KKH Krankenversicherung im ZDF

ZDF-Magazin Frontal 21 berichtete über die KKH-Allianz. Erläutert wurde, dass neue Kunden mit chronischen Vorerkrankungen bei dieser gesetzlichen Krankenversicherung nicht erwünscht sein könnten. Dabei wurde auf internes Material verwiesen, doch die Krankenkasse wies die Vorwürfe ab. Auch Menschen die arm sind oder Vorerkrankungen haben können unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben eine Mitgliedschaft bei der KKH bekommen.

GKV im Fernsehen

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Nach der Schließung der City-BKK könne man erkennen wie wichtig eine ausgewogene Versichertenstruktur sei, so die Sprecherin der KKH-Allianz. Aus diesem Grund seien zielgruppenspezifische Werbeaktivitäten notwendig. Doch Vertriebsmitarbeiter sollen ein eindeutiges Geschäftsziel verfolgen, welches lautet keine Kranken und Geringverdiener sowie alte Menschen in der Kasse zu versichern, wie Frontal 21 berichtete. Die Vertriebsmitarbeiter sollen auch nur dann ihre Provision erhalten haben, wenn das Einkommen über 1000 Euro brutto liegen würde bei dem neu versicherten Arbeitnehmer, hieß es in der Sendung des ZDF. Schwer Kranke sollen telefonisch durch die KKH-Allianz zu einem Krankenversicherungswechsel gedrängt worden sein. Die Krankenkasse möchte am 14. November ein Ergebnis der internen Untersuchung vorlegen. Bei der privaten Krankenversicherung ist es schwierig kranke Menschen unterzubringen, das der Gesundheitszustand eine wichtige Rolle spielt, doch bei gesetzlichen Krankenkassen besteht die jeweilige Kasse in der Pflicht alte, kranke und arme Menschen zu versichern.

KKH Allianz Krankenversicherung

Eine Zusammenarbeit geht zu Ende

Vor drei Jahren, als die Welt noch in Ordnung war, beschlossen die gesetzliche Krankenversicherung KKH-Allianz und die private Krankenversicherung der Allianz eine Zusammenarbeit, die fruchtbar und nützlich sein sollte. Jetzt stehen sie vor der Trennung, die Ende dieses Jahres vollzogen werden soll.

Die Idee war gut – beide Versicherungen wollen die Ressourcen, die vorhanden waren, effektiv nutzen und für beide Bereiche – die gesetzliche wie die private Krankenversicherung – sollte eine effektive und exklusive Zusammenarbeit gewährleistet sein. Die Erwartungen waren hoch geschraubt und konnten daher – vielleicht – nicht erfüllt werden.

Damit die Versorgunglücke, die die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben, geschlossen werden kann, kamen beide Versicherungen zu dem Schluss, dass wenn die gesetzliche KKH-Allianz ihre Mitglieder in Bezug auf Zusatzversicherungen an die Allianz Krankenversicherung verweist, macht diese gute Geschäfte und kann auch neue Mitglieder werden – ein Vorteil, den die Konkurrenz nicht hat.

Da die gesetzlichen Krankenkassen durch die immer wiederkehrenden Leistungskürzungen nicht mehr alle Bedürfnisse erfüllen können, sind Krankenzusatzversicherungen gefragt wie nie zuvor. Der Vorteil der KKH-Allianz-Mitglieder war der, dass sie zu günstigen Prämien und guten Konditionen bei der privaten Allianz Krankenversicherung Krankenzusatzversicherungen abschließen konnten.

Jetzt steht zum Jahresende die Trennung bevor – eine Trennung, die aus rechtlichen Gründen aber auch aus politischen Gründen vollzogen wird. Tatsache ist aber auch, dass der erhoffte Erfolg ausblieb – jedenfalls nicht in vollem Umfang zum Tragen kam.

Die private Allianz Krankenversicherung muss sich nun wieder mit Agenturen ins Benehmen setzen, die ihre Angebote für die Krankenzusatzversicherungen vertreibt. Die KKH-Allianz will sich ab Januar 2013 einen neuen Namen zulegen und einen neuen Partner suchen.