Gehören individuelle Gesundheitsleistungen zum Katalog der PKV?

Leistungen, die für privat Krankenversicherte eine Selbstverständlichkeit sind, müssen gesetzlich Versicherte selbst bezahlen. Die kontinuierliche Kritik der Versicherten steht im Raum, wenn Mediziner ihnen zu sogenannten „IGel-Leistungen“ raten. IGel bedeutet „individuelle Gesundheitsleistungen“. Kritik gibt es deshalb, weil die Ärzte an diesen Maßnahmen wie Untersuchung, Behandlung und Prophylaxe Geld verdienen. Geld, das sie dem Patienten berechnen. Lächelnd reicht der privat Versicherte seine Belege bei seinem Anbieter ein und staunt nicht schlecht, wenn dieser die Leistung verweigert. Die PKV bezahlt nur die Leistungen, was der Versicherte mit der Gesellschaft vertraglich vereinbarte.

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Über Sinn und Zweck der IGel-Maßnahmen diskutieren Verbraucherschützer seit geraumer Zeit zum wiederholten Male. Im Leistungskatalog der GKV befinden sich IGel-Leistungen nicht. Wenn die GKV diese bezahlt, geschieht dies ausschließlich als freiwillige Leistung.
Bei der PKV sieht die Sachlage anders aus. Die PKV bezahlt ausschließlich die vereinbarten Leistungen, die sich aus Versicherungsvertrag ergeben. Beim Basisschutz sind IGel-Maßnahmen nicht enthalten; dieser Tarif entspricht dem der gesetzlichen Versicherer. Teure TOP-Tarife beinhalten ein umfassendes Leistungsspektrum und decken einen großen Teil der Kosten für diese Maßnahmen ab.
Im Zweifelsfall überprüfen privat Krankenversicherte ihren Vertrag. Generell hilft das Nachfragen bei ihrem Anbieter, der sie über die vertraglich vereinbarten Leistungen informiert. Sind IGel-Maßnahmen nicht vereinbart, lehnt die Gesellschaft das Erstatten der Kosten beim Einreichen der Belege ab.
Einen leistungsstarken Tarif finden Interessierte beim Versicherungsvergleich im Internet. Dieser unabhängige Vergleich eignet sich sowohl für einen Tarif- als auch Anbieterwechsel. Grundsätzlich sollte jeder, der in die PKV wechseln will, den Versicherungsvergleich durchführen. Anders als bei der GKV bedeutet ein optimales Leistungsspektrum höhere monatliche Prämien. Lassen Sie sich von einem Berater helfen, damit Sie das Leistungs-Kosten-Verhältnis im gesunden Gleichgewicht halten.
Quellen:

http://www.pkv-private-krankenversicherung.net/zahlt-die-pkv-igel-leistungen-5362

IGeL Leistungen als Milliardeneinnahmequelle für Ärzte

Einnahmen aus sogenannten IGeL Leistungen sind für Ärzte eine äußerst lukrative Einnahmequelle. IGeL steht hier für individuelle Gesundheitsleistungen und diese bringen den Medizinern jährlich 1,5 Milliarden Euro. Verbraucherschützer schlagen nicht selten Alarm weil die Patienten nicht oder nur unzureichend über die Gesundheitsleistung aufgeklärt werden. Laut einer bundesweiten Online Umfrage der Verbraucherzentralen kann nur jeder vierte der Befragten eine Aussage zu eventuellen Nebenwirkungen treffen und über den persönlich konkreten Nutzen fühlte sich nur die Hälfte aller Befragten informiert.

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Kritik gibt es außerdem für eine mangelnde Bedenkzeit, Kostenbelehrung und eine fehlende Rechnung. In vielen Fällen stehen Ärzte im Verdacht, sich mithilfe der IGeL Leistungen ein zusätzliches Nebeneinkommen zu beschaffen. Die Notwendigkeit und besonders der Nutzen für den Patienten steht oftmals nicht im Verhältnis zu den aufzubringenden Kosten. Beliebte IGeL Leistungen sind beispielsweise Ultraschall, ein sog. PSA Test ( zur frühzeitigen Erkennung von Prostatakrebs ), sowie Zahnbehandlungen. Kitikerstimmen zur Folge führen diese Untersuchungen bei IGeL Leistungen zu fehlerhaften Befunden und unnötigen Eingriffen.

Gesetzlich Versicherte zahlen selbst

Die Continentale Krankenversicherung hat eine Studie durchgeführt. Pro Jahr zahlt der gesetzlich Versicherte durchschnittlich 380 Euro pro Jahr selbst. Diese Zahlung erfolgt über den gewöhnlichen Krankenkassenbeitrag hinaus.

Praxisgebühren als Zuzahlung

Die Selbstbeteiligung und die Zuzahlungen für Medikamente ergeben den Betrag von 380 Euro. Drei bis vier verschiedene Leistungsarten sind in den letzten Jahren angestiegen. Die medizinische Versorgung in Deutschland wird dennoch als relativ gut bis sehr gut eingeschätzt. Das deutsche Gesundheitswesen wird als eines der leistungsfähigsten der Welt eingestuft. Fast alle gesetzlich Versicherte haben in über den Zeitraum von einem Jahr schon einmal Gesundheitsleistungen aus eigener Tasche gezahlt. Praxisgebühr, Zuzahlungen oder IgeL-Leistungen gehören dazu. D.h. mehr als 30 Euro im Monat zahlt der gesetzlich Versicherte im Schnitt für seine Versorgung. Wenn man zur Massage oder zur Physiotherapie muss, zahlt man beispielsweise extra. Medikamentenzuzahlung oder Praxisgebühr zahlt man ebenfalls immer selbst, außer man ist befreit. Das Meinungsforschungs-Institut TNS hat im Auftrag der Continentale Krankenversicherung die Gesundheitsleistungen unter die Lupe genommen. Fast 1300 Menschen wurden befragt. Das Alter der Bundesbürger lag ab einem Alter von 25 Jahren. 1118 davon waren gesetzlich versichert und 167 privat.

Frauen mit hohem Einkommen bezahlen am meisten

Da wo das Haushaltsnettoeinkommen über 2500 Euro liegen die Zuzahlungen bei bis zu 440 Euro. Bei geringerem Einkommen sind die Zuzahlungen geringer. Praxisgebühr steht an Platz1 von der Häufigkeit. Danach kommt die Apotheke sowie der Haus- und Facharzt. Gesetzlich Versicherte sollten auch Krankenkassen vergleichen.