PKV in der Diskussion

Die Diskussionen über die Krankenversicherung reißen nicht ab. Wer seine Krankenversicherung wechseln will, steht vor zwei Fragen. Die Erste bezieht sich auf den Beitrag, der natürlich günstiger sein als der seines bisherigen Anbieters. Eine wichtigere Frage ist der Inhalt des Leistungskatalogs.
Für gesetzlich Versicherte sind diese Fragen weniger interessant. Den Basisbeitrag legt die Bundesregierung ebenso fest wie den Leistungskatalog. Doch auch hier gibt es Unterschiede. So fordern einige gesetzliche Versicherer Zusatzbeiträge, andere verzichten darauf. Freiwillig erweiteren weniger Anbieter ihren Leistungskatalog beispBlauer Wegweiser mit Privat und Gesetzlichielsweise um Akupunktur oder Naturmedizin.

Versicherte

Privat Krankenversicherte müssen sich allerdings mit den Fragen auseinandersetzen. Die privaten Krankenversicherer bieten eine Vielzahl von Tarifen an, die bestimmte Leistungen enthalten. Diese kann jedes Mitglied nach Bedarf mit einem Bausteinsystem erweitern. So verschieden der Umfang der Leistungen der Tarife ist, so unterschiedlich rechnen sich die Beiträge.

Arbeitnehmer

Arbeitnehmer, welche die aufgrund ihres Einkommens nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sind, kommen in den Genuss, ihren Krankenversicherer frei wählen zu können. Damit ist nicht die Gesellschaft gemeint – diese war schon immer frei wählbar. Gemeint ist die Möglichkeit von der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem privaten Krankenversicherer zu wechseln.
Während die gesetzliche Krankenversicherung jeden Antragsteller aufnehmen muss, entscheiden die privaten Anbieter anhand des Gesundheitszustands über die Aufnahme. Auch Risikozuschläge oder Ausschluss bereits vorhandener Krankheiten aus dem Vertrag sind möglich. Die Wahl des Krankenversicherers haben auch Selbstständige und Freiberufler. Sie haben die Möglichkeit, sich bei der gesetzlichen Krankenkasse freiwillig zu versichern oder einen privaten Anbieter zu wählen.
Bei der Wahl des Krankenversicherers ist auch die familiäre Situation ein Faktor, der zu berücksichtigten ist. Während die gesetzliche Krankenversicherung Familienmitglieder kostenlos beim Mitglied mitversichert, ist das bei der privaten Krankenversicherung nicht der Fall.

Welche Versicherung ist die richtige?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Jeder Mensch hat bestimmte Bedürfnisse, Vorstellung und Wünsche. Wer den Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem privaten Anbieter vollziehen will, sollte die Gesellschaften und ihre Tarife vergleichen. Mehr als 50 private Krankenversicherer bieten ihre Tarife an. Um den richtigen Anbieter zu finden, sind umfangreiche Recherchen notwendig, für die nicht jeder Interessent Zeit aufbringen kann oder will. Diese aufwendige Recherche übernimmt krankenversicherungsvergleiche.de für diejenigen, die ihren Anbieter wechseln wollen. Das Vergleichsportal vergleicht kostenlos und anhand der eingegebenen Angaben individuell die Versicherer und ihre Tarife.

Portal

Das Vergleichsportal sucht aus diesem Tarifdschungel die Tarife und Versicherer aus, die anhand der Daten infrage kommen. Als Kriterien dienen Leistungen und Beitrag. Interessenten finden bei krankenversicherungsvergleiche.de den Anbieter, der die bestmöglichsten Leistungen zum versichertenfreundlichen Beitrag bereitstellt.

Die GKV schwimmen im Geld, die PKVs kämpfen

Die gesetzlichen Krankenkassen sind finanziell auf der goldenen Seite. Schon sehr lange nicht mehr schwammen die gesetzlichen Krankenkassen derart im Geld. Sie können es sich leisten, Prämien zurückzuzahlen und die Beiträge stabil zu belassen. Dazu fällt auch die Praxisgebühr weg – Vorteile, die die GKVs für ihre Werbung nutzen.

GKV schwimmt im Geld

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Anders bei den privaten Krankenversicherungen. Die PKVs haben keine Kostenbremse und leiden unter den hohen Ausgaben, die stetig ansteigen. Dazu kommt noch die Phase, in der das Zinsniveau auf einem Tiefpunkt gelandet ist. Ein weiterer Grund für die hohe Belastung der privaten Krankenversicherungen ist der, dass viele Tarife überaltert sind und richtig Geld kosten – Geld, das auf dem Kapitalmarkt liegt und immer weniger Renditen einbringt. Auch wenn die PKVs dort etwa 170 Milliarden Euro liegen haben, sind die Ausgaben kaum zu bewältigen.

All diese Gründe – und natürlich auch die vom Europäischen Gerichtshof auferlegten Unisex-Tarife – stehen für Beitragserhöhungen in den einzelnen Tarifen. Das bringt natürlich keine neuen Kunden. Schon im ersten Halbjahr 2012 kam der sonst so zuverlässige Zuwachs nicht zustande – im Gegenteil, die Zahl der privat Versicherten sank. Damit wird auch im Jahre 2013 zu rechnen sein, wenn die Beiträge für die geschlechtsneutralen Tarife zu Buche schlagen.

Die Hoffnung der privaten Krankenversicherungen beruht darauf, dass die derzeitige Zurückhaltung für einen Wechsel in die PKV nicht dauerhaft, sondern nur kurz ist. Doch die gesetzlichen Krankenkassen machen es den privaten Krankenversicherungen schwer. Während bei den GKVs die Versicherten keine Beitragserhöhungen zu erwarten haben – die Bundestagswahl ist 2013 – können die PKVs ihre aktuellen Beiträge kaum stabil halten. Sie sind auf das Neugeschäft angewiesen, damit Tarife nicht nur von Bestandskunden bevölkert werden, sondern immer wieder junge, zahlungskräftige Versicherte zustoßen. Wenn das nicht mehr der Fall sein sollte, dann werden auch die Tarife bzw. die Beiträge für Bestandskunden in die Höhe schnellen.

Beamte erhalten Beihilfe zur privaten Krankenversicherung

Beamte haben einen besonderen Status als Arbeitnehmer, denn sie erhalten für die Kosten, die ihnen bei der ärztlichen Versorgung entstehen, vom Staat einen Zuschuss. Allerdings unterliegen Beamte auch – wie jeder andere – der Versicherungspflicht. Ein Beamter ist kein „normaler“ Arbeitnehmer, sondern steht in einem öffentlich-rechtlichen Treueverhältnis zu seinem Arbeitgeber (dem Staat). Eine große Anzahl der Beamten ist bei den privaten Krankenversicherungen versichert, die für diese Berufsgruppe ganz individuelle und spezielle Tarife bereitstehen hat.

 

Beamte PKV

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Die Beihilfe, die der Beamte vom Staat für seinen Gesundheitsschutz erhält, wird nicht nur für den beim Staat angestellten Beamten, sondern auch für seine Familie – Ehegatte und Kinder bis 25 Jahre – bezahlt. Diese Beihilfe ist gestaffelt, der Beamte erhält 50 % seiner Kosten, während der Ehegatte mit 70 % zu Buche schlägt und die Kinder sogar mit 80 %. Hat der Beamte mehr als ein Kind, das zu berücksichtigen ist, dann erhält er, wie auch der Pensionär, 70 % seiner Kosten vom Staat erstattet. Allerdings ist die Beihilfe nicht bundeseinheitlich, sondern kann zwischen Beamte von Bund, Ländern und Kommunen durchaus unterschiedliche Höhen beinhalten.

Die privaten Krankenversicherungen haben für Beamte eigene Tarife ins Leben gerufen, die den Beamten – ganz nach seinem Dienstherrn und dessen Zuschüssen – mit entsprechend günstigen Beiträgen optimal versichern. Der Vorteil, den die Beamten gegenüber Angestellten haben, ist der, dass der Arbeitgeber – in diesem Falle der Staat – einen hohen Prozentsatz der Kosten für Krankheit übernimmt und die privaten Krankenversicherungen somit dem Beamten einen hervorragenden Tarif zu einem extrem günstigen Beitrag anbieten können.

Alle speziellen Tarife für Beamte sind auf deren individuelle Absicherung zugeschnitten. Dabei werden die Krankheitskosten abgedeckt, die der Arbeitgeber nicht übernimmt. Allerdings erhält der Beamte keine weitere Beihilfe, das nach dem Sozialrecht die Aufwendungen, die für die Krankheitsvorsorge zu erwarten sind, mit dem Anteil der Besoldung vom Arbeitgeber (dem Staat) abgegolten. Die Beihilfetarife der privaten Krankenversicherung für Beamte komplettieren den Schutz für den Versicherungsnehmer.

PKV Branche kämpft um die Private Krankenversicherung

Die Branche hat es schwer

Erst das Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das die Unisex-Tarife ins Leben gerufen hat, dann das niedrige Zinsniveau am Markt und zu guter Letzt auch noch die hohen Kosten für Honorare und Apotheken – das alles macht das Leben bzw. die Verwaltung der privaten Krankenversicherungen nicht einfacher.

Unisex und Bisex

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Fangen wir mit den Unisex-Tarifen an. Bei diesen neuen Tarifen werden die Beiträge für Männer gewaltig steigen. Frauen profitieren sicherlich kaum, denn die Beitragsgestaltung wird sich an ihren bisherigen Tarifen orientieren, sodass Frauen bei Neuverträgen nach dem 20. Dezember 2012 etwa den Beitragsstand haben wie heute auch.

Das niedrige Zinsniveau belastet die privaten Krankenversicherungen enorm. Haben sie doch die Rücklagen der Versicherten auf dem Markt angelegt und müssen seit 2011 immer wieder mit niedrigeren Zinsen kalkulieren. 4,1 % bekamen die Versicherer noch im Jahre 2011 für Geldanlagen, 2012 waren es nur noch 3,5 % und für 2013 wird mit 2,75 % kalkuliert. Der Verlust schlägt sich natürlich auf die Beiträge für Neukunden nieder, denn ihre Rücklagen müssen später dieselben sein, wie die der Bestandskunden. Das ist deshalb so wichtig, weil die Aufwendungen für die Krankheitskosten mit den Kapitalerträgen aufgefangen bzw. mitfinanziert werden.

Wer also als junger und gesunder Mann einen Wechsel in die private Krankenversicherung vornehmen will, der sollte es vor dem Stichtag 21. Dezember 2012 machen. Damit kommt er noch in den Genuss der Bisex-Tarife und einem niedrigeren Beitrag. Das gilt auch für die private Pflegeversicherung. Diejenigen, die eine private Krankenversicherung nicht wirklich brauchen oder wollen, sollten sich nicht von der Werbung zum Abschluss eines Vertrages animieren lassen.

Die privaten Krankenversicherungen überarbeiten auch ihren Leistungskatalog und stocken diesen auf z. B. mit neuen Leistungen. Auch das überträgt sich auf die Beitragsgestaltung. Doch irgendwie müssen sich die privaten Krankenversicherungen von der gesetzlichen Krankenkasse abheben und das geht nun mal nur über einen besseren Leistungskatalog, für den Versicherte auch gerne etwas mehr bezahlen.

Mediziner sind für den Erhalt der PKV

Die Mediziner in Deutschland stimmen für den Erhalt der privaten Krankenversicherung (PKV). Dennoch sind sie der Meinung, dass eine Reform notwendig ist. Beim Ärztetag in Nürnberg sollen Zukunftspläne der PKV ein Thema sein.

PKV und die Ärztelobby

Der Präsident der Deutschen Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, teilte mit, dass die Mediziner zur rechten Zeit vor den Änderungen in der Politik eine Duftmarke setzen möchten. Im Jahr 2013 finden die Neuwahlen statt. Ausschlaggebend für die Existenz der PKV wird die Wahlentscheidung sein. Denn SPD und Grüne sind für eine sogenannte „Bürgerversicherung“. Dies könnte die private Krankenversicherung Kopf und Kragen kosten. «Wir wollen als Ärzteschaft rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf eine klare Duftmarke setzen», teilte Montgomery der dpa mit. «Wir gehen davon aus, dass die Systemfrage eine Rolle im Wahlkampf spielen wird», meinte er.

Politik und die Bürgerversicherung

Die SPD ist für ein einheitliches System, ohne dass PKV und GKV getrennt sind. Die Union stellt die derzeitige Form der privaten Krankenversicherung in Frage. «Ich glaube, dass es keines dramatischen Systemwechsels bedarf», so Montgomery. Er hält die Bürgerversicherung für eine Fehlentwicklung. Die Einführung dieser Versicherung würde große Leistungseinschränkungen mit sich bringen. Der Gutverdiener kauft sich einfach eine bessere Versorgung, wenn die Bürgerversicherung ins Spiel kommt. Das System mit privater und gesetzlicher Krankenkasse soll erhalten bleiben lt. dem Präsidenten der Ärztekammer. Aufgrund der Beitragsentwicklung und den großen Sprüngen der Steigerungen in der PKV hält Montgomery eine Reform für sinnvoll. Einsteigertarife sind zu Beginn bezahlbar und sind aber schwierig einzuschätzen.

Tarifbeispiel eines Einsteigertarifes mit Erhöhungen

Die Central Krankenversicherung entwickelte die Tarife „KEH“ welche für Einsteiger vor einigen Jahren enorm günstig ins Rennen gingen. Nach ein paar Jahren legte der Tarif über 25 Prozent zu mit einer Beitragserhöhung. Lt. Montgomery müssen diese Probleme reguliert werden. Einige private Krankenversicherer wie DKV, Central und Co. haben bereits Billigtarife vom Markt genommen. Der Trend geht in die Richtung Qualität. «Diese Dinge müssen wir regulieren.» Insgesamt sei Schwarz-Gelb in der Gesundheitspolitik durchaus erfolgreich gewesen. «, sagte der Ärztekammer-Präsident. Bei der Wahl möchte er dies auch betonen.

Gesetzliche Krankenversicherung und finanzielles Polster

Die GKV verfügt derzeit über mehr als 5 Milliarden Euro Polster. Montgomery meint, dass diese Mittel für eine eventuelle Krise bei der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben sollen. Die Abschaffung der Praxisgebühr wäre eine Alternative den Versicherten vor der Wahl Geld zurück zugeben. Diese verursacht viel Bürokratie und belastet die Patienten.

Unisex Tarife: gleicher Preis für alle in der privaten Krankenversicherung

Frauen leben länger als Männer, das sagt die Statistik. Und Frauen nutzen öfters als Männer medizinische Leistungen, auch das sagt die Statistik.

Mit diesem statistischen Datenmaterial wurden die Tarife bei den privaten Krankenversicherungen und für die Rentenversicherungen so gestaltet, dass Frauen höhere Beiträge zu bezahlen hatten als Männer. Interessant ist dabei, dass Frauen bei KFZ-Versicherungen und Lebensversicherungen, hierbei geht es um den Schutz im Todesfall, weniger bezahlen als Männer. Zum Einen verursachen Frauen weniger Unfälle und zum Anderen ist die Wahrscheinlich sehr gering, dass Frauen vor Vertragsende einer Lebensversicherung sterben.

Für dieses Phänomen hat der Europäische Gerichtshof ein Urteil gesprochen und damit der unterschiedliche Beitragsgestaltung ein Ende gesetzt. Gleichberechtigung in allen Versicherungsfragen, d. h. in der Krankenversicherung  und Rentenversicherung werden Männer stärker zur Kasse geben und bei der KFZ-Versicherung und dem Todesfallschutz zahlen Frauen drauf. Es lebe die Gleichberechtigung! Bis Ende 2012 haben die Versicherungen Zeit sich an die Gleichberechtigung zu gewöhnen.