Termin beim Facharzt ist manchmal schwer zu bekommen

Die Ungleichbehandlung bei der Terminvergabe bei Fachärzten, die gesetzlich Krankenversicherte gegenüber Privatpatienten erfahren müssen, sorgt für Unmut. Viele Ärzte, nicht nur Fachärzte, lassen ihre gesetzlich versicherten Patienten lange im Wartezimmer sitzen und vergeben Termine, die keineswegs zeitnah sind. Im Außerdem ist die Zeit, in der ein privat Versicherter im Behandlungszimmer mit dem Arzt sitzt, ausgesprochen kurz. Kassenpatienten sind aktuell gegenüber Privatpatienten im Nachteil.

Krankenversicherung Finanztest

Kassenpatienten

Dabei würden viele Kassenpatienten in die private Krankenversicherung wechseln – wenn sie könnten. In der Regel liegt es weder am Willen noch an den finanziellen Mitteln, um die Prämien zu bezahlen, sondern am Gesetzgeber. Dieser schreibt bestimmte Richtlinien vor, wann ein gesetzlich Krankenversicherter in die private Krankenversicherung wechseln darf und wann dies nicht der Fall ist.

Wechsel der Krankenversicherung

Fakt ist, die gesetzlichen Krankenversicherer haben bedeutend mehr Mitglieder als die private Krankenversicherung. Grund dafür ist der Umstand, dass jeder Arbeitnehmer, vom Auszubildenden bis zum Manager, in der gesetzlichen Krankenversicherung automatisch versichert wird. Erst wenn das Einkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich. Für Selbstständige, freiberuflich Tätige und Beamte sowie Studenten ist der Beitritt zur privaten Krankenversicherung ohne Beachtung der Versicherungspflichtgrenze gestattet.

GKV

Die gesetzliche Krankenversicherung ist ein Teil des staatlichen Gesundheitssystem in Deutschland. In der GKV sind alle Arbeitnehmer versichert, die der Versicherungspflicht unterliegen. Die Höhe der Beiträge bestimmt das Bundesgesundheitsministerium, derzeit liegt der Beitrag bei 14,6 Prozent, den Arbeitnehmer / Rentner und Arbeitgeber/Rentenversicherungsträger je zur Hälfte tragen. Nach den Richtlinien des Bundesgesundheitsministeriums ist es den gesetzlichen Krankenversicherern gestattet, von ihren Mitgliedern einkommensabhängige Zusatzbeiträge zu fordern.

Leistungen

Mit jeder Gesundheitsreform wird der Leistungskatalog der GKV dünner. Familienmitglieder sind bei der gesetzlichen Krankenversicherung jedoch immer noch beitragsfrei über das Mitglied versichert. Die GKV stuft Mitglieder als chronisch krank ein, wenn sie einmal pro Quartal einen Arzt aufsuchen und sich ihre Erkrankung verschlechtert – Vorsorgeuntersuchungen zählen dabei nicht. Die Kosten für Behandlungen, beispielsweise die professionelle Zahnreinigung, Glaukom-Untersuchung sowie viele Hilfsmittel wie Brillen muss der Versicherte selbst tragen.

Prämien

Bei den privaten Krankenversicherern gestalten sich die Prämien individuell nach den Angaben des Antragstellers. In die Berechnung fließt neben dem Gesundheitszustand und dem Alter auch die Höhe der Selbstbeteiligung ein. Das Einkommen des Mitglieds spielt bei der privaten Krankenversicherung keine Rolle. In Bezug auf Kostenübernahme ist die private Krankenversicherung großzügiger. Allerdings kommt es hierbei auf den gewählten Tarif und den darin enthaltenen Leistungen an. Der große Vorteil, den Privatpatienten genießen, ist die kurzfristige Terminvergabe von Ärzten und Fachärzten sowie die Möglichkeit, auch die alternative Medizin zu nutzen.