Gleichstellung der PKV für Mann und Frau

Durch das Urteil der Unisextarife werden Mann und Frau in der privaten Krankenversicherung gleich gestellt. Zum Jahresende ändert sich die Preiskalkulation der PKV. Die Krankenversicherungsgesellschaften werden einige Angebote an den Markt bringen. Doch Verbrauchern wird empfohlen, sich nicht voreilig zu entscheiden.

Unisex Tarif PKV

Alexander Altmann / pixelio.de

Bisher waren Frauen in der PKV bedeutend teurer als Männer. Am 21. Dezember gibt es ganz neue Tarife der privaten Krankenversicherung. Männer zahlen in der Lebensversicherung mehr als Frauen. Der Europäische Gerichtshof hat über die Gleichstellung der Geschlechter entschieden. Geschlechtsspezifische Tarife sind ab Ende des Jahres passee. Innerhalb von Beratungsgesprächen wird von PKV Beratern empfohlen jetzt noch schnell einer Krankenversicherung abzuschließen, bevor die neue Tarifwelt aktiv wird. Doch vor solchen Aktionen wird gewarnt. Mit einem schnellen Abschluss einer Krankenversicherung ist dem Kunden nicht geholfen. Vielmehr muss auf die Qualität der Versicherung geachtet werden. Nicht unbedingt zu empfehlen sind Vertragsklauseln wie Primärarztprinzip. Dort erhält der Versicherte nämlich nur einen gewissen Prozentsatz der Kosten von der PKV, wenn er keine Überweisung beim Facharzt vorlegt. In manchen Fällen endete diese Klausel im Desaster. Das Buch „Diagnose unbezahlbar“ berichtet über die Thematik mit interessanten Tipps zum Thema.

Frauentarife waren teuer aufgrund von Schwangerschaften. Doch jetzt werden die Tarife der Männer ebenfalls angepasst und wahrscheinlich werden alle Tarife auf dem Niveau der teureren Frauentarife liegen. Männer können vorerst noch in ihren alten Tarifen bleiben, wobei es sich für Frauen lohnt in den günstigeren Unisextarif zu wechseln. Voreilige Tarif- oder Versicherungswechsel sind nicht hilfreich.

Private oder gesetzliche Krankenversicherung? Keine Entscheidung die man übers Knie brechen sollte!

Die Entscheidung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung kann fatale Folgen mit sich bringen. Einer der maßgeblichen Faktoren ist der Gesundheitszustand, welcher bei Abschluss einer PKV den Beitrag mitbestimmt. Nicht jeder Bürger kann sich privat versichern. Die Angst, dass die Beiträge im Alter nicht mehr finanzierbar sind, ist durchaus berechtigt.

Eine PKV sollte man auch nur dann in Erwägung ziehen, wenn man sich einen Premium-Tarif dauerhaft leisten kann. Die meisten Startertarife bieten eine eingeschränkte und nicht für jedermann direkt erkennbare Leistung mit dem Namen „Primärarztprinzip“ an. Dieser Passus im Vertrag  kann unter Umständen einen Menschen ruinieren. Der billige Beitrag lockt den jungen Existenzgründer schnell in die private Krankenversicherung. Doch wenn er während der Versicherungszeit erkrankt, muss er einen Arzt aufsuchen. Der Versicherte wälzt bei einer unerwarteten Krankheit nicht vorher noch schnell die Versicherungsbedingungen. Nicht immer informiert der Berater darüber, welche Folgen diese Klausel mit sich bringen kann. Das meint er nicht böse, manchmal weiß er es einfach nicht besser, weil er sich selbst noch in der Ausbildung befindet.

Was heißt das in der Praxis für den Versicherten?

Primärarztprinzip: Vorsicht!

In der Praxis bedeutet dies folgendes: Nehmen wir mal an, Sie sind in einem solchen Startertarif versichert und fühlen sich auf einmal wie erschlagen. Sie brauchen dringend ärztliche Hilfe, doch der Hausmediziner, den Sie in der Versicherungspolice als Primärarzt benannt haben, verbringt gerade seinen Urlaub auf Mallorca. Sie sind gesundheitsbewusst eingestellt, machen sich auf den direkten Weg zum nächsten Internisten. Die Formalität „Überweisung“, der es beim Primärarztprinzip bedarf, um volle 100 Prozent erstattet zu bekommen fehlt Ihnen jetzt.  In der Aufregung um Ihren Gesundheitszustand verfliegt der Gedanke daran. Sie kommen in die internistische Ambulanz, wo Sie als erstes eine Urinprobe abgeben müssen. Der Arzt kommt ins Zimmer und teilt mit, dass Sie an Diabetes erkrankt sind. Die knallharte Folge endet in einem Dilemma. Sie zahlen Ihr Leben lang eine Differenz von 20 Prozent aller Behandlungskosten, die mit dieser Krankheit in Zusammenhang stehen. Manchmal ist die Zusatzversicherung die bessere Wahl. Solch eine Diagnose einer chronischen Erkrankung wird gesetzlich Versicherten in dem Fall nur einmalig mit 10 Euro Praxisgebühr berechnet, wenn die Überweisung vergessen wurde.