Stiftung Warentest nimmt PKV unter die Lupe

Regelmäßig testet Stiftung Warentest die privaten Krankenversicherungen. So auch 2014, wo es mehrere Tarife der PKV zum Testsieger schafften.
Es ist eine Entscheidung, die sich kaum rückgängig machen lässt – der Wechsel zur privaten Krankenversicherung. Die gesetzliche Krankenversicherung nimmt ausgeschiedenen Mitgliedern den Abzug übel und verweigert mehrheitlich die Rückkehr. Für Wechselfreudige ist es wichtig, die PKV zu finden, die mit ihren Tarifen die Bedürfnisse von Neukunden erfüllt. Die Testergebnisse der Stiftung Warentest und dem Magazin „Finanztest“ bieten mit ihren Ergebnisse eine Hilfe bei der Auswahl der Anbieter.

Krankenversicherung Finanztest
Im Jahr 2014 testete Stiftung Warentest die PKV auf ihre Tarife für Selbstständige, Angestellte und Beamte. Bei den Tarifen für Beamte gehören Concordia, Debeka und HUK-Coburg zu den Testsiegern. Anders bei Selbstständigen. Hier punkten Provinzial Hannover, HUK-Coburg und die Bayerische Beamtenkasse. Die HUK-Coburg sowie die Provinzial Hannover machen neben der Nürnberger PKV einen Eindruck bei ihren Tarifen für Angestellte.
Die Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf einen Kundenkreis mit bestimmten Mustern. Voraussetzungen bilden bei der Errechnung der Prämien und Tarife eine Variable, die sich individuell bei jedem Kunden ändert. Damit unterwerfen sich die Ergebnisse starken Veränderungen.
Die Testergebnisse der PKV von Stiftung Warentest sind eine Hilfe. Wechselwillige sollten der Beitragsentwicklung der jeweiligen PKV ebenfalls Beachtung schenken. Prämien für viele Tarife erhöhte die PKV in den vergangenen Jahren, was ihre Kunden verärgerte. Mit einem Blick auf die Testergebnisse und den Informationen über die Beitragsentwicklung fällt die Entscheidung für einen bestimmten Anbieter leichter. Die Testergebnisse finden Sie auf der Website von Stiftung Warentest.
Quellen:

Die Debeka als Vorreiter für befristete Aufnahmegarantie

Den Kritikern zum Trotz hat die Debeka die Absicht, eine befristete Aufnahmegarantie für Arbeitnehmer einzuführen, die aufgrund Vorerkrankungen Probleme hätten in die PKV eintreten zu können. Es wird sicherlich so sein, dass andere Gesellschaften diesem Beispiel folgen wollen.

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Nachdem Kritiker immer wieder argumentiert hatten, dass die PKV und damit auch die die private Krankenversicherung Debeka nur die Rosinen aus dem Kuchen picken wollen, hat sich die Debeka entschieden auch den Arbeitnehmern mit Vorerkrankungen sowie deren Familien die Möglichkeit für einen Wechsel aus der gesetzlichen Krankenkasse in die PKV zu geben. Keinem Angestellten, der sich das erste Mal bei der Debeka versichern will, wird die Aufnahme von der Debeka verweigert werden. So die Aussage von Uwe Laue, dem Vorstandschef der Debeka.

Die Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen sind beitragsorientiert und daher vom Einkommen des Versicherten abhängig. Der Gesundheitszustand ist bei der Beitragsgestaltung nicht relevant. Die PKV gestaltet ihre Beitragsfindung anders. Hier ist der Gesundheitszustand sehr relevant, denn Versicherte mit Vorerkrankungen bezahlen höhere Prämien bzw. werden Risikozuschläge in den Beitrag eingerechnet. Manche PKVs nehmen Interessenten mit Vorerkrankungen gar nicht erst auf.

Diesen Zustand will die Debeka ändern. Jeder Arbeitnehmer, die erstmals die Versicherungspflichtgrenze nach dem Jahreswechsel 2013 überschreitet, kann sicher sein, dass er sich bei der Debeka Krankenversichern kann, auch dann, wenn er bereits krank ist. Bei einem Wechsel erwartet den Versicherten zwar kein Leistungsausschluss, jedoch ein Risikozuschlag von max. 30 %. Es ist ein Angebot, dessen Gültigkeit beschränkt ist. Nur wenn der Wechsel von der GKV zur PKV innerhalb von sechs Monaten vollzogen wird, greift dieses Angebot. Die Versicherungspflichtgrenze ist das Einkommen bzw. Gehalt, das der Arbeitnehmer mindestens erhält, um aus der gesetzlichen Krankenversicherung auszutreten (2013 sind es 52 200 Euro). Einen Mindestverdienst gibt es bei Beamten und Selbstständigen nicht, sodass sie sich in der PKV immer versichern können.

Uwe Laue sieht die Aufnahmegarantie als einen Meilenstein, der die ganze Branche betrifft. Die ersten Unternehmen werden diesem Meilenstein folgen und es bleibt zu hoffen, dass die noch nicht entschlossenen Unternehmen ebenfalls folgen werden. Solche Aktionen sind für die PKV nicht neu. Für Beamtenanwärter, auch wenn sie bereits schwer krank sind, und ihren Familienangehörigen wird die Aufnahme in der PKV, zwar unter bestimmten Voraussetzungen, angeboten. Auch hier gibt es eine Beschränkung der Risikozuschläge von 30 Prozent. Nach eigenen Angaben waren bei der Debeka im Jahr 2012 2560 Männer, 3460 Frauen und 5450 Kinder versichert – Versicherte, die aufgrund der üblichen Bedingungen der PKV nicht versicherbar wären, wie z. B. Bluter.

Der Leistungskatalog soll keine Lücken mehr haben

Den Wind aus den Segeln nehmen will die Debeka in erster Linie den Kritikern, Politikern und der Öffentlichkeit mit ihrem Vorstoß. Der Vorstand der Debeka hält viele der Vorwürfe für nicht berechtigt, doch die Probleme, die die PKV hat, müssen beseitigt werden. Dazu gehört der Mindeststandards und seine Umsetzung, ein Standard, der für die Vollversicherung vom PKV-Verband empfohlenen wurde. Besonderen in den Bereichen der Psychotherapie und den Hilfsmitteln sowie den Behandlungen von Suchtkranken, insbesondere der Entwöhnung, hinkt die PKT mit ihrem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse hinterher. Viele Unternehmen regeln die Kosten dafür auf Kulanz, doch rechtlich hat der Versicherte keinen Anspruch auf Erstattung. Die am 01. Januar 2013 eingeführten Unisex-Tarife haben bei den PKV und damit auch bei der Debeka bewirkt, dass der Leistungskatalog überarbeitet worden ist. Damit seien alle Lücken geschlossen, so der Debeka-Vorstand. Ausnahme seien jedoch noch die versicherungsfremden Leistungen.