§ 192 für die Rechte der Privatkrankenversicherten


Eine Änderung des Gesetzes der versicherungsrechtlichen Vorschriften wurde vor Kurzem im Bundestag verabschiedet. Damit wird die Kostenübernahme der Privatkrankenversicherten sowie deren Therapeuten ein Risiko, das kalkulierbar ist, denn die PKV muss auf Anforderung über die Kostenübernahme schriftlich Auskunft geben.

§192 für das Recht der Krankenversicherung

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Das wurde im § 192, Abs. 8 so folgt geregelt, dass vor Beginn der Heilbehandlung, wenn diese aller Voraussicht nach mehr als 2.000,00 Euro kosten wird, durch Einreichen des Kostenvoranschlages an die PKV diese verpflichtet ist, den Umfang des Versicherungsschutzes für diese Heilbehandlung schriftlich der Versicherungsnehmer vorzulegen. Dazu hat die Versicherung vier Wochen Zeit; sollte die Heilbehandlung schnell beginnen, so muss der Versicherer bereits nach zwei Wochen die Auskunft der Kostenübernahme mit den Gründen sowie auf die Bezugnahme des Kostenvorschlages bzw. der eingereichten Unterlagen dem Versicherten zukommen lassen. Dabei ist die Frist so geregelt, dass diese mit dem Eingang des Schreibens beim Versicherer, mit dem Auskunft verlangt wird, zu laufen beginnt. Wird die Frist vom Versicherer nicht eingehalten, so kann der Versicherungsnehmer, bis er vom Versicherer das Gegenteil erfährt, davon ausgehend, dass die Heilbehandlung notwendig ist und die Kosten übernommen werden.

Des Weiteren wird an der Kündigungsfrist gerüttelt, diese soll verlängert werden, und zwar auf zwei Monate (bisher war es ein Monat). Damit soll der Wechsel aufgrund von Prämienerhöhungen für die Versicherten erleichtert werden. Ein weiteres Recht für die Versicherten ist die Akteneinsichtnahme, sodass die Versicherten die Gutachten und Stellungnahmen für die Übernahme oder Ablehnung von der Kostenerstattung gesundheitlicher Maßnahmen einsehen können, ohne dass sie einen Arzt oder Anwalt konsultieren müssen.

In welchen Fällen die gesetzliche Krankenversicherung die bessere Wahl sein kann


Ein Gastbeitrag des Finanz- und Verbraucherportals topKonto.de.

Wer als Beamter arbeitet, selbstständig ist oder ein sehr hohes Einkommen hat, steht vor der Qual der Wahl: Private oder gesetzliche Krankenversicherung? Auf den ersten Blick würden viele Menschen die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung bevorzugen, da dort meist einfach die besseren Leistungen geboten werden. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt – auch private Krankenversicherungen haben ihre Nachteile. Aus diesem Grund sollte man sich vor Abschluss eines Versicherungsvertrages genau überlegen, welche Bausteine einem persönlich wichtig sind und welche Krankenversicherungsart aber auch welche Gesellschaft die eigenen Bedürfnisse am ehesten erfüllt.

Beitragsberechnungen und Beitragssteigerungen

 

Steigende Beiträge

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Ein großer Vorteil der privaten Krankenversicherungen (PKV) besteht darin, dass die Beiträge nicht anhand des Einkommens festgelegt werden. Man zahlt also nur für die Leistungen, für die man sich bei der Zusammenstellung des „Versicherungspaketes“ entschieden hat. Junge, gesunde Menschen müssen bei privaten Krankenversicherungen meistens weniger als bei gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zahlen. Doch im Laufe der Jahre können die Beiträge langsam, aber stetig steigen. Es ist keine Seltenheit, dass man als Senior rund 800 Euro pro Monat für eine private Krankenversicherung zahlen muss. Wer sich das nicht mehr leisten kann, hat schlechte Karten: Immerhin ist der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenkasse fast unmöglich.

Leistungsumfang

Im Allgemeinen zeichnen sich private Krankenversicherungen durch einen umfangreicheren Leistungskatalog aus. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass man auch von allen Leistungen profitiert. Wer eine private Krankenversicherung abschließt, erhält nur die Leistungen, die er ausdrücklich abgeschlossen hat. Eine sehr umfangreiche Versicherung kann viele hundert Euro im Monat kosten und somit das eigene Budget gnadenlos übersteigen. Abgesehen davon besteht die Gefahr, dass Ärzte versuchen, so viel Gewinn wie möglich mit Privatpatienten zu machen. Immerhin können bei der Behandlung von Privatpatienten wesentlich höhere Honorare angesetzt werden, was dazu führt, dass teilweise unnötige Untersuchungen stattfinden. Die zielgerichtete Diagnose von Krankheiten kann dadurch in Einzelfällen eher verzögert werden – was im schlimmsten Fall langfristige Folgen für den Patienten hat.

Hohe Kosten

Wer privat versichert ist, muss die Kosten für Arztbesuche und Medikamente zunächst selber bezahlen. Erst nach wenigen Wochen erhält man die Kosten von der privaten Krankenversicherung zurückerstattet. Problematisch wird es dann, wenn sich die private Krankenversicherung weigert, für die entstandenen Kosten zu zahlen. In diesem Fall bleibt der Patient auf seinen Kosten sitzen und muss jeden Cent für die Arztbehandlungen aus eigener Tasche zahlen. Bei hohen Arztrechnungen kann das durchaus zu finanziellen Problemen führen – vor allem dann, wenn man nicht viele Ersparnisse hat. Noch schwieriger wird es, wenn man unter schweren, chronischen Krankheiten leidet und die private Krankenversicherung einfach nicht zahlen will.

Abgesehen davon ist es bei der gesetzlichen Krankenversicherung möglich, Kinder und nicht erwerbstätige Ehepartner beitragsfrei mitzuversichern. Bei privaten Krankenkassen muss hingegen jedes Mitglied entsprechende Beiträge zahlen. Wer Alleinverdiener ist und eine große Familie zu ernähren hat, wird sich unter Umständen also lieber für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden.

Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung bei privaten Krankenversicherungen birgt viele Risiken. Menschen, die bereits Vorerkrankungen haben, werden meistens nicht von privaten Krankenversicherungen angenommen – und falls doch, dann nur mit einem entsprechend hohen Risikozuschlag. Dadurch können die ohnehin schon hohen Kosten noch weiter steigen und den Traum von der privaten Krankenversicherung platzen lassen. Der Vorteil von gesetzlichen Krankenversicherungen besteht darin, dass sie jeden annehmen müssen – egal wie krank oder gesund derjenige ist. Aus diesem Grund hat man als gesetzlich Versicherter bessere Chancen, eine gute Versicherung zu erhalten und nicht wegen gesundheitlicher Probleme schlecht behandelt zu werden.

Gut informieren sollte man sich, bevor man einer einzelnen Gesellschaft beitritt, egal ob PKV oder GKV. Am Beispiel der gesetzlichen Kassen: Dort übernehmen einzelne Gesellschaften sogar Leistungen, zu denen Sie teilweise nicht verpflichtet wären. Als Positivbeispiel ist hier etwa die Techniker Krankenkasse zu nennen. Andere Mitbewerber verfügen hier teilweise über einen deutlich schlechteren Ruf.

Ausbau der Rechte von Privatversicherten

Mit den neuen Regelungen soll die PKV attraktiver gemacht werden. Versicherte sollen das Recht haben, dass ihnen die Versicherung konkret sagt ob Kosten für eine Behandlung übernommen werden. Auf eine bestimmte Größenordnung ist das neue Gesetz ausgelegt. Gerade bei Behandlungen, die mehr als 3000 Euro kosten besteht das Recht auf Auskunft. Eine einmal gemachte Zusage der Versicherung was die Kostenübernahme betrifft muss eingehalten werden sofern der Heil- und Kostenplan vorliegt.

 

Ist eine Behandlung von großer Dringlichkeit, sind Versicherungen dazu verpflichtet die Antwort schnell zu erteilen. In diesen Fällen sieht der Gesetzgeber eine Frist von höchsten zwei Wochen vor. Des Weiteren sollte auch die Kündigungsfrist im Falle einer Beitragserhöhung von einem Monat auf zwei Monate ausgeweitet werden Versicherte haben die Möglichkeit den vereinbarten Selbstbehalt im Basistarif zu kündigen, sofern es dabei nicht zu einer Reduzierung der Beiträge kommt. Eine solche Kündigung ist momentan erst nach drei Jahren vorgesehen.

Unwägbarkeiten und Unsicherheiten sollen mit der neuen Regelung der Kostenübernahme  ein Ende haben. Diese Bedingungen für eine Übernahme der Kosten sind häufig sehr unübersichtlich für die Versicherten. Insbesondere im Falle von sehr teuren Behandlungen ist die Unsicherheit oftmals schwer ertragbar da noch die Belastung von drohenden finanziellen Schwierigkeiten zu den gesundheitlichen Problemen eventuell dazu kommen können.  Viele Kliniken nehmen Patienten auch erst auf, wenn die Kostenfrage geklärt ist. Ein Privatpatient kann sich natürlich zunächst einmal auf eigene Kosten behandeln lassen und auf die Zusage der Kostenübernahme warten was manchen Versicherten aber nicht immer möglich ist. Die Debeka Krankenversicherung unter anderem begrüßt die neuen Regelungen.