Teurere Beiträge – nicht nur wegen den Unisex-Tarifen

Sicher ist es, dass die Tarife bei den privaten Krankenversicherungen steigen werden. Das liegt nicht nur an der neuen Beitragsgestaltung, die nicht mehr geschlechtsbezogen sein darf, sondern auch an ins Auge gefassten Leistungsverbesserungen.

Auch dürften die Risikozuschläge

Krankenversicherung Risikozuschlag

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ins Blickfeld geraden, denn auch die privaten Krankenversicherungen müssen Unsummen für die Behandlung chronischer Krankheiten aufbringen. Des Weiteren müssen sich dieVersicherer darauf gefasst machen, dass viele Versicherte von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen werden, wenn die nächste Prämienerhöhung ins Haus flattert. Daneben wird es auch Wechselwillige geben, die innerhalb der Gesellschaft nach günstigeren Tarifen suchen und diese auch in Anspruch nehmen wollen, weil z. B. ihr aktueller Tarif zu teuer wird, da keine Neukunden in diesem Tarif vorhanden sind.

Weiterhin wirkt sich die Absenkung des Rechnungszinses aus, der von aktuell 3,5 % herabgesetzt werden soll auf 2,75 %. All diese Dinge werden in die neue Beitragsgestaltung mit einfließen. Das ist eine Zinsentwicklung, die sich die Versicherungsbranche selbst eingebrockt hat. Die Beiträge werden automatisch dadurch erhöht, dass der kalkulatorische Rechnungszins gesenkt wird. Dabei ist für den Versicherten Folgendes zu beachten: Einige Versicherer lassen den gesenkten Rechnungszins gleich in die Beitragsgestaltung einfließen, andere warten lieber und überraschen den Versicherten erst nach einigen Monaten mit erhöhten Prämien.

Insbesondere für die privaten Krankenversicherungen kommt ein weiteres Problem zum Tragen. Sie schließen die derzeit bestehenden Tarife für Neukunden mit Stichtag 21.12.2012. Damit werden diese Tarife automatisch überaltert bzw. vergreist, denn es können keine jungen, gesunden und zahlungskräftige Neukunden diese Tarife abschließen. Die Bestandskunden in den Tarifen produzieren höhere Kosten, weil sie älter und damit anfälliger für Krankheiten sind. Die neuen Tarife sind dementsprechend günstiger, weil hier junge, gesunde Versicherte enthalten sind.

Wie das Tarifmanagement letztendlich aussieht, das kann man heute noch nicht vorhersagen. Dafür gibt es zu viele Variable, die in die Beitragsgestaltung mit einfließen, neben dem Unisex-Tarif.