Private Krankenversicherungsbeiträge steigen

Obwohl die private Krankenversicherung von Verbrauchern und der Politik streng unter die Lupe genommen werden, steigen die Beiträge dennoch. Wer eine neue Krankenversicherung abschließt zahlt mehr als je zuvor.

PKV Beitragssteigerungen

Verbraucherverbände kritisieren die PKV seit einiger Zeit. In 2012 zahlen Neuversicherte mehr als in 2011. Morgen & Morgen hat die Beiträge untersucht. Mehr als 4 Prozent hoch sind die Unterschiede im Durchschnitt zu 2011. 2011 lagen die Steigerungen noch höher mit 7 Prozent. Die Angst vor zu hohen Beiträgen im Alter ist groß. Die Problematik mit der Beitragssteigerung könnte der PKV zum Verhängnis werden. In den letzten zehn Jahren stiegen die Beiträge der PKV durchschnittlich um ca. 4,5 Prozent jährlich. Steuerzuschüsse sind für die privaten Krankenversicherungen keine Vorteile. Die gesetzlichen Krankenkassen können davon noch profitieren. Durch die Kostensteigerungen der Medikationen und Behandlungen, werden Versicherte mehr belastet.  Auch die Altersrückstellungen sind nicht besonders attraktiv für den Kunden.

 

Wechsel der Krankenversicherung

 
Im Jahr 2011 gilt eine neue Regelung. Man muss nicht wie im vor Jahr 3 Jahre lange über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAE) verdienen. Wer über ein Jahr lang mehr als 49.500 Euro verdient, der kann als Angestellter schon in die PKV wechseln. Die Frage stellt sich hier, ob es wirklich Sinn macht.

 
Die Beitragssteigerungen liegen in diesem Jahr etwas unter denen im letzten Jahr. Weiterhin wird es noch eine Änderung geben durch die Einführung der Unisex-Tarife. Die Beitragssteigerung bei Männern liegt höher als die bei Frauen. Der Unterschied beträgt mehr als 1 Prozent.

 
Bis dato zahlen Frauen aufgrund der höheren Lebenserwartung ca. zehn bis 20 Prozent mehr als Männer in der PKV. Bis zum 21. Dezember diesen Jahres sind Versicherer einem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) nach verpflichtet die Unisextarife einzuführen, wonach alle Versicherungstarife der PKV geschlechterneutral errechnet werden müssen.

Mediziner sind für den Erhalt der PKV

Die Mediziner in Deutschland stimmen für den Erhalt der privaten Krankenversicherung (PKV). Dennoch sind sie der Meinung, dass eine Reform notwendig ist. Beim Ärztetag in Nürnberg sollen Zukunftspläne der PKV ein Thema sein.

PKV und die Ärztelobby

Der Präsident der Deutschen Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, teilte mit, dass die Mediziner zur rechten Zeit vor den Änderungen in der Politik eine Duftmarke setzen möchten. Im Jahr 2013 finden die Neuwahlen statt. Ausschlaggebend für die Existenz der PKV wird die Wahlentscheidung sein. Denn SPD und Grüne sind für eine sogenannte „Bürgerversicherung“. Dies könnte die private Krankenversicherung Kopf und Kragen kosten. «Wir wollen als Ärzteschaft rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf eine klare Duftmarke setzen», teilte Montgomery der dpa mit. «Wir gehen davon aus, dass die Systemfrage eine Rolle im Wahlkampf spielen wird», meinte er.

Politik und die Bürgerversicherung

Die SPD ist für ein einheitliches System, ohne dass PKV und GKV getrennt sind. Die Union stellt die derzeitige Form der privaten Krankenversicherung in Frage. «Ich glaube, dass es keines dramatischen Systemwechsels bedarf», so Montgomery. Er hält die Bürgerversicherung für eine Fehlentwicklung. Die Einführung dieser Versicherung würde große Leistungseinschränkungen mit sich bringen. Der Gutverdiener kauft sich einfach eine bessere Versorgung, wenn die Bürgerversicherung ins Spiel kommt. Das System mit privater und gesetzlicher Krankenkasse soll erhalten bleiben lt. dem Präsidenten der Ärztekammer. Aufgrund der Beitragsentwicklung und den großen Sprüngen der Steigerungen in der PKV hält Montgomery eine Reform für sinnvoll. Einsteigertarife sind zu Beginn bezahlbar und sind aber schwierig einzuschätzen.

Tarifbeispiel eines Einsteigertarifes mit Erhöhungen

Die Central Krankenversicherung entwickelte die Tarife „KEH“ welche für Einsteiger vor einigen Jahren enorm günstig ins Rennen gingen. Nach ein paar Jahren legte der Tarif über 25 Prozent zu mit einer Beitragserhöhung. Lt. Montgomery müssen diese Probleme reguliert werden. Einige private Krankenversicherer wie DKV, Central und Co. haben bereits Billigtarife vom Markt genommen. Der Trend geht in die Richtung Qualität. «Diese Dinge müssen wir regulieren.» Insgesamt sei Schwarz-Gelb in der Gesundheitspolitik durchaus erfolgreich gewesen. «, sagte der Ärztekammer-Präsident. Bei der Wahl möchte er dies auch betonen.

Gesetzliche Krankenversicherung und finanzielles Polster

Die GKV verfügt derzeit über mehr als 5 Milliarden Euro Polster. Montgomery meint, dass diese Mittel für eine eventuelle Krise bei der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben sollen. Die Abschaffung der Praxisgebühr wäre eine Alternative den Versicherten vor der Wahl Geld zurück zugeben. Diese verursacht viel Bürokratie und belastet die Patienten.