Zusatzbeiträge: wer nimmt welche und wer nicht?

Die gesetzlichen Krankenkassen sind meist finanziell arg strapaziert und so manche fordert von ihren Mitglieder Zusatzbeiträge um über die Runden zu kommen. Davon sind die Mitglieder selten erfreut und wechseln in eine Krankenkasse, die keine zusätzlichen Beiträge fordert. Die DAK hat das am eigenen Leibe zu spüren bekommen, denn nachdem sie Zusatzbeiträge forderte wurde die DAK von fast einer halben Million Mitglieder verlassen.

Die Techniker Krankenkasse – und auch die IKK Classic – fordern keine Zusatzbeiträge; die IKK Classic auch für 2012 nicht. Die TK durfte sich über einen Mitgliederzuwachs von etwa 350.000 freuen. Die Krankenkassen scheuen die Forderung nach einem Zusatzbeitrag, wie auch die Vereinigte IKK, die den schon beschlossenen zusätzlichen Beitrag zurückgerufen hat und sich lieber einer Übernahme durch einen solventen und finanziell starken Partner zuwendet. Wie der Teufel das Weihwasser scheut, so trauen sich auch die gesetzlichen Krankenkassen fast nicht mehr einen Zusatzbeitrag zu fordern.

Was bei der Forderung nach einem Zusatzbeitrag passieren kann – dafür ist die City-BKK das beste Beispiel. Sie wurde geschlossen und das war sicher kein positiver Schachzug der Politik. Die Krankenkassen sitzen auf glühenden Kohlen und auch in einer Falle. Fordern sie einen zusätzlichen Beitrag – verlassen die Mitglieder die Kasse; fordern sie ihn nicht – haben sie finanzielle Probleme. Wie sie es auch machen, die Politik hat ihnen buchstäblich Fesseln angelegt und lässt sie kalt verhungern.

Krankenversicherung Wechsel: durch Zusatzbeiträge bedingt

Die gesetzlich Versicherten zahlen immer mehr Geld für die gleiche Leistung einer gesetzlichen Krankenversicherung. Um die Leistungen abzudecken gibt es die Möglichkeit für den Verbraucher eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Bei einem Krankenversicherung Wechsel sind einige Dinge zu berücksichtigen. Es ist nicht gesagt, dass die neue gesetzliche Krankenversicherung nicht auch schnell Zusatzbeitrag einführen wird. Bei der Krankenversicherung DAK waren lt. Richter des Sozialgerichts die Zusatzbeiträge aus letztem Jahr, welche die Krankenkasse von den Mitgliedern gefordert hat unwirksam. Die Mitglieder wurden nicht ordnungsgemäß über ihr Sonderkündigungsrecht aufgeklärt. Die DAK möchte dennoch in Berufung gehen. Jedem Verbraucher steht es zu, dass er nach Einführung von Zusatzbeitrag kündigen kann. Nur wem es nicht auffällt, der hat auch nicht die Chance zu einem Krankenversicherung Wechsel. Viele Versicherte haben bei ihrer Krankenversicherung gekündigt, als die Zusatzbeiträge eingeführt wurden. Nicht nur die DAK war von Kündigungen betroffen.

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bleiben gleich, auch wenn der Beitrag ansteigt. Schon zu Beginn des Jahres wurde der allgemeine Beitragssatz auf 15,5 Prozent angehoben. Die Krankenversicherungen stopfen ihre finanziellen Löscher mit dem Zusatzbeitrag. Nicht alle Krankenversicherungen kommen mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds aus. Man muss nicht gleich die Krankenkasse kündigen wegen den Zusatzbeiträgen, wenn man ansonsten zufrieden ist.

Welche Krankenversicherung verlangt Zusatzbeitrag?

Zwölf von 80 gesetzlichen Krankenkassen verlangen Zusatzbeitrag von den Mitgliedern. Denn Zusatzbeiträge bedeuten für die Krankenversicherung ein Wettbewerbsnachteil. Zwischen 6,50 Euro und 15 Euro liegen die Zusatzbeiträge. Seit diesem Jahr können die gesetzlichen Krankenkasse Zusatzbeitrag in unbegrenzter Höhe verlangen.

Krankenversicherungen: für 2012 eher keine Zusatzbeiträge erwartet

Gesundheitsminister Bahr teilte im Interview mit Bild mit, dass er eher nicht glaubt, dass im Jahr 2012 mehr gesetzliche Krankenversicherungen Zusatzbeitrag erheben werden. Die gesetzliche Krankenversicherung habe eine gute Konjunkturentwicklung. Derzeit besteht sogar ein kleines Finanzpolster. Dennoch kann es von Kasse zu Kasse variieren.

Nicht nur die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherungen stehen derzeit zur Diskussion sondern auch eine anstehende Pflegereform. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat die Eckpunkte der Pflegereform mit Bild in einen Interview besprochen. Bahr hatte viel zu bewältigen. Die Ehec-Krise und die Pleite einer gesetzlichen Krankenversicherung waren Aufgaben, die Bahr im neuen Amt beschäftigten. Ein großes Gesetz zur Verbesserung der Ärztlichen Versorgung wurde auf den Weg gebracht.

 

Pflegereform

Die Eckpunkte der Pflegereform sollen noch im September vorgelegt werden, teilte der Gesundheitsminister im Interview mit Bild mit. Eine Vorsorge der Pflege soll aufgebaut werden und Pflegebedürftige sollen gestärkt werden im Alter. Ob die Pflegebeiträge erhöht werden, steht noch nicht fest. Eine kapitalgedeckte Säule soll als Ergänzung in der Pflegeversicherung dienen. Eingenvorsorge soll zukünftig gestärkt werden. Menschenwürdige Pflege muss finanzierbar sein. Beitragsautonomie für die gesetzlichen Krankenkassen wurde erreicht. Weniger Zentralismus und bessere Wahlmöglichkeiten stehen dem Patienten der Krankenversicherung zur Verfügung. Bahr möchte keine Einheitskasse, wodurch Versicherte Bittsteller werden könnten.

Krankenkassen: AOK und Barmer GEK ohne Zusatzbeitrag

Es gibt viele Krankenkassen, die versprechen, in diesem Jahr keine Zusatzbeiträge verlangen. AOK und die Barmer GEK schließen den Zusatzbeitrag erst einmal sogar aus. BKK und DAK verlangen weitere Zusatzbeiträge, jedoch nicht in diesem Jahr.

Seit die City BKK Pleite ist, ist die Angst der Bürger groß, dass weitere Krankenversicherungen ebenfalls das Handtuch werfen müssen. Mehr als 20 Krankenkassen sollen laut Gerüchten in finanziellen Nöten stecken. Die Techniker Krankenkasse verlangt in diesem Jahr keine Zusatzbeiträge. Auch im nächsten Jahr wäre es möglich, dass die TK nicht erhöht in Form von Zusatzbeitrag.

Die größten Kassen wie Barmer GEK und AOK bleiben vorerst ohne Zusatzbeitrag. Für das nächste Jahr hat sich die AOK noch nicht festgelegt. Leistungskürzungen sollen auch nicht erfolgen in diesem Jahr bei der AOK Krankenkasse.