Krankenkassen Wechsel durch Prämien geködert

Derzeit sind Prämienzahlungen im Gespräch bei den gesetzlichen Krankenkassen. Die Techniker Krankenkasse (TK) hat vorgelegt und die anderen Kassen ziehen nach. D.h. ab 2013 erhalten Mitglieder einiger Kassen bares Geld.

Prämienausschüttung der GKv

Die gesetzlichen Krankenkassen horten Gelder im Gesundheitsfonds. Durch den Anreiz der Techniker Krankenkasse, eine Auszahlung an die Mitglieder zu leisten, konnten 7 Millionen Krankenversicherung Wechsler mobilisiert werden. Dies ergab eine Umfrage von Stern. D.h. für die Krankenkassen im Konkurrenzkampf, dass bei Angebot einer Auszahlung neue Mitglieder hinzukommen können. Wer am meisten auszahlt hat wohl die besten Karten. 14 Prozent aller Befragten würden die GKV wechseln aufgrund einer Auszahlung einer Prämie. Die ergab eine Forsa-Umfrage von Stern. Die gesetzlichen Krankenkassen verfügen über 52 Millionen Mitglieder. D.h. für 7 Millionen wäre ein Wechsel der Krankenkasse interessant durch die Prämienzahlung. Daniel Bahr sowie das Bundesversicherungsamt wollen die Kassen zur Ausschüttung bringen. Das Finanzpolster von 22 Milliarden Euro lässt den Gesundheitsminister überlegen. Betriebskrankenkassen haben auch schon angekündigt Prämien auszuzahlen. Auch die Hanseatische Krankenkasse ist mit dabei in punkto Prämienzahlung.

Nicht alle großen Krankenkassen planen die Prämienzahlung. Denn eine Umfrage der Wirtschaftswoche bestätigte, dass die Barmer GEK, die AOK und die DAK kein Geld zurückzahlen möchten. Diese setzten eher auf Zusatzleistungen und Boni bei gesundheitsbewusstem Verhalten. Ein kostenloser Krankenkassenvergleich kann sich lohnen.

Prämienerhöhungen in der PKV

Aufgrund der Versprechen, die die PKV abgegeben hat, haben viele von der GKV in die PKV gewechselt. Solange die finanzielle Lage gut war, hat sich die PKV in der Regel auch kulant gezeigt und vieles bezahlt, was außerhalb der Vertragsleistungen war. Jetzt ist die finanzielle Lage angespannt und die Kulanz der PKV lässt merklich nach.
Versicherte müsse daher immer öfters feststellen, dass Behandlungen nicht bezahlt werden, die für sie bisher selbstverständlich waren. Auch waren viele davon überzeugt, dass diese Leistungen in ihrem Tarif bei ihrer Krankenversicherung, enthalten sind.

Prämienerhöhung der PKV

Für Aufregungen sorgten Schlagzeilen. Die PKV wollte Schulung für den Blindenstock eines erblindeten Mädchens nicht bezahlen, weil diese Leistung vertraglich nicht vereinbart war. Auch im Tarif des Versicherten sei diese Leistung nicht enthalten. Derzeit gibt es einige Versicherungen, die mit einer Prämienerhöhung von 30 % ihre Versicherten belasten. Der Versicherungsexperte Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bemängelt dies. Kunden der PKV, so berichtet er, können diese hohen Beiträge nicht mehr bezahlen, wenn sie im Ruhestand sind. Um diese Ausfälle zu kompensieren, müssen andere Versicherte höhere Prämien bezahlen.

Ein weiteres Problem der privaten Krankenversicherung ist das, dass ihr die Instrumente fehlen, die notwendig sind, um die steigenden Kosten aufzufangen. Höhere Kosten verursachen z. B. neue Krankheitsbilder und neue Behandlungsmethoden, aber auch die steigende Anzahl der Krankheitsfälle. Die Kosten für Leistungen bzw. Medikamente steigen stärker als bei den gesetzlichen Krankenkassen an. Apotheken, Arztpraxen, Zahnarztpraxen sowie Krankenhäusern langen kräftig zu, wenn der Patient privat krankenversichert ist. Aber auch die Verwaltung ist ein nicht zu übersehender Kostenfaktor. Die privaten Krankenversicherungen dürfen sich derzeit nicht wundern, wenn sie immer öfters infrage gestellt werden. Das liegt oft auch daran, dass sich PKV und GKV immer mehr aneinander orientieren. Wenn sich beide so angleichen, kommt sicherlich eine Einheitsversicherung.

Rechnungszins senken ist möglich

Erhöhung der Prämien für privat Versicherte Neukunden ist vorstellbar. Künftig ist es möglich, dass man tiefer in die Tasche greifen muss, wenn man sich privat versichern möchte.

Der Vorstandsvorsitzende der PKV stellte eine Senkung des Rechnungszinses zur Diskussion, welcher für die Altersrückstellung ist. Die Folge daraus, sind höhere Beiträge für Neukunden.

 

Tarife bieten nicht ausreichend Leistungen

 

Es gibt einige Probleme, welchen sich die private Krankenversicherung im Moment stellen muss. Neben den Forderungen der Regierungsopposition, welche eine einheitliche Bürgerversicherung möchte, steht noch das Problem im Raum, dass eine Vielzahl der Tarife nicht ausreichen Leistung bieten, im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die Studie, welche genau diese Ergebnisse präsentiert hat, soll nun genau überprüft werden, so wurde es in der Gesundheitsministerkonferenz beschlossen. Zum Wechsel des Jahres wollen die meisten Privatversicherer einen Mindeststandard auf den Weg bringen, welcher den Umfang der Leistungen für die Gesundheit einschließt. So schreibt es die Financial Times Deutschland. Ein Dauerthema der privaten Versicherungen ist auch die Erhöhung der Beiträge. Da die Zinsen sehr niedrig sind, hat die Branche damit ganz schön zu kämpfen.

Verband der Privatkassen: Diskussion über Zinssenkung bei  Neutarifen

Bei Altersrückstellung liegt die Verzinsung seit einiger Zeit bei 3,5 Prozent. In Zukunft ist es möglich diese nach unten zu korrigieren. Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass der Rechnungszins auf wenigstens zwei Prozentpunkte runter gesenkt wird, so sagt es Gesundheitsökonom Jürgen Wasem. Ziel dieser Maßnahme ist unter anderem: Spielräume für die Gewinnung von Zinsen der privaten Krankenkassen schaffen. Notwendig ist mehr Realismus bei den Zinskalkulationen der privaten Krankenkasse, so sagt der Experte. Es muss diskutiert werden, ob wir einen geringeren Zins einsetzen, wenn es neue Tarife gibt, betonte Reinhold Schulte im Rahmen der Tagung.


Momentane Zinsverdienste auf Dauer nicht mehr möglich

 

Schulte zitierte im FTD-Bericht sinngemäß: „es sei momentan kein Problem, die 3,5 Prozent Zinsen als Verdienst in der privaten Krankenversicherung zu sichern.“ Im Jahr zuvor waren es im Durchschnitt 4 Prozent. Viele Unternehmen werden wohl nicht mehr lange im Stande sein dies zu verdienen. Es ergibt sich die Frage, ob die generelle Absenkung des Rechnungszinses sinnvoll erscheint. Die Zinssenkung kann durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen unabhängig angeordnet werden.