Versicherer überlisten ihre Kunden

Es ist mehr oder weniger ein offenes Geheimnis – private Krankenversicherungen halten ihre Kunde hin, verschleiern Änderungen oder verschweigen die Möglichkeit von Zulagen. Viele Kunden zahlen wesentlich mehr für die vereinbarten Leistungen und bekommen es im Zweifel nicht einmal richtig mit.

Beiträge der PKV

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Möchte der Kunde jedoch die Prämien drücken, wird er oft von dem Versicherer abgeblockt. Der harte Kampf der Krankenversicherungen dient dem Überleben auf der politischen Ebene. Die Krankenkassen sehen sich dem Ruf nach einer Bürgerversicherung entgegengestellt und müssen nunmehr überzeugend handeln. Meldungen, das im kommenden Jahr die Beiträge leicht sinken oder das stabile Beiträge den Einzug halten sind zwar erfolgreich, dennoch ist das Vertrauen der Kunden stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Aktuelle Informationen sagen nichts von einer Beitragssenkung, das Gegenteil ist der Fall und die Kunden sind verständlicherweise verunsichert.

Geringe Beiträge – wenig Leistung

Generell ist eine Beitragssteigerung von bis zu 10 Prozent geplant, teilweise sogar bis zu 30 Prozent. Diese Informationen stützen sich auf die Neukunden – die Bestandskunden werden gar nicht erwähnt. Sie werden sich wohl ebenfalls auf eine Erhöhung der Beiträge einstellen müssen. Genaue Zahlen werden von den Unternehmen noch nicht bekanntgegeben. Die Krankenkassen sind jedoch durch steigende Gesundheitskosten teilweise gezwungen Erhöhungen durchzuführen und das nun auch bei den Neuverträgen. Diese sind zwar günstiger wie manch anderer, doch die Leistungen sind auch entsprechend auf das Minimum reduziert. Wer auf Dauer einen günstigen Tarif mit den entsprechend gewünschten Leistungen haben möchte, sollte daher nicht nur auf den Preis achten. Es ist auf die Jahre gerechnet meist günstiger sich für einen teuren Tarif zu entscheiden, wenn die Leistungen stimmen.

Zusatzbeiträge: wer nimmt welche und wer nicht?

Die gesetzlichen Krankenkassen sind meist finanziell arg strapaziert und so manche fordert von ihren Mitglieder Zusatzbeiträge um über die Runden zu kommen. Davon sind die Mitglieder selten erfreut und wechseln in eine Krankenkasse, die keine zusätzlichen Beiträge fordert. Die DAK hat das am eigenen Leibe zu spüren bekommen, denn nachdem sie Zusatzbeiträge forderte wurde die DAK von fast einer halben Million Mitglieder verlassen.

Die Techniker Krankenkasse – und auch die IKK Classic – fordern keine Zusatzbeiträge; die IKK Classic auch für 2012 nicht. Die TK durfte sich über einen Mitgliederzuwachs von etwa 350.000 freuen. Die Krankenkassen scheuen die Forderung nach einem Zusatzbeitrag, wie auch die Vereinigte IKK, die den schon beschlossenen zusätzlichen Beitrag zurückgerufen hat und sich lieber einer Übernahme durch einen solventen und finanziell starken Partner zuwendet. Wie der Teufel das Weihwasser scheut, so trauen sich auch die gesetzlichen Krankenkassen fast nicht mehr einen Zusatzbeitrag zu fordern.

Was bei der Forderung nach einem Zusatzbeitrag passieren kann – dafür ist die City-BKK das beste Beispiel. Sie wurde geschlossen und das war sicher kein positiver Schachzug der Politik. Die Krankenkassen sitzen auf glühenden Kohlen und auch in einer Falle. Fordern sie einen zusätzlichen Beitrag – verlassen die Mitglieder die Kasse; fordern sie ihn nicht – haben sie finanzielle Probleme. Wie sie es auch machen, die Politik hat ihnen buchstäblich Fesseln angelegt und lässt sie kalt verhungern.

Krankenversicherung Wechsel: durch Zusatzbeiträge bedingt

Die gesetzlich Versicherten zahlen immer mehr Geld für die gleiche Leistung einer gesetzlichen Krankenversicherung. Um die Leistungen abzudecken gibt es die Möglichkeit für den Verbraucher eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Bei einem Krankenversicherung Wechsel sind einige Dinge zu berücksichtigen. Es ist nicht gesagt, dass die neue gesetzliche Krankenversicherung nicht auch schnell Zusatzbeitrag einführen wird. Bei der Krankenversicherung DAK waren lt. Richter des Sozialgerichts die Zusatzbeiträge aus letztem Jahr, welche die Krankenkasse von den Mitgliedern gefordert hat unwirksam. Die Mitglieder wurden nicht ordnungsgemäß über ihr Sonderkündigungsrecht aufgeklärt. Die DAK möchte dennoch in Berufung gehen. Jedem Verbraucher steht es zu, dass er nach Einführung von Zusatzbeitrag kündigen kann. Nur wem es nicht auffällt, der hat auch nicht die Chance zu einem Krankenversicherung Wechsel. Viele Versicherte haben bei ihrer Krankenversicherung gekündigt, als die Zusatzbeiträge eingeführt wurden. Nicht nur die DAK war von Kündigungen betroffen.

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bleiben gleich, auch wenn der Beitrag ansteigt. Schon zu Beginn des Jahres wurde der allgemeine Beitragssatz auf 15,5 Prozent angehoben. Die Krankenversicherungen stopfen ihre finanziellen Löscher mit dem Zusatzbeitrag. Nicht alle Krankenversicherungen kommen mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds aus. Man muss nicht gleich die Krankenkasse kündigen wegen den Zusatzbeiträgen, wenn man ansonsten zufrieden ist.

Welche Krankenversicherung verlangt Zusatzbeitrag?

Zwölf von 80 gesetzlichen Krankenkassen verlangen Zusatzbeitrag von den Mitgliedern. Denn Zusatzbeiträge bedeuten für die Krankenversicherung ein Wettbewerbsnachteil. Zwischen 6,50 Euro und 15 Euro liegen die Zusatzbeiträge. Seit diesem Jahr können die gesetzlichen Krankenkasse Zusatzbeitrag in unbegrenzter Höhe verlangen.