist auch erheblich höhere zusätzliche Beiträge zu erheben.

Die privaten Krankenkassen stehen dem in nichts nach und folgten gleichermaßen mit einer Erhöhung. Hier wurde beispielsweise der Höchstbetrag des sogenannten Basistarifs um einige Prozentpunkte angehoben. Um diese notwendige Erhöhung jedoch wieder auszugleichen, soll es wechselwilligen Versicherungsnehmern der gesetzlichen Krankenkassen im Zuge dessen jedoch deutlich leichter gemacht werden in die PKV zu wechseln. Verkürzte Wartezeiten wurden eingeführt, was den Wechsel für viele Versicherungsnehmer erheblich erleichtert und einen kleinen Ausgleich zu den zuvor erhöhten Beitragssätzen schafft.

 

Erst gekürt – dann kam die Durchsuchung

Gute Nachrichten von Krankenversicherung sind selten geworden, nicht für die Securvita BKK. Vom Wirtschaftsmagazin EURO wurde die Krankenkasse in der Ausgabe 4/2011 als beste Krankenkasse gekürt. Jetzt steht die Kasse im Fokus von Ermittlungen, die zu einer Razzia geführt haben. Drei Staatsanwälten und 80 Polizisten rückte an und durchsuchten die Geschäftsräume der Krankenversichrung Securvita BKK.

Der Verdacht der schweren Untreue in einem besonders schweren Fall sei nicht gegen die Krankenversicherung gerichtet, sondern gegen ehemalige und aktuelle Mitglieder aus den Führungsetagen. Dazu gehören auch Thomas Martens, der der Gründer der Krankenversicherung Securvita BKK ist und Ellis Huber vom Vorstand.

Bei den Ermittlungen geht auch um Vertragsabschlüsse, die fragwürdig sind. Durchsucht wurden die Räume von Gesellschaften und Unternehmen, die am Lübeckertordamm ihren Firmensitz haben und zur Securvita-Unternehmensgruppe gehören sowie den Hauptsitz der Securvita-BKK. Beschlagnahmt wurde eine große Menge Unterlagen.

Die Vorwürfe des Bundesversicherungsamtes sind, dass Thomas Martens die Interessen der BKK unangemessen vertreten und somit den Versicherten großen Schaden zugefügt habe. Desweiteren sei eine Interessenkollision vorhanden, da Thomas Martens eine zentrale Rolle sowohl bei der Krankenkasse als auch bei der Unternehmensgruppe inne hat.

Das Bundesversicherungsamt und die Unternehmensgruppe sowie die Krankenkasse äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Der Antrag des BVA, Martens und Huber von ihren Posten zu entheben, ist beim Verwaltungsrat der Krankenkassen gescheitert.

Securvita BKK und die Razzia

So viele gute Nachrichten kamen von der Krankenversicherung Securvita. Gute Nachrichten vor allen Dingen in den Bereichen Kundenwachstum und Leistungsvergleich. Nun kommt eine andere Nachricht, die nicht gut ist. Mit drei Staatsanwälten und 80 Polizisten rückte die Justiz an und durchsuchte die Geschäftsräume. Die Krankenversichrung Securvita hatte ihre erste Razzia.

Aus Justizkreisen ist zu hören, dass sich kein Verdacht gegen die Krankenversicherung direkt zeigt, sondern die Ermittlungen wurden gegen ehemalige und noch aktuelle Mitglieder aus den Führungsetagen aufgenommen. Unter den Verdächtigen, gegen die wegen schwerer Untreue ermittelt wird, soll sich auch Thomas Martens befinden, der der Gründer der Krankenversicherung Securvita ist sowie Ellis Huber aus dem Vorstand.

Es geht um Vertragsabschlüsse, die fragwürdig sind und hierbei ganz besonders um den Mietvertrag, der den Hauptsitz am Lübeckertordamm betrifft. Der Schaden, der dem Dritten zugefügt wurde, soll sich auf etwa 18 Millionen Euro belaufen.

Zwar hat die Securvita Krankenversicherung die Durchsuchung bestätigt, doch über den Verdacht sowie über den Vorgang allgemein wollte niemand sprechen. Auch Thomas Martens wies jeden Verdacht von sich. Schon im Mai 2010 wurde gegen ein ehemaliges Mitglied des Vorstandes Anzeige erstattet, sodass sich auch die Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen, das Bundesversicherungsamt, eingeschaltet und ermittelt hat.  Nun hat das Landeskriminalamt eine Razzia durchgeführt – auf das Ergebnis muss man noch etwas warten.