In welchen Fällen die gesetzliche Krankenversicherung die bessere Wahl sein kann


Ein Gastbeitrag des Finanz- und Verbraucherportals topKonto.de.

Wer als Beamter arbeitet, selbstständig ist oder ein sehr hohes Einkommen hat, steht vor der Qual der Wahl: Private oder gesetzliche Krankenversicherung? Auf den ersten Blick würden viele Menschen die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung bevorzugen, da dort meist einfach die besseren Leistungen geboten werden. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt – auch private Krankenversicherungen haben ihre Nachteile. Aus diesem Grund sollte man sich vor Abschluss eines Versicherungsvertrages genau überlegen, welche Bausteine einem persönlich wichtig sind und welche Krankenversicherungsart aber auch welche Gesellschaft die eigenen Bedürfnisse am ehesten erfüllt.

Beitragsberechnungen und Beitragssteigerungen

 

Steigende Beiträge

© cynoclub – Fotolia.com

Ein großer Vorteil der privaten Krankenversicherungen (PKV) besteht darin, dass die Beiträge nicht anhand des Einkommens festgelegt werden. Man zahlt also nur für die Leistungen, für die man sich bei der Zusammenstellung des „Versicherungspaketes“ entschieden hat. Junge, gesunde Menschen müssen bei privaten Krankenversicherungen meistens weniger als bei gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zahlen. Doch im Laufe der Jahre können die Beiträge langsam, aber stetig steigen. Es ist keine Seltenheit, dass man als Senior rund 800 Euro pro Monat für eine private Krankenversicherung zahlen muss. Wer sich das nicht mehr leisten kann, hat schlechte Karten: Immerhin ist der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenkasse fast unmöglich.

Leistungsumfang

Im Allgemeinen zeichnen sich private Krankenversicherungen durch einen umfangreicheren Leistungskatalog aus. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass man auch von allen Leistungen profitiert. Wer eine private Krankenversicherung abschließt, erhält nur die Leistungen, die er ausdrücklich abgeschlossen hat. Eine sehr umfangreiche Versicherung kann viele hundert Euro im Monat kosten und somit das eigene Budget gnadenlos übersteigen. Abgesehen davon besteht die Gefahr, dass Ärzte versuchen, so viel Gewinn wie möglich mit Privatpatienten zu machen. Immerhin können bei der Behandlung von Privatpatienten wesentlich höhere Honorare angesetzt werden, was dazu führt, dass teilweise unnötige Untersuchungen stattfinden. Die zielgerichtete Diagnose von Krankheiten kann dadurch in Einzelfällen eher verzögert werden – was im schlimmsten Fall langfristige Folgen für den Patienten hat.

Hohe Kosten

Wer privat versichert ist, muss die Kosten für Arztbesuche und Medikamente zunächst selber bezahlen. Erst nach wenigen Wochen erhält man die Kosten von der privaten Krankenversicherung zurückerstattet. Problematisch wird es dann, wenn sich die private Krankenversicherung weigert, für die entstandenen Kosten zu zahlen. In diesem Fall bleibt der Patient auf seinen Kosten sitzen und muss jeden Cent für die Arztbehandlungen aus eigener Tasche zahlen. Bei hohen Arztrechnungen kann das durchaus zu finanziellen Problemen führen – vor allem dann, wenn man nicht viele Ersparnisse hat. Noch schwieriger wird es, wenn man unter schweren, chronischen Krankheiten leidet und die private Krankenversicherung einfach nicht zahlen will.

Abgesehen davon ist es bei der gesetzlichen Krankenversicherung möglich, Kinder und nicht erwerbstätige Ehepartner beitragsfrei mitzuversichern. Bei privaten Krankenkassen muss hingegen jedes Mitglied entsprechende Beiträge zahlen. Wer Alleinverdiener ist und eine große Familie zu ernähren hat, wird sich unter Umständen also lieber für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden.

Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung bei privaten Krankenversicherungen birgt viele Risiken. Menschen, die bereits Vorerkrankungen haben, werden meistens nicht von privaten Krankenversicherungen angenommen – und falls doch, dann nur mit einem entsprechend hohen Risikozuschlag. Dadurch können die ohnehin schon hohen Kosten noch weiter steigen und den Traum von der privaten Krankenversicherung platzen lassen. Der Vorteil von gesetzlichen Krankenversicherungen besteht darin, dass sie jeden annehmen müssen – egal wie krank oder gesund derjenige ist. Aus diesem Grund hat man als gesetzlich Versicherter bessere Chancen, eine gute Versicherung zu erhalten und nicht wegen gesundheitlicher Probleme schlecht behandelt zu werden.

Gut informieren sollte man sich, bevor man einer einzelnen Gesellschaft beitritt, egal ob PKV oder GKV. Am Beispiel der gesetzlichen Kassen: Dort übernehmen einzelne Gesellschaften sogar Leistungen, zu denen Sie teilweise nicht verpflichtet wären. Als Positivbeispiel ist hier etwa die Techniker Krankenkasse zu nennen. Andere Mitbewerber verfügen hier teilweise über einen deutlich schlechteren Ruf.

Krankenkassen Wechsel durch Prämien geködert

Derzeit sind Prämienzahlungen im Gespräch bei den gesetzlichen Krankenkassen. Die Techniker Krankenkasse (TK) hat vorgelegt und die anderen Kassen ziehen nach. D.h. ab 2013 erhalten Mitglieder einiger Kassen bares Geld.

Prämienausschüttung der GKv

Die gesetzlichen Krankenkassen horten Gelder im Gesundheitsfonds. Durch den Anreiz der Techniker Krankenkasse, eine Auszahlung an die Mitglieder zu leisten, konnten 7 Millionen Krankenversicherung Wechsler mobilisiert werden. Dies ergab eine Umfrage von Stern. D.h. für die Krankenkassen im Konkurrenzkampf, dass bei Angebot einer Auszahlung neue Mitglieder hinzukommen können. Wer am meisten auszahlt hat wohl die besten Karten. 14 Prozent aller Befragten würden die GKV wechseln aufgrund einer Auszahlung einer Prämie. Die ergab eine Forsa-Umfrage von Stern. Die gesetzlichen Krankenkassen verfügen über 52 Millionen Mitglieder. D.h. für 7 Millionen wäre ein Wechsel der Krankenkasse interessant durch die Prämienzahlung. Daniel Bahr sowie das Bundesversicherungsamt wollen die Kassen zur Ausschüttung bringen. Das Finanzpolster von 22 Milliarden Euro lässt den Gesundheitsminister überlegen. Betriebskrankenkassen haben auch schon angekündigt Prämien auszuzahlen. Auch die Hanseatische Krankenkasse ist mit dabei in punkto Prämienzahlung.

Nicht alle großen Krankenkassen planen die Prämienzahlung. Denn eine Umfrage der Wirtschaftswoche bestätigte, dass die Barmer GEK, die AOK und die DAK kein Geld zurückzahlen möchten. Diese setzten eher auf Zusatzleistungen und Boni bei gesundheitsbewusstem Verhalten. Ein kostenloser Krankenkassenvergleich kann sich lohnen.

Mehrere GKVs zahlen Prämien aus

Die Techniker Krankenkasse war die erste, die bekannt gab, dass Sie Prämien an Ihre Mitglieder weiter gibt. Auch die Hanseatische Krankenkasse (HEK) zog nach. Die gesetzlichen Krankenkassen verfügen derzeit über Milliardenüberschüsse.

Prämienerstattung GKV

Lt. einem Bericht von Focus Online zufolge zahlen von 146 gesetzlichen Krankenkassen 19 Kassen Prämien aus. Zum Beginn 2013 wird die Techniker Kasse nach eigener Ankündigung 100 Euro an jeden einzelnen Beitragszahler erstatten. Eine genaue Summe wurde noch nicht genannt seitens der TK. Die 100 Euro waren nur ein Betrag, der im Raum stand. Es könnte sogar mehr sein als diese 100 Euro. Nach der Bekanntgabe der TK kündigte die HEK ebenfalls eine Prämien Auszahlung an. Der Kassenvorstand der HEK teilte mit, dass im kommenden Mai jedes Mitglied 75 Euro ausgezahlt bekommt. Mindestens 19 weitere gesetzliche Krankenversicherungen sollen mit von der Partie sein. Dem Auszahlungsmodell schließen sich nun mehrere Kassen an. 81 Krankenkassen wurden befragt und 19 stimmten zu. Die Auszahlung soll zwischen 50 und 100 Euro je nach Kasse liegen.

Mehrere Krankenkassen zahlen Prämien

Kleinere Betriebskrankenkassen wie z.B. die G+v BKK oder die BKK Wirtschaft und Finanzen wollen ab 2012 Rückerstattungen bezahlen. Andere wiederum wollen eher Leistungszuschüsse gewähren. Naturheilkunde, Präventiosprogramme oder Zahnreinigungen sind spezielle Leistungen, die in der Regel sonst nicht übernommen werden. Solche möchten die gesetzlichen Krankenversicherungen anbieten anstatt einer Auszahlung. Eine Zahnreinigung kostet auch manchmal 100 Euro. Von daher kann dies sich ähnlich für den Patienten lohnen. Gefordert wird den Beitragssatz zu senken oder zu reformieren lt. Politik. Es könnte sein, dass die Beitragssätze wieder flexibler werden und die Konkurrenz der Kassen wieder belebt wird. Somit würden Zusatzleistungen wieder in den Vergleich der Krankenversicherungen als Hauptaugenmerk mit rein fallen. Der allgemeine Satz wurde erst auf 15,5 Prozent festgeschrieben.

Krankenkasse zahlt Prämien aus

Die Techniker Krankenkasse (TK) zahlt den Versicherten Beiträge aus. 600 Millionen Euro werden an die Mitglieder der TK ausgezahlt. Auch Menschen, die in die Techniker Krankenkasse wechseln erhalten Vorteile dadurch.

Prämienauszahlung an Mitglieder der TK

Die Rücklagen der Techniker Krankenkasse werden an die Mitglieder ausgezahlt. Die TK verfügt über Milliardenrücklagen. Sechs Millionen werden nun an die treuen Beitragszahler gezahlt. Jens Baas, der Vorstandschef der TK teilte noch keine detaillierten Zahlen mit. Der Verwaltungsrat der Krankenkasse entscheidet erst kommenden Monat darüber. Die Prämie soll lt. Berliner Zeitung mindestens 100 Euro betragen. Doch zwischen 60 und 120 Euro standen Zahlen im Raum.

Jeder Versicherte der TK soll die Prämie erhalten. D.h. dies ist für jede Person gültig die 2013 bei der Techniker Krankenkasse Mitglied ist. Wer die Prämie als anderweitig Versicherter erhalten möchte, sollte im Oktober kündigen um die volle Prämie zu kassieren. Denn so könnte er pünktlich zur Quartalsfrist zum 01. Januar zur TK wechseln. Via Überweisung oder Scheck wird der zu versteuernde Betrag an die Mitglieder ausgezahlt. Familienangehörige die in der Familienversicherung versichert sind, erhalten keine Auszahlung.

Techniker Krankenkasse: gewinnt Mitglieder

Die TK rechnet mit einem großen Zuwachs an Mitgliedern. Die Prämienzahlung soll aber nur einmalig erfolgen, das die Kosten im Gesundheitswesen weiterhin steigen werden. Es herrscht ein großer politischer Druck auf die Krankenkassen. Die TK reagierte mit der Ankündigung der Prämien Ausschüttung. Die Mehrheit der Kassen weigerte sich die Reserven des Gesundheitsfonds anzurühren.