Versicherer überlisten ihre Kunden

Es ist mehr oder weniger ein offenes Geheimnis – private Krankenversicherungen halten ihre Kunde hin, verschleiern Änderungen oder verschweigen die Möglichkeit von Zulagen. Viele Kunden zahlen wesentlich mehr für die vereinbarten Leistungen und bekommen es im Zweifel nicht einmal richtig mit.

Beiträge der PKV

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Möchte der Kunde jedoch die Prämien drücken, wird er oft von dem Versicherer abgeblockt. Der harte Kampf der Krankenversicherungen dient dem Überleben auf der politischen Ebene. Die Krankenkassen sehen sich dem Ruf nach einer Bürgerversicherung entgegengestellt und müssen nunmehr überzeugend handeln. Meldungen, das im kommenden Jahr die Beiträge leicht sinken oder das stabile Beiträge den Einzug halten sind zwar erfolgreich, dennoch ist das Vertrauen der Kunden stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Aktuelle Informationen sagen nichts von einer Beitragssenkung, das Gegenteil ist der Fall und die Kunden sind verständlicherweise verunsichert.

Geringe Beiträge – wenig Leistung

Generell ist eine Beitragssteigerung von bis zu 10 Prozent geplant, teilweise sogar bis zu 30 Prozent. Diese Informationen stützen sich auf die Neukunden – die Bestandskunden werden gar nicht erwähnt. Sie werden sich wohl ebenfalls auf eine Erhöhung der Beiträge einstellen müssen. Genaue Zahlen werden von den Unternehmen noch nicht bekanntgegeben. Die Krankenkassen sind jedoch durch steigende Gesundheitskosten teilweise gezwungen Erhöhungen durchzuführen und das nun auch bei den Neuverträgen. Diese sind zwar günstiger wie manch anderer, doch die Leistungen sind auch entsprechend auf das Minimum reduziert. Wer auf Dauer einen günstigen Tarif mit den entsprechend gewünschten Leistungen haben möchte, sollte daher nicht nur auf den Preis achten. Es ist auf die Jahre gerechnet meist günstiger sich für einen teuren Tarif zu entscheiden, wenn die Leistungen stimmen.

ERGO erneut in den Schlagzeilen, – Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatanwaltschalt ermittelt gegen die ERGO wegen Betrugs in über 3500 Fällen. Es soll sich laut Hamburger Staatsanwaltschaft um Betrug bei Riester Verträgen handeln. Inzwischen hat bereits ein Sprecher der Unternehmensgruppe die Ermittlungen bestätigt.

Ergo Skandal: Staatsanwaltschaft ermittelt

Im Detail soll es um betrügerische Riester Verträge gehen, bei denen die Vertragsnehmer mehr zahlen mussten, als bei Abschluss vereinbart. Teilweise bis zu 25 % mehr. Die ERGO spricht von einem Druckfehler im Formular das für die ganze Misere Schuld sei. Fakt ist, dass erst Jahre später Opfer entschädigt wurden und die Staatsanwaltschaft trotz dieser Tatsache den Verdacht des Betrugs aufrecht erhält. Gegen vier teilweise Aktive, teilweise nicht mehr Aktive wird wegen des Betrugsverdachts ermittelt, gegen sieben wegen der Beihilfe zum Betrug.
Momentan kommt das Unternehmen nicht mehr aus den negativen Schlagzeilen heraus. Die Berichterstattung der letzten Wochen bez. Sexreisen und Sexorgien hat der Gruppe bereits ordentlich Schaden zugefügt. Die Glaubwürdigkeit in Anbetracht dieser Praktiken und die neuerlichen Vorwürfe wegen Betrugs tragen sicher nicht zur Glaubwürdigkeit bei. Es werden Unsummen in Werbeetats gesteckt, die die Glaubwürdigkeit der ERGO bestärken und wiederherstellen sollen. Eine fragwürdige Strategie, denn momentan sorgt das Unternehmen mit seiner Dauerpräsenz in den Schlagzeilen eher für Spott und Häme.

Quelle: Focus.de

Die Folgen der Versicherungspflicht beobachtet die Regierung

 

Mit dem Nichtzahlertarif beschäftigt sich die Bundesregierung bzw. der Bundesgesundheitsminister. Diesen Tarif haben Vertreter der privaten Krankenversicherung in einem nicht öffentlichen Gespräch vor dem Gesundheitsausschuss vorgeschlagen. Der Nichtzahlertarif soll für die Versicherten gelten, die ihre Beiträge für die private Krankenversicherung nicht mehr zahlen. Für die PKV heißt das, dass durch diese Nichtzahler Schulden in Millionenhöhe entstehen. Ziel ist es, dass die Folgen der mit der letzten Gesundheitsreform im Jahre 2009 eingeführte Versicherungspflicht auf Fehler geprüft wird und einige Regelungen geändert werden.


Die PKV hat einen Schaden zu beklagen, der etwa 550 Millionen Euro ausmacht, den die ca. 144.000 nichtzahlende Versicherten verursacht haben und der Schadensbetrag wird immer größer, denn die Zahl der Nichtzahler nimmt ständig zu.  Konnte die PKV bis Ende 2008 nichtzahlende Mitglieder kündigen, so ist das nach der Gesundreform nicht mehr möglich, denn die Versicherungsgesellschaften dürfen Versicherte, die eine Krankenvollversicherung haben, seit 2009 per Gesetz nicht mehr kündigen. Damit müssen sie diese Versicherten dulden, wobei die Kosten stetig steigen.


Versicherte, die Beitragsrückstände aufweisen, werden – so ist die Regel – in den Basistarif versetzt. Dieser Tarif hat eine Beitragsobergrenze von 590 Euro monatlich. Werden auch diese Beiträge nicht bezahlt – und das ist leider die Regel – dann steigen die Verluste durch die Beitragsrückstände für die PKV ständig an und die Schulden der Versicherten ebenfalls. Gefordert wird nun ein Nichtzahlertarif, der etwa 100 Euro monatlich kosten soll und lediglich für den Versicherten ein Notfallversorgung beinhaltet.


Die Folgen der Versicherungspflicht – so die Ärztezeitung will nun die Bundesregierung beobachten, eine Entscheidung darüber, ob ein Nichtzahlertarif bei der PKV eingeführt wird, ist derzeit noch offen. Zwar hat die GKV auch mit einen derartigen Tarif geliebäugelt, doch dieser wird für die GKV nicht in Betracht gezogen. Es ist die Aufgabe der Krankenkassen ihre Beitragsforderungen bei den Mitglieder durchzusetzen, so das Bundesgesundheitsministerium lt. Zitat der Ärztezeitung. Damit bekam die Linksfraktion ihre Antwort auf die parlamentarische Anfrage.


Sicher ist jedoch, dass es kein Zurück für PKV-Nichtzahler in die GKV gibt. Die Bundesregierung lässt sich Zeit mit ihrer Entscheidung, wie die privaten Krankenversicherungen zukünftig mit den Versicherten verfahren können, die ihre Beiträge nicht bezahlen. Annette Widmann-Mauz, die parlamentarische Staatssekretärin (CDU) hat erneut betont, dass es auch für die privat Versicherten, die zahlungsschwach sind, keine Rückkehr in die GKV möglich sei. Sie betonte nochmals, dass sich diejenigen, die sich für gegen eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkassen entscheiden, eine Lebensentscheidung treffen, die sie nur in Einzelfällen – wie z. B. Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit mit einem Gehalt, das unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt – rückgängig machen können.


Mit diesen Maßnahmen will der Gesetzgeber verhindern, dass die junge und gesunde Generation die günstigere PKV nutzt und dann, wenn sie weniger verdienen bzw. Rente beziehen und einen hohen medizinischen Versorgungsbedarf haben, wieder zur dann günstigeren GKV gehen. Das sind für die gesetzlichen Krankenkassen höhere Risiken, die man sich nicht aussetzen muss.

PKV bietet Tarife für Mann und Frau zum gleichen Beitrag

Unterschiedliche Tarife zur privaten Krankenversicherung gibt es ab 21. Dezember dieses Jahres nicht mehr. Unisex-Tarife werden aktiv. Neuverträge der PKV werden zu besseren Bedingungen abgeschlossen.

Unisex Tarife PKV

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, das der Unisex-Tarif seine Gültigkeit bekommt. Frauen müssen nicht mehr wie es zuletzt der Fall war mehr als Männer in der PKV zahlen. Sie erhalten gleiche Tarife zahlen. Schwangerschaft war ein Grund dafür, dass Frauen bis dato teurer waren in der privaten Krankenversicherung. Für eine Lebensversicherung zahlen Männer aber trotzdem noch mehr als Frauen. Auch Stiftung Warentest beschäftigte sich mit der Materie Krankenkassen. Es wurde sogar ein Chat eingerichtet, indem Fragen zum Thema beantwortet wurden. Finanzexperten standen mit Rat und Tat zur Seite der Bürger.

Krankenversicherung Tarifwechsel kann hilfreich sein

Für die private Krankenversicherung gibt es die Möglichkeit zur Tarifwechsel Option. Viele Menschen streben den Wechsel in eine andere Krankenversicherung an. Doch manchmal ist der Wechsel innerhalb der Gesellschaft der einfachere Weg, weil man keine Gesundheitsfragen erneut beantworten muss. D.h. selbst wenn der Gesundheitszustand sich innerhalb der Versicherungszeit geändert hat, muss man nicht mehr bezahlen. Eine erneute Risikoprüfung findet nicht statt. Denn es nicht gesagt ob eine neue Krankenkasse den Antrag policiert. Dafür muss man gesund sein. Ansonsten drohen Risikozuschläge auf den Beitrag der neuen PKV. Auch der Wechsel der Krankenkasse in einen Unisex Tarif ist gesetzlich noch nicht geregelt lt. Finanztest-Expertin Ulrike Steckkönig. Sehr wahrscheinlich können aber die Versicherten in einen geschlechtsspezifischen Tarif uneingeschränkt wechseln. Eine günstige Krankenversicherung findet sich nicht so leicht.

Studis brauchen auch eine PKV

PKV speziell für Studenten

Vieles ändert sich für Schulabgänger, besonders mit dem Eintritt ins Studium. Generell wird ein Student Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse als Pflichtversicherter. Da sie jedoch den Status eines angehenden Akademikers haben, können sie zwischen der gesetzlichen Krankenkasse und der privaten Krankenversicherung wählen.

Studenten können in der Privaten ihr Leistungsspektrum zusammenstellen wie z.B. gewisse Leistungen bei einem Krankenhausaufenthalt oder beim Zahnersatz. Je mehr Leistungen vom Versicherungsnehmer erwünscht sind, umso teurer wird der monatliche Beitrag für die Versicherung. Darüber hinaus muss der Student für Leistungen, die er beim Arzt in Anspruch nimmt erst einmal zahlen. Später bekommt er dann die Beträge von der Versicherung erstattet. Dies kann für einen Studenten mitunter schwierig sein, wenn das Geld knapp ist.

Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass die Tarife für Studenten durchaus günstig sind, vorausgesetzt der Gesundheitscheck vor Abschluss der Versicherung fällt gut aus. Ansonsten ist mit einem Risikozuschlag zu rechnen und es kann auch durchaus sein, dass eine Versicherung einen Antrag zur privaten Krankenversicherung ganz ablehnt.

PKV lohnt sich nicht für jeden

Irrtümer der privaten Krankenversicherung

Krankenversicherung Leistung



 

Das private System und die Eigenschaften hierzu werden vom Verbraucherportal aufgelistet, es zeigt, für wen sich die private Vorsorge noch lohnt. Ob sich die Private Krankenversicherung noch lohnt, dass fragen sich viele Verbraucher, wenn man sich die Kritik an der privaten Krankenversicherung anschaut. Für wen und vor allem in welchem Bereich noch eine private Versicherung sinnvoll ist, hat das 1a Verbraucherportal zusammengetragen.

 
Hier sind von der Redaktion fünf Irrtümer, welche die private Krankenversicherung betrifft, zusammengestellt worden.

 
Hierzu gehören:

 
–       Arbeitnehmer, die ein hohes Einkommen erzielen, sind noch in der Lage sich privat versichern zu können.
–       Wenn die Versicherten häufig krank sind werden die Beiträge steigen.
–       Das System der privaten Krankenversicherung lohnt sich von vorn herein nicht bei Familien und Kindern.
–       Bei den privat Versicherern es ist normal, dass Sie die Beiträge erhöhen.
–       Sie haben ein unzeitgemäßes System, welches auch nicht sozial ist.

 
Die Vorteile und die Nachteile der privaten Krankenversicherung wirken sich auf jeden unterschiedlich aus, wobei die Lebenssituation und der berufliche Status hierbei eine große Rolle spielen. Wer also den Wechsel in das System der privaten plant, sollte sehr genau prüfen ob die Voraussetzungen für Ihn gegeben sind. Nicht nur die Karriere und der Beruf sind hier ausschlaggebend sondern auch der die Familienplanung und den Anspruch, den man an die jeweiligen Leistungen der Versicherungen hat.

 
Derzeit ist die private Versicherung einer sehr breiten Kritik ausgesetzt. Im Kreuzfeuer der Öffentlichkeit stehen im Moment die leistungsschwachen Tarife, die Vermittlerprovisionen sowie die Beitragsanpassung der jeweiligen Versicherung. Der Tarifwechsel kann bei Versicherten die eine überdurchschnittlich starke Erhöhung der Beiträge hatten, Abhilfe schaffen. Die „billigen Tarife“ wurden aus dem Angebot der Unternehmen entfernt und auch was die Provision angeht ist etwas passiert, denn diese ist nun gesetzlich limitiert.

Gebühr gefordert für den Privatversicherer – so AOK Bundesverband

Private Krankenversicherung auf dem Land bekommt man Zuschüsse von der Kasse

AOK Zuschüsse

Seit Wochen nun, wird offen über die Zukunft des Gesundheitswesens gestritten. Die Befürworter der gesetzlichen Krankenversicherung gehen mittlerweile soweit, das Aus der privaten Krankenversicherung anzukündigen, da vereinzelt immer wieder hohe Beitragsanpassungen vorgenommen werden. Jedoch für die Ärzte ist sicher, dass beide Versicherungen bestehen bleiben müssen, da sonst die medizinische Versorgung nicht mehr möglich ist.

 
Laut einem Interview durch die „Rheinische Post“ mit dem Chef des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, ist es nachvollziehbar, dass an den privaten Krankenversicherungen festgehalten wird. Nicht die privaten Versicherungsnehmer sind die, welche die gesetzliche Krankenversicherung durch hohe Bezahlungen beim Arzt stützen, nein, die gesetzliche Krankenversicherung selbst, so sagt Graalmann. Letztere Krankenkasse sorgt dafür, dass es den Praxen möglich ist, sich in den ländlichen Gegenden zu halten und somit auch den privat Versicherten eine medizinische Versorgung zu gewährleisten. Aus diesem Grund fordert Graalmann eine Form von Netzgebühr für die privat Versicherten.

 
Umlageverfahren durch den Verband




 
Bei einem Interview mit dem Chef des PKV–Verbandes, Reinhold Schulte, stellt sich heraus, dass die Haltungen der Kontrahenten ziemlich gegensätzlich sind. Das Umlageverfahren führe in eine Sackgasse, so Schulte gegenüber dem „Handelsblatt“. Rentner zahlen nicht die Leistungen, welche Sie auch in Anspruch nehmen.
Der Wegfall seiner Branche würde erheblich große Auswirkungen haben, so teilte Schulte mit, die fast neun Millionen privaten Versicherten tragen rund 30 Prozent aller Kosten im Gesundheitswesen. Ein erheblicher Teil, der existierenden Praxen könnten heute nicht mehr geführt werden, ohne die private Krankenversicherung.

Dr. Helmut Müller ist neuer Ombudsmann für Private Kranken- und Pflegeversicherung

Ombudsmann für Krankenversicherungen und Pflegeversicherungen ist der außergerichtliche Streitschlichter für die Streitfälle, welche die Bereiche private Kranken- und Pflegeversicherung betreffen. Er bezieht zu Unstimmigkeiten zwischen Versicherten und ihren Versicherungsunternehmen neutral und unabhängig Stellung. Dr. Dr. h. c. Klaus Theo Schröder war bis 12.02.2012 der PKV Ombudsmann. Sein Nachfolger heißt Dr. Helmut Müller.

PKV Ombudsmann

Am 12.02.2012 verstarb der Ombudsmann der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung, Herr Dr. Dr. h. c. Klaus Theo Schröder. Sein Einsatz bewirkte die Streitschlichtung zwischen Versicherer und Verbraucher. Seit dem 06.03.2012 ist Herr Dr. Helmut Müller das Amt des Ombudsmanns angetreten.

Bei Meinungsverschiedenheiten übernimmt die Institution Ombudsmann die Klärung dessen und bietet die Möglichkeit an, im gegenseitigen Einvernehmen die Angelegenheiten außergerichtlich zu klären. Krankenversicherungsunternehmen und Versicherungsvermittler sowie Verbraucher sind die Teilnehmer beim neutralen und unabhängigen Verfahren des Ombudsmannes. Bevor man eine Klage in Erwägung zieht, sollte man erst einmal versuchen über den Ombudsmann der Kranken- und Pflegeversicherung die Angelegenheiten ohne Rechtsbeistrand aufzuklären. Denn es ist kostenlos.

Verfahren zum Thema Arbeitgeberzuschuss der Krankenversicherung

PKV Beiträge steuerlich geltend machen

Der der Arbeitgeberzuschuss für Privatkrankenversicherte ist immer noch strittig. Etwa 96 % des Versicherungsbeitrages für die private Krankenversicherung konnten seit etwa 2 Jahren steuerlich geltend machen. Wie jedoch mit den Arbeitgeberzuschüssen gegangen werden soll, ist weiterhin streitgegenständlich. Strittig ist dabei der Umgang bei der Steuererklärung bezüglich der Berücksichtigung. Derzeit rechnet die Mehrzahl der Finanzämter die volle Summe des Arbeitgeberzuschusses auf die Basisleistungen an.

 
Dieses Verfahren mindert die Sparsumme deutlich. Beiträge zur Basisabsicherung können seit 2009 steuerlich geltend gemacht werden Versicherte der PKV können seit Januar 2010 die Beiträge für die private Krankenversicherung steuerlich geltend machen. Das gilt jedoch nur für die Beitragsanteile, die für die Basisabsicherung notwendig sind. Besondere Leistungen wie z. B. das Einzelbettzimmer, die der Versicherte mitversichert hat, sind nicht abzugsfähig. So weit – so gut. Wie das jedoch mit den Arbeitgeberzuschüsse in der Steuererklärung gehandelt werden soll, ist immer noch streitgegenständlich.

 
Bisher wurde der Arbeitgeberzuschuss auf den Basisbeitrag für die Krankenversicherung angerechnet – das haben jedenfalls die Finanzämter so gehandhabt. Das wiederum ist für die Arbeitnehmer nicht OK, denn dadurch wird der Betrag gemindert, der steuerlich abziehbar ist. Die Versicherten sind der Ansicht, dass der Zuschuss entsprechend den Leistungen für die Basisversorgung und den Zusatzleistungen aufgesplittet werden sollte und nicht in vollem Umfang auf die Basisleistungen.

 
Die jetzige Handhabung lässt es nicht zu, dass die Versicherten den vollen steuerfreien Beitrag auszunutzen können. Derzeit sind bei den verschiedenen Finanzgerichten Verfahren anhängig, wie z. B. beim Finanzgericht Nürnberg. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 3 K 974/11 geführt. Auch an den Finanzgerichten Hamburg und Hessen sind Verfahren anhängig.

Präsident der Ärztekammer verteidigt duales Krankenversicherungssystem

Damit die PKV überleben kann, muss sie sich reformieren.Frank Ulrich Montgomery, der Präsident der Bundesärztekammer, verteidigt das duale System, das von den gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen getragen wird. Ausschließen will er jedoch nicht, dass auf beiden Seiten auch Versicherungen im Gesundheitswesen in die Pleite steuern können.

PKV im Gespräch

Der Ärztetag wird in Mitte Mai in Nürnberg über die Finanzierung der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung diskutieren. Beide Systeme seien reformbedürftig, so Frank Ulrich Montgomery in einem Interview mit Welt Online. Welt online fragte Herrn Montgomery, ob er erkennen könne, dass die Koalition einen Systemwechsel im Bereich der Finanzierung der GKVs eingeleitet hat, wie sie zu Beginn ihrer Regierung versprochen hatte. Der Systemwechsel sei, so Frank Ulrich Montgomery, eingeleitet worden mit dem einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent für die gesetzlichen Krankenkassen. Eine Finanzierung bei Steigerung der Ausgaben werde über einkommensunabhängige Zusatzbeiträge im Griff gehalten. Für Welt Online ist das jedoch kein Systemwechsel. Hier stimmte Montgomery zu. Die Zusatzbeiträge, so der Präsident der Bundesärztekammer, sind kein reines Prämienmodell; dieser Punkt war zwar innerhalb der Koalition diskutiert worden, jedoch fand er keine Mehrheit. Es kann jedoch als Einstieg bewertet werden.Welt Online hakte hier nach und fragte, warum dies nur als Einstieg bewertet werden kann. Auch darauf hat Montgomery eine Antwort. Derzeit haben die gesetzlichen Krankenkassen genug Geld, sodass sich die Politik in der nahen Zukunft über eine Finanzierung oder ein Prämienmodell keine Gedanken machen wird. Politisch gesehen ist es so, dass in der Politik nur kurz- oder mittelfristig gehandelt wird. Es wird keine Regierung grundlegende Reformen riskieren, wenn es nicht unbedingt sein muss. Doch ist es sicher, dass auch beim Gesundheitssystem eine Änderung der Finanzierung erfolgen muss.

 

Ist die derzeitige Mischung, so fragte Welt Online nach, die aus lohnabhängigen Beiträgen und Steuern besteht, in der Zukunft nicht mehr machbar?

 
Montgomery antwortete darauf wie folgt: Derzeit haben wir fast wieder Vollbeschäftigung. Das heißt, dass das Umlagesystem funktioniert. Wie die Zukunft aussieht, ist fraglich. Drei Beitragszahler, die arbeiten, finanzieren heute schon einen Versicherten, der Leistungen von der Krankenversicherung empfängt. Durch die niedrigen Geburtenraten der vergangenen Jahre wird das Verhältnis in etwa 30 Jahren anders sein. Dann könnte durchaus der Fall eintreten, dass ein arbeitender Beitragszahler einen Versicherten, der Leistungen empfängt, finanzieren muss. Jeder Leistungsempfänger kann sich dann also seinen höchstpersönlichen arbeitenden Versicherten aussuchen! Für Welt Online ist diese Erkenntnis nicht neu und fragt nach. Bisher haben sich die Ärzte immer zurückgehalten und keine eigenen Vorschläge gemacht. Sagen Sie uns, wie die dieses Thema angehen wollen beim Ärztetag in Nürnberg. Die Debatte, so Montgomery, über langfristig angelegte Veränderungen sei dringend und notwendig. Politisch doch derzeit sehr problematisch und damit schwierig. Wir werden uns Gedanken machen, wie trotz immer weniger Ressourcen die Qualität des bestehenden Gesundheitssystems konstant gehalten werden kann. Damit dies gelingt, wird der Wettbewerb zwischen der GKV und PKV gebraucht. Hier garantiert ein umfangreicher Katalog Leistungen, die positiv für alle Patienten sind. Montgomery warnte ausdrücklich davor, das duale System zu ändern. Welt Online fragt nach: Herr Montgomery ist es also richtig, dass Sie gegen eine Bürgerversicherung sind. Diese wird von SPD und Bündnis90/DieGrünen gefordert und früher oder später darauf hinauslaufen, dass die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die privaten Krankenversicherungen (PKV) fusionieren müssen.

 
Montgomery hält eine Bürgerversicherung nicht für umsetzbar. Jedenfalls keine, die die PKV abschaffen will. Einer verfassungsrechtlichen Überprüfung hat bisher kein bekanntes Modell standgehalten. Es ist zum Beispiel ein Eingriff, der einer Enteignung gleicht, wenn alle Einkommen in die Berechnung der Krankenversicherungsbeiträge fließen würden. Zum Finanzamt dürften die Krankenkassen nicht werden.

 
Die PKV, so Welt Online hat bisher als Vorbild gegolten. Derzeit hat sie jedoch mit sinkenden Erträgen aus den Kapitalrücklagen zu kämpfen, Von Verbraucherschützer werden die steigenden Prämien heftig kritisiert. Jetzt will die PKV ihre Ausgaben begrenzen, insbesondere im Bereich der Ärztehonorare.

 

Ist das für die PKV zukunftsfähig?

 
Grundsätzlich ist die PKV zukunftsfähig, so Montgomery. Doch wie bei allen anderen Brachen gibt es gesunde private Krankenversicherungsgesellschaften und andere, die mit Problemen zu kämpfen haben. Dies ist jedoch kein Systemfehler, sondern liege bei den einzelnen Versicherungsgesellschaften und ihrer Wirtschaftspolitik. Dieses Problem ist nicht hausgemacht, denn auch bei den gesetzlichen Krankenkassen stehen nicht alle gut da. Die Kritik bezüglich der explosiv ansteigende Beiträge bei Privatversicherern ist nicht berechtigt, denn extreme Prämienerhöhungen wurden von den Gesellschaften vorgenommen, die mit viel zu niedrigen Beiträgen neue Kunden geködert haben, was er als unseriös empfindet. Nicht nur die Versicherer haben unseriös gehandelt, denn auch die Kunden sollten sich fragen, ob die Erwartungen bei derart niedrigen Beiträgen nicht wirklich realistisch waren.

 

Was folgt daraus, so die Frage von Welt Online?

 
Montgomery antwortet: Gerade die privaten Krankenversicherungen müssen erkennen, dass eine Marktbereinigung unabdingbar ist, denn auch die Privatversicherer stehen nicht alleine, sondern im Wettbewerb. Zum Wettbewerb gehört nun einmal, dass nicht lebensfähige Unternehmen auf dem Markt nichts zu suchen haben und verschwinden. Die Ursachen können sein z. B. ein Insolvenzantrag, eine Pleite oder anderes. Derzeit ist es so, das die PKV um ihre Kosten zu senken, nachdrücklich und laut nach staatlicher Hilfe ruft, was anrührend ist. Die PKV will, wenn es für sie nützlich ist, eine Gleichbehandlung wie die GKV und will z. B. eine Gesundheitskarte oder Arzneimittelrabatte, damit die Gewährung von Sachleistungen garantiert werden kann.

 

Begrenzung von Maklerprovisionen? Hakt Welt Online nach

 
Montgomery lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Seine Antwort ist die, dass es sich hierbei auch um ein schönes Beispiel handeln würde. Er begrüße diesen Schutz aus gesundheitspolitischen Gründen. Jedoch finde er es völlig absurd, dass sich die PKV gegen ihre eigenen Makler nur mit einem Gesetz schützen kann. Er warnte die PKV eindringlich vor einer Angleichung mit den gesetzlichen Krankenkassen. An einer leistungsfähigen privaten Krankenversicherung haben vor allen Dingen wir als Ärzte ein großes Interesse, denn ohne die PKV währen viele Therapien und neue Formen der Diagnostik nicht vorhanden – jedenfalls nicht für alle Patienten, die jetzt davon profitieren. Dadurch, dass die PKV diese Dinge schnell genehmigt, werden die gesetzlichen Krankenkassen nur allzu oft in Zugzwang, gesetzt. Das Ergebnis ist dann das, dass sie der PLV folgen und somit auch die Versicherten der GKV noch den Innovationen profitieren. Welt Online fragt weiter: Derzeit steht der Vorwurf der PKV im Raum, dass die Ärzte die privaten Krankenversicherungen schröpfen würden, was bedeutet, dass Privatpatienten übermäßig häufig untersucht werden würden und zu viele Leistungen bekämen. Dagegen verwehrt sich Montgomery. Das sei nicht richtig und stimmt auch nicht. Fakt ist doch, dass jährlich mehrere Zehntausend Versicherte den gesetzlichen Krankenkassen den Rücken kehren und zu den privaten Krankenversicherungen wechseln. Es ist also kein Geheimnis, dass die PKV wächst. Fakt ist auch, dass die Versicherten der PKV älter werden. Wenn man sich das vor Augen hält, ist eine Steigerung der Ausgaben für die Leistungen, die die Ärzte erbringen, von knapp fünf Prozent jährlich nicht viel.

 
Die Höhe der Provisionen, die die Makler von der PKV jährlich erhalten, hält Frank-Ulrich Montgomery für dramatisch. Die Höhe der jährlich ausbezahlten Provisionen beträgt etwa 2,7 Milliarden Euro. Dieser Betrag ist nur halb so hoch, wie die PKV für die Arztleistungen ausgibt. Sicher ist das viel Geld und genau bei den Maklerprovisionen muss die PKV sparen. Es ist allerdings ein Armutszeugnis, das sie dafür den Staat und die gesetzliche Hilfe der Regierung in Anspruch nehmen muss. Sie könnten der PKV beim Sparen helfen, so Welt Online. Immerhin wird derzeit über eine neue Gebührenordnung von beiden Seiten verhandelt. Wie weit sind diese gediehen? Montgomery gibt daraufhin zur Antwort, dass es sich hierbei um ein hochkomplexes Thema handelt. Derzeit wird mit einer Gebührenordnung gerechnet, die auf einer gemeinsamen Kalkulationsbasis aufgebaut werden kann. Sicher ist jedenfalls, dass keine neue Gebührenordnung in dieser Wahlperiode in Kraft treten wird. Ein gemeinsamer Entwurf soll noch in diesem Jahr präsentiert werden. Es soll ein Entwurf sein, der die Akzeptanz jeder Regierung finden soll und keine mehr an ihm vorbeikommt. Die Frage von Welt Online ist, ob die Versicherungen direkt mit Ärzten über deren Preise verhandeln sollen und damit von der Gebührenordnung abweichen, damit sie Geld sparen können? Montgomery entgegnet, dass es in der neuen Gebührenordnung für Zahnärzte keine Öffnungsklausel gibt und diese auch definitiv nicht gebraucht wird.

 
Welt Online fragt, ob er es als einen Konflikt ansehen würde, dass einerseits für die PKV, wie auch für andere Unternehmen, die Marktgesetze gelten, die PKV aber eine soziale Verantwortung als Krankenversicherer habe. Bislang können sich schwer kranke Menschen faktisch nicht privat versichern und auch schwangere Frauen haben bei der privaten Versicherung keine Chance. Montgomery hält es für problematisch, dass oft hohe Risikozuschläge auf die Beiträge für kranke Menschen dazukommen, wenn sie sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern wollen. Über die Thematik, inwieweit solche Risikozuschläge zu vertreten sind, müsse man reden. Eine Frau während ihrer Schwangerschaft als Kundin abzulehnen entspricht nicht dem Geschäftsmodell der PKV. Es ist auch nicht das Geschäftsmodell der PKV, wenn sie diese Frau erst dann als Kundin nimmt, wenn das Kind gesund geboren ist. Es gäbe keinen Grund dafür, dass so gehandelt wird. Es müsste auch für die PKV einen Kontrahierungszwang geben. Über die Thematik, wie die PKV mit ihrer sozialen Verantwortung umgeht und dieser gerecht wird, muss sie sich Gedanken machen.

 

Welt Online fragt nach, ob die Branche ihre Reformen selbst in den Griff bekommt

 
Hier ist Montgomery sehr zuversichtlich, denn er würde mit vielen Managern der PKVs Gespräche führen und er denke, dass die Branche es alleine schafft. Natürlich gibt es auch bei den PKVs Unternehmen, die mit allen Mitteln ums Überleben kämpfen. Hilfreich wäre hier eine ordnende Hand, z. B. vom PKV-Verband, auch wenn er nur unterstützend und beratend Einfluss nehmen kann. Derzeit muss die PKV etwas tun, denn einerseits wird die Luft für sie immer dünner. Es müssen Reformen gemacht werden, damit das Geschäftsmodell PKV nicht infrage gestellt werden kann.