EHEC – kein Ende in Sicht

Ein Fortschritt ist, dass der EHEC-Erreger zum ersten Mal auf Gemüse nachgewiesen worden ist. Entdeckt wurde er auf einem Gurkenrecht, der sich in einer Magdeburger Mülltonne befand, die einer, an diesem Erreger erkrankten, Familie gehört.

So ist die Information des Gesundheitsministeriums Sachsen-Anhalt. Nachdem der Vater nur leichte Symptome zeigte und auch die Mutter ihren Krankenhausaufenthalt beenden konnte, kämpft die Tochter noch mit dem HUS-Syndrom. Lt. Aussage der Ärzte befindet sie sich aber auf dem Wege der Besserung.

Hoffnung machen die Unikliniken Greifswald und Bonn mit neuen Forschungsergebnissen. An den Unikliniken wurde herausgefunden, dass sowohl der Giftstoff Shiga-Toxin sowie die Bildung der Autoantikörper gesundheitlich schwere Schäden verursachen. So sind diese dafür verantwortlich, dass im Blut die Konzentration eines gewissen Eiweißes höher wird und dadurch die feinen Blutgefäße verstopft werden. Dabei wird die Durchblutung von Nieren und Gehirn behindert. Patienten bekommen zum Teil schwere neurologische Störungen. Durch die besondere Blutwäsche, die die Patienten erhielten, ging es ihnen am selben Tage bereits besser.

Ehec Sprossen unter Verdacht

Endlich glaubt man den Schuldigen des Ehec-Erregers gefunden zu haben. Es sind Sprossen, die in Niedersachsen gewachsen sind. Bisher ist es nur ein Verdacht, der zur Schließung des Betriebes geführt hat, das Labor-Ergebnis steht noch aus.

Nachdem vor Gurken, Tomaten und Blattsalat gewarnt wurde, sind es jetzt die Sprossen, die als Schuldige erkannt worden sind. Dabei wären die Menschen weniger verunsichert, wenn die Politik sich einmal informativ geäußert hätte. So äußerte sich sehr spät der neue Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, zu diesem Thema. Er gab jedenfalls noch keine Entwarnung für Gurken, Tomaten und Blattsalat.

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann von der CDU hatte bereits am Sonntag über die Medien darüber informiert, dass das Sprossengemüse mit Ehec verseucht sein könnte. Einen Beweis konnte er jedoch nicht vorlegen, alles beruhe auf Indizien.

Fakt ist jedoch, solange keine Ergebnisse des Labors vorliegen, ist alles nur ein Verdacht. Gewünscht hätten wir uns, und übrigens auch das Robert-Koch-Institut, dass die Informationspolitik nicht nur vom Landwirtschaftsministerium aus gegangen wäre, sondern sich auch das Gesundheitsministerium früher mit Informationen an die Bürgerinnen und Bürger gewandt hätte.