Ehec Erreger noch keine Spur in Sicht

Auch wenn sich der Niedersächsische Landwirtschaftsminister so auf die Schuld der Sprossen einspielt hatte, die Sprossen sind nicht schuld an der Ehec-Epidemie. Die Schuldfrage ist immer noch offen. In den Sprossen waren keine Ehec-Erreger festzustellen. Damit zerschlägt sich die Hoffnung endlich den Erreger zu finden und weitere Krankheitsfälle und Todesfälle zu vermeiden.

Zwischenzeitlich hat sich die Zahl der von Ehec Erkrankten weiter erhöht und die Zahl der Todesfälle wurde mit 23 angegeben. Es gibt also immer noch keine Entwarnung. Lauter wird dagegen der Ruf nach einer Seuchenpolizei, die zentral bundesweit arbeitet. Dieser Ruf wird umso lauter, als sich die Zuständigkeiten im Bund und in den Ländern immer noch nicht klar verteilt haben.

Ein Favorit dafür wäre das Robert-Koch-Institut in Berlin, in dem auch jetzt schon alle Daten der Länder zusammenlaufen. Damit wären so schnelle und nicht bewiesene Aussagen sicherlich nicht mehr die Regel. Die SPD ist im Grunde für eine solche Regelung, während sich Ilse Aigner, die Bundeslandwirtschaftsministerin, dagegen stellt. Sie fürchtet vielleicht um Ihr Mandat.

Ehec Sprossen unter Verdacht

Endlich glaubt man den Schuldigen des Ehec-Erregers gefunden zu haben. Es sind Sprossen, die in Niedersachsen gewachsen sind. Bisher ist es nur ein Verdacht, der zur Schließung des Betriebes geführt hat, das Labor-Ergebnis steht noch aus.

Nachdem vor Gurken, Tomaten und Blattsalat gewarnt wurde, sind es jetzt die Sprossen, die als Schuldige erkannt worden sind. Dabei wären die Menschen weniger verunsichert, wenn die Politik sich einmal informativ geäußert hätte. So äußerte sich sehr spät der neue Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, zu diesem Thema. Er gab jedenfalls noch keine Entwarnung für Gurken, Tomaten und Blattsalat.

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann von der CDU hatte bereits am Sonntag über die Medien darüber informiert, dass das Sprossengemüse mit Ehec verseucht sein könnte. Einen Beweis konnte er jedoch nicht vorlegen, alles beruhe auf Indizien.

Fakt ist jedoch, solange keine Ergebnisse des Labors vorliegen, ist alles nur ein Verdacht. Gewünscht hätten wir uns, und übrigens auch das Robert-Koch-Institut, dass die Informationspolitik nicht nur vom Landwirtschaftsministerium aus gegangen wäre, sondern sich auch das Gesundheitsministerium früher mit Informationen an die Bürgerinnen und Bürger gewandt hätte.