Rentenvorsorge

Mit einer Rentenversicherung sind Sie als freier Bürger in der Lage für das eigene Alter vorzusorgen. Ein abgeschlossener Vertrag führt Sie durch das weitere Leben. Sie bekommen eine Rente und zusätzlich, die im Vertrag fest verankerte Überschusszahlung. Bei einer privaten Rentenversicherung trägt die Versicherungsgesellschaft das Risiko. Sie entscheiden über einen wichtigen Beitrag der eigenen Altersvorsorge. Die finanziellen Gegebenheiten und das Risikoverhalten sind bei einer Vermögensanlage stets eingehend zu prüfen. Sie sollten zwischen den verschiedenen Produkten eine passende Auswahl treffen. Über die besten Rentenversicherungen informieren die Finanzexperten.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland dient zur finanziellen Absicherung der abhängig Beschäftigten. Aber auch eine freiwillige Versicherung ist möglich. Neben den Altersrenten werden auch Renten wegen geringfügiger Arbeitsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten ausgezahlt. Für die gesetzliche Rentenversicherung ist es charakteristisch, dass sie durch eine Umlage finanziert wird. Die arbeitenden Beitragszahler finanzieren die Renten für die, aus dem Erwerbsleben ausscheidenden Arbeitsnehmer und sichern sich damit, selbst einen Anspruch auf eine eigene zukünftige Rente. Der öffentliche Träger der gesetzlichen Rentenversicherung ist die deutsche Rentenversicherung. Wer eine Rente bei Erreichen der festgelegten Altersgrenze beantragt, erhält nach geltendem Recht eine Rente ausgezahlt.

Die private Rentenversicherung

Als private Rentenversicherung wird ein Versicherungsvertrag bezeichnet, bei dem ab einem bestimmten Zeitpunkt, dem Versicherten eine Leibrente gezahlt werden soll. Der Vertrag ist im rechtlichen Sinne einer Lebensversicherung sehr ähnlich. Er wird jedoch nicht auf das Risiko eines Todesfalles abgeschlossen, sondern soll das wirtschaftliche Risiko eines längeren Lebens absichern.

Die Altersrückstellung bei der privaten Versicherung

Mit dem Sparanteil des Beitrags werden die sogenannten Altersrückstellungen bei PVK aufgebaut, um die steigenden Kosten im Alter zu decken. Der Versicherte zahlt in jüngeren Jahren einen höheren Beitrag, als das statistische Risiko aktuell aussagt. Die Kalkulation mittels Altersrückstellungen bei PVK bewirkt, dass frühzeitig finanzielle Mittel für die im vorgerückten Alter zunehmenden Kosten zurückgelegt werden. Im Alter ist der Beitrag dann niedriger. Diese Beitragskalkulation erspart dem Versicherten hohe Beiträge. Die Alterungsrückstellung übernimmt eine zeitliche Ausgleichfunktion. Die Nettoprämie ist in jungen Jahren höher als die Risikoprämie.
Personen in Deutschland, die ab dem Jahre 2009 eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben und zu einem anderen Versicherer wechseln möchten, können ihre Alterungsrückstellungen mitnehmen.

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Abschlusskosten bei den PKVs differieren


Nach offiziellen Angaben würden sich die Abschlusskosten im Geschäftsjahr 2011 im Rahmen von 7,9 % bewegen – in Bezug auf die verdienten Bruttobeträge. Doch weit gefehlt, knapp die Hälfte übertraf die 10%-Marke.

Die PKV Abschlüsse

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Damit schlugen bei gut der Hälfte der privaten Krankenversicherern im Jahre 2011 die Provisionen und Maklercourtagen mit mehr als 10 % zu Buche. Bei etwa 40 % der Anbietern lag der Aufwand zwischen 5 % und 10 %. Der Rest gäbe für die Gewinnung von Neukunden weniger als 5 % aus.

Genaue Angaben zu den Abschlusskosten der einzelnen Versicherungen liegen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht vor, doch eine Veröffentlichung gäbe es nicht aufgrund der Verschwiegenheitspflicht, so die Antwort des Bundesministeriums der Finanzen auf die Anfrage der Linksfraktion (siehe hierzu die Bundestagsdrucksache 17/11501).

34 privaten Krankenversicherungen wurden unter die Lupe genommen und lediglich die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. hatte mit 1,9 % den günstigsten Abschlusskostensatz, während die Huk-Coburg mit 3,5 % und die Debeka mit 4,2 % dahinter lagen. Danach geht es ab 5,6 % aufwärts. Mit 26,6 % ist die Ergo Direkt Krankenversicherung AG die PKV, die die höchsten Abschlusskosten verbuchen muss, direkt dahinter die HanseMerkur mit 20,2 %.

Im Geschäftsjahr 2011 konnten 27 % der Gesellschaften Überschüsse verbuchen, das sind 13 Unternehmen in Bezug auf die derzeit der 48 Unternehmen am Markt. Dabei drückt auch die Nettoverzinsung des Zinsumfeldes auf die privaten Krankenversicherungen, bei denen mehrheitlich noch ein Jahr zuvor eine Nettoverzinsung erreicht werden konnte, die mehr als 4 % betrug; im Jahre 2011 waren es nur noch acht Gesellschaften, die eine solche Verzinsung erreicht haben.

Krankenversicherung: Gesundheitsfragen beachten

Die private Krankenversicherung nimmt nicht jeden an. Wenn bestimmte Krankheiten bekannt sind, kann ein Antrag zur Ablehnung führen. Häufig gehen die Berater zu leichtsinnig mit dem Thema Gesundheitsfragen um. Überall werden Billigtarife mit Krankenversicherungsvergleichen angeboten, doch was der Leihe manchmal nicht weiß ist, dass bei den Gesundheitsfragen auch geschummelt wird.

Krankenversicherung Gesundheitsfragen

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Gesundheitsfragen müssen durch den Versicherungsmakler oder Ausschließlichkeitsvermitter einer Gesellschaft ernst genommen werden. Dem Interessenten muss klar gemacht werden, dass wenn er vor einem Krankenversicherung Wechsel seine bestehende PKV kündigt, unter bestimmten Umständen seinen Versicherungsschutz verlieren kann. Die Reihenfolge sollte genau umgekehrt sein: Erst stellt man den Antrag, um zu prüfen, ob die neue Krankenversicherungsgesellschaft diesen annimmt und nach Bestätigung (Policierung) kündigt man erst. So sieht es auch das Landgericht Dortmund. Ein Makler muss bei den Gesundheitsfragen klar rüber bringen, dass es dabei um Fragen des Versicherungsunternehmens geht. Beim Gericht ging es um eine Klage eines Versicherungsnehmers, der eine Krankenversicherung über einen Versicherungsmakler abgeschlossen hat. Bei Fragen zum Gesundheitszustand wurden nur zwei Zahnimplantate angegeben. Die letzten 5 Jahre wurden dort abgefragt. Ende 2011 erkrankte der Versicherte an Borreliose, was herausgekommen ist, als der Mann einen Heil- und Kostenplan für Zahnersatz einreichte. Die Zahlbehandlung musste aufgrund dessen aufgeschoben werden. Der Vertrag der PKV wurde durch die Versicherung aus diesem Grund rückwirkend gekündigt.Der Versicherungsnehmer verschwieg Krankheiten wie die Borreliose und zusätzliche Therapien wegen Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Kopf- und Gelenkschmerzen.

Die Kündigung sei unwirksam, ist die Meinung des Landgerichts Dortmund. Das Versicherungsverhältnis bleibe weiterhin bestehen. Der Grund dafür ist, weil der Versicherungsmakler unabhängig ist und nur eine Frage nach überkronten Zähnen stellte und dabei nur einen Verweis auf den Namen der Versicherungsgesellschaft gegeben hat. Dabei war nicht deutlich zu erkennen, dass es um die Fragen der Versicherungsgesellschaft ging. Ein Warnhinweis muss in den Unterlagen hervorgehoben sein mit dem Hinweis auf Verlust des Versicherungsschutzes, wenn die Fragen nicht richtig und ordnungsgemäß beantwortet werden. Es kann scheinbar doch zur Kündigung kommen oder zu einer Vertragsanpassung, so wie die gleichbleibende Schrift lautet. D.h. für den VN können die Beiträge teurer werden oder Leistungen können sogar aus dem Vertrag ausgeschlossen werden und das auch noch rückwirkend. Somit wäre ein Teil des Versicherungsschutzes verloren gegangen. Doch die Belehrung sei unzureichend gewesen, so dass der Versicherer nicht vom Rücktrittsrecht Gebrauch machen kann.

Landgericht Dortmund, Az.: 2 O 213/12

Die Barmer GEK fordert die Abschaffung der PKVs

Die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen fordert der stellvertretende Vorsitzende der Barmer. Nicht das, sondern auch die Beibehaltung der Praxisgebühr, die ab Januar 2013 abgeschafft wird.

praxisgebühr

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Dass die gesetzlichen Krankenkassen die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen fordern – das ist nicht neu. Die Gründe, so Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK, seien die, dass es, sozialpolitisch gesehen, keinen Sinn macht, dass Beamte und Besserverdienende in der privaten Krankenversicherung versichern lassen können, während der Rest die gesetzliche Krankenkasse in Anspruch nehmen muss. Schlenker betonte, dass es nur in Deutschland dieses Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung geben würde. Auch sei es nicht mehr hinzunehmen, dass Versicherte der privaten Krankenversicherung denen der gesetzlichen Krankenkassen vorgezogen bzw. bevorzugt werden. Dabei kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der Barmer nicht die privaten Krankenzusatzversicherungen, sondern primär die Krankenvollversicherung.

Umgehend auf diese Äußerungen reagierte der Verband privater Krankenversicherungen. Es ist schlicht nicht richtig, dass es in Deutschland eine Zweiklassenmedizin gibt, denn alle Gesundheitsleistungen, die der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung, seien auf sehr hohem Niveau.

Außerdem bezahlt eine Vielzahl von privat Krankenversicherten für die medizinischen Leistungen viel höhere Honorare. Dies ist gut für das Gesundheitssystem, das durch die Mehreinnahmen in die Ausstattung wie neue Geräte, moderne Behandlungsmethoden investiert. Dominik Heck, der Sprecher des Verbandes privater Krankenversicherungen stellt die Summe von 10 Milliarden Euro in den Raum, die als Honorare für Ärzte von privat Krankenversicherten mehr bezahlt worden seien, als wenn diese in der gesetzlichen Krankenkasse versichert gewesen wären.

Bei der Abschaffung der Praxisgebühr sind sich sowohl Rolf-Ulrich Schlenker und Dominik Heck einig. Beide sind dagegen. Zwar würden Patienten finanziell und die Ärzte verwaltungsmäßig entlastet werden, doch nicht alle Versicherten profitieren von der Abschaffung. Hier machen nur die Versicherten Gewinn, die regelmäßig den Arzt aufsuchen. Fairer wäre eine Beitragssenkung für die GKV gewesen, so Dominik Heck.

Die Unisex-Tarife lösen die Bisex-Tarife ab

Ab 21. Dezember 2012 werden die bisherigen Tarife – auch Bisex-Tarife genannt – von den geschlechtsneutralen Tarifen, den Unisex-Tarifen abgelöst. So hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Das Gericht hielt es für nicht mehr akzeptabel, dass Männer und Frauen bei vielen Versicherungsarten unterschiedliche Prämien bezahlen müssen, in denen das Geschlecht bei der Beitragsgestaltung eine Rolle spielt. Viele Versicherungen werden daher für Frauen ab dem 21.12.2012 günstiger und einige teurer. Das gilt auch im Umkehrschluss für Männer.

Krankenversicherung Bisex und Unisextarife

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Die Versicherungsgesellschaften haben viel Geld in die Werbung gesteckt, die die Männer vor dem Stichtag (21.12.2012) zum Abschluss einer Versicherung ermuntern sollen. Solange die Bisex-Tarife gelten, solange sind Kranken- und Pflegeversicherung sowie Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen für Männer günstiger im Beitrag. Nach dem Stichtag werden die Männer mit den Frauen bei der Beitragsgestaltung gleichgesetzt und müssen tiefer in die Tasche greifen. Das kann teuer werden, denn besonders bei den privaten Pflegeversicherungen können die Beiträge bis zu 40 % in die Höhe schnellen.

Auch wenn die Frauen erwarten, dass die Kranken-, Pflege-, Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung für sie deutlich günstiger wird, werden die Frauen mit Sicherheit enttäuscht sein. Es ist zu befürchten, – und die Anzeichen sprechen dafür – dass die Beiträge sich auf dem derzeitigen Beitragsniveau für Frauen bewegen werden. Damit haben Männer höhere Beiträge zu erwarten, doch die Frauen haben weder gewonnen noch verloren – für sie bleibt es sicherlich beitragsmäßig so wie bisher.

Gleichzeitig wird von den Versicherungsgesellschaften der Rechnungszins gesenkt auf 2,75 % von bisher 3,5 %. Der Rechnungszins ist nichts anderes als ein Prozentsatz, der für die Anlagen der Kundengelder kalkuliert wird. Gesenkt wird der Rechnungszins deshalb, weil die Marktzinsen verloren haben und – auch in absehbarer Zeit – nicht steigen werden. Damit werden die Unisex-Tarife belastet, und zwar mit etwa 5 % – einer Belastung, die auf die Beiträge zugeschlagen wird. Die private Krankenversicherung wird teurer – keine Frage.

Private Krankenversicherungen wehren sich gegen Laborkosten

In vielen Fällen sind die privaten Krankenversicherungen nicht bereit, die Laborkosten sowie die Materialkosten in voller Höhe zu übernehmen. Die Laborkosten entstehen in der Regel beim Zahnarzt. Deshalb kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Versicherungsgesellschaft und Versicherten.

Krankenversicherung gegen Abrechnung

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Die Gebührenordnung für Zahnärzte sagt jedoch im $ 9 aus, dass die tatsächlich Kosten, die für zahntechnische Leistungen entstanden sind, berechnet werden können, sofern diese nicht mit den Gebühren nach dem Gebührenverzeichnis und dessen Bestimmungen abgegolten sind. Dabei ist die Angemessenheit so zu beurteilen, wie sie sich im $ 632 Abs. 2 BGB findet bzw. an diesen Paragrafen angelehnt ist. Bemessen wird die Angemessenheit an ortsüblichen vergleichbaren Leistungen und deren Vergütung – so das Urteil vom Oberlandesgericht Stuttgart vom 13.05.1996, Az. 7 U 40/95, sowie des Landgerichts München I mit Az. 12 O 18582/04 vom 19.05.2006. Begrenzt an den Durchschnittswert ist die Angemessenheit jedoch nicht automatisch. D. h., dass auch die Sätze berechnungsfähig sind, die den Durchschnittswert erheblich übersteigen (Urteil vom 21.06.2002 des Oberlandesgerichts Düsseldorf mit Az. 8 U 118/01).

Zugrunde gelegt werden bei der Berechnung von Zahnarztvergütungen an den privat Versicherten die konkreten Arbeiten sowie der Schwierigkeitsgraf, der Zeitaufwand und besondere Anforderungen an den Zahntechniker (Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 07.05.1996 Az. 4 U 43/95).

Die Gerichte sehen den Sachverhalt so, dass die privaten Krankenversicherungen mehr als nur die Mindestversorgung leisten, die die gesetzlichen Krankenkassen vorgeben. Das ist auch die Ansicht des Bundesgerichtshofs, der mit Urteil vom 18.01.2006, Az. IV ZR 244/04 den Sachverhalt bestätigte.

Was nun die Angemessenheit nach $ 9 der Gebührenordnung für Zahnärzte angeht, greift hier die Bundeseinheitliche Benennungsliste für zahntechnische Leistungen und ihre Begrenzung nicht. Für die Versicherten bedeutet das, dass sie die Laborleistungen der zahnärztlichen Behandlung erstattet bekommen. Als Beweis genügt er Laborbeleg, der aufzeigt, dass Preis für die Leistungen angemessen ist.

Männer müssen ab 21.12.2012 tiefer in die Tasche greifen

Der 20. Dezember 2012 ist fast schon ein magisches Datum – ein Datum, das vor allen Dingen Männer zu beachten haben. Schon einen Tag später müssen Männer bei Abschluss einer Kranken-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung für die Beiträge tiefer in die Tasche greifen als Frauen. Der Grund dafür sind die Unisex-Tarife, die vom Europäischen Gerichtshof beschlossen wurden und an dieses Urteil haben sich die Versicherungsgesellschaften zu halten.

pkv beitrag

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Neukunden erhalten bei Abschluss einer dieser Versicherungen also ab 21.12.2012 nur noch die geschlechtsneutralen Einheitstarife – die Unisex-Tarife. Bei Abschluss einer KFZ-Versicherung allerdings ist es genau umgekehrt – hier waren die Frauen im Vorteil und müssen bei einem Neuabschluss tiefer in die Tasche greifen.

Doch so ganz ohne Risiko ist ein schneller Abschluss einer Kranken-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung für Männer nicht, auch wenn dieser vor dem 21.12.2012 getätigt wurde. Die Gefahr, dass die Versicherungsgesellschaften die Beiträge entsprechend den Unisex-Tarife im Laufe der nächsten Jahre anpassen, ist groß. Besonders groß ist das Risiko einer enormen Beitragssteigerung bei Tarifen, die billige Beiträge anbieten und ein extrem niedriges Leistungsniveau haben.

Die Unisex-Tarife haben für einige Versicherungen überhaupt keine Bedeutung wie z. B. für die Haftpflichtversicherung. Bei den Versicherungsarten jedoch, bei denen sie bedeutungsvoll sind, können Beitragserhöhungen bis zu 50 % stattfinden. Von den Unisex-Tarifen nicht betroffen sind die Verträge, die bereits laufen. Doch auch das nur dann, wenn die Versicherungsverträge nicht geändert werden. Schon bei der Einführung einer Beitragsanpassung – der Dynamik – ist eine Neuberechnung des Beitrages unumgänglich und automatisch kommt der Versicherungsnehmer in den Unisex-Tarif. Auch wenn z. B. der Vertrag verlängert wird oder Zusatzleistungen zum Vertrag hinzukommen sollen, greifen die neuen Unisex-Tarife.

Die geschlechtsneutralen Tarife greifen nicht, wenn bei einem Altvertrag Änderungen der Adresse oder der Bankverbindung vorgenommen werden bzw. solche Änderungen, die keine neue Beitragsberechnung notwendig machen. Also, immer wenn Versicherungsgesellschaft und Versicherungsnehmer einer Vertragsänderung zustimmen müssen, greifen die neuen Tarife.

Manipulierte Rechnungen aus den Laboren


Ein Fall aus Leverkusen machte Schlagzeilen. Hier sollen Laborärzte die privaten Krankenversicherungen mit manipulierten Rechnungen betrogen haben, und zwar um mindestens 600.000 Euro. Ein Fall, der sicher nicht einzigartig ist.

Abrechnungs Manipulation

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Der Verband privater Krankenversicherungen stellt sich seit Jahren die Frage, warum die Kosten für gesetzlich Versicherte nicht annährend so hoch sind, wie die für Privatpatienten. Die von der PKV beauftragten Gutachter stellten fest, dass die ärztlichen Labors insbesondere für Privatpatienten spezielle Rechnungen schreiben, die ganz besonders umfangreich sind. Bereits im Jahre 2009 hat sich ein Magazin dieser Thematik angenommen und die Staatsanwaltschaft Köln leitete noch im selben Jahr ein Ermittlungsverfahren ein. Betroffen von diesem Verfahren sind drei rheinländische Laborärzte, die diese Machenschaften im großen Stil getätigt haben.

Strafanzeige hatte der Kölner Rechtsanwalt Norbert Gatzweiler gestellt. Es war eine lange Zeit der Überlegung, ob er die Anzeige tatsächlich stellen will, denn als Strafverteidiger steht der Kölner Anwalt auf der anderen Seite. Doch als die betroffenen Ärzte, die mit großen Laboren zusammenarbeiteten, auf ihn zukamen, ging der Anwalt zum Angriff über und erstattete Anzeige.

Abgerechnet sollen auch Transportpauschalen gewesen sein, obwohl erstens kein Transport stattfand und zweites kein Transportgut vorhanden war. Die Staatsanwaltschaft und ihre Ermittler haben die internen Daten ausgewertet und einen Sachverständigen eingeschaltete, der die Abrechnungen im Gesundheitswesen nicht nur bestens kennt, sondern auch auswerten kann. Die Feststellung des Sachverständigen war die, dass der Tatverdacht des Betruges gegeben sei. Die beschuldigten Ärzte räumten Fehler bei den Abrechnungen ein.

Das war nicht genug, denn falsche Abrechnungen, die einen Wert von 600.000 Euro hatten, konnten nachgewiesen werden, sodass der Tatbestand des Betrugs in dieser Sacher noch nicht verjährt war.

Teurere Beiträge – nicht nur wegen den Unisex-Tarifen

Sicher ist es, dass die Tarife bei den privaten Krankenversicherungen steigen werden. Das liegt nicht nur an der neuen Beitragsgestaltung, die nicht mehr geschlechtsbezogen sein darf, sondern auch an ins Auge gefassten Leistungsverbesserungen.

Auch dürften die Risikozuschläge

Krankenversicherung Risikozuschlag

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ins Blickfeld geraden, denn auch die privaten Krankenversicherungen müssen Unsummen für die Behandlung chronischer Krankheiten aufbringen. Des Weiteren müssen sich dieVersicherer darauf gefasst machen, dass viele Versicherte von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen werden, wenn die nächste Prämienerhöhung ins Haus flattert. Daneben wird es auch Wechselwillige geben, die innerhalb der Gesellschaft nach günstigeren Tarifen suchen und diese auch in Anspruch nehmen wollen, weil z. B. ihr aktueller Tarif zu teuer wird, da keine Neukunden in diesem Tarif vorhanden sind.

Weiterhin wirkt sich die Absenkung des Rechnungszinses aus, der von aktuell 3,5 % herabgesetzt werden soll auf 2,75 %. All diese Dinge werden in die neue Beitragsgestaltung mit einfließen. Das ist eine Zinsentwicklung, die sich die Versicherungsbranche selbst eingebrockt hat. Die Beiträge werden automatisch dadurch erhöht, dass der kalkulatorische Rechnungszins gesenkt wird. Dabei ist für den Versicherten Folgendes zu beachten: Einige Versicherer lassen den gesenkten Rechnungszins gleich in die Beitragsgestaltung einfließen, andere warten lieber und überraschen den Versicherten erst nach einigen Monaten mit erhöhten Prämien.

Insbesondere für die privaten Krankenversicherungen kommt ein weiteres Problem zum Tragen. Sie schließen die derzeit bestehenden Tarife für Neukunden mit Stichtag 21.12.2012. Damit werden diese Tarife automatisch überaltert bzw. vergreist, denn es können keine jungen, gesunden und zahlungskräftige Neukunden diese Tarife abschließen. Die Bestandskunden in den Tarifen produzieren höhere Kosten, weil sie älter und damit anfälliger für Krankheiten sind. Die neuen Tarife sind dementsprechend günstiger, weil hier junge, gesunde Versicherte enthalten sind.

Wie das Tarifmanagement letztendlich aussieht, das kann man heute noch nicht vorhersagen. Dafür gibt es zu viele Variable, die in die Beitragsgestaltung mit einfließen, neben dem Unisex-Tarif.

Sind Politiker günstiger krankenversichert?

Die private Krankenversicherung ist für Menschen, die in der Politik tätig sind günstiger als für den Ottonormalverbraucher. Gruppenverträge ermöglichen Mitgliedern der CDU, FDP oder SDP einen günstigeren Krankenversicherungsbeitrag.

Krankenversicherung Politiker

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Gruppenverträge der PKV bieten Rabattangebote an. Diese Sonderkonditionen gelten nicht nur für Politiker. Diese Vertragsart kann die Konditionen einer PKV verbessern. Berufsgruppen wie Journalisten oder Ärzte genießen manchmal auch verbesserte Tarife. Im Gespräch war, dass die DKV-Krankenversicherung Mitglieder der CDU, FDP oder SPD günstigere Beiträge anbietet, wie Welt.de berichtet. Ende 2011 wurden keine Neugeschäfte mit diesen Konditionen mehr angenommen. Doch jahrelang waren Neuabschlüsse dieser Gruppenverträge möglich. Darüber hinaus gab es kürzere Wartezeiten und keine Ablehnungen. Der Normalbürger hat z.B. bei einer Neuversicherung im Bereich Zahn 9 Monate Wartezeit, wenn er keine Wartezeiten aus der Vorversicherung übernehmen kann. Die DKV verpflichtete sich sogar, Parteimitglieder nicht abzulehnen bei Aufnahme einer Krankenversicherung über einen Gruppenvertrag.

Altvertrag bleibt bestehen

Für die FDP endet der Gruppenvertrag der DKV Ende dieses Jahres. Der Grund dafür ist die Neuordnung der Geschäftspolitik der DKV. Die Zielgruppen sollen mit großer Genauigkeit erreicht werden. D.h. wer seinen Vertrag als Parteimitglied unter Dach und Fach hat, braucht nichts zu befürchten. Der Altvertrag läuft mit günstigeren Konditionen weiter wie bisher.