Krankenzusatzpolicen dürfen von Gesetlichen angeboten werden

Die Krankenzusatzpolicen gehören zum Hause der Privaten Krankenversicherer. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vermittelt viele Policen der Krankenzusatzversicherung. Davon war nicht jeder begeistert. Das Landgericht Brandenburg hat dennoch entschieden, dass die GKV weiter vermitteln darf.

Zusatzversicherung darf weiterhin von GKV verkauft werden.

Eine Bedingung der Vermittlung von Zusatzversicherungen an die gesetzliche Krankenkasse ist, dass eine Kooperation zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung bestehen muss. Der Bundesverband für Finanzdienstleistung e.V. der AOK wollte die Vermittlung der Zusatzversicherungen verbieten lassen. Ein Gerichtsurteil sollte entscheiden, dass die Vermittlung nicht mehr möglich ist. Der AfW beschwerte sich darüber, dass die AOK keine Industrie- und Handelskammer (IHK) Genehmigung hat. Bei Landgericht Potsdam scheiterte der AfW mit seiner Klage. Auch das Oberlandesgericht in Brandenburg hat die Klage zurückgewiesen.

Die Vermittlung von Zusatzversicherungen gehört nicht zum Bereich der GKV

Richter brachten das Argument, dass die Privaten Krankenzusatzversicherungen nicht zum Hauptbereich der gesetzlichen Kassen gehöre. Eine Kooperation mit einer PKV muss gewährleistet sein um eine solche Kooperation zu erlauben. Ein Körperschaft des öffentlichen Rechtes muss sich an die wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen halten. Die AOK ist eine solche Körperschaft.

Das fünfte Sozialgesetzbuch erlaubt es den GKVs in den Bestimmungen Satzungen mitaufzunehmen, die die Vermittlung von Krankenzusatzpolicen regeln. Diese Bestimmungen stehen über der Gewerbeordnung lt. Richter des OLG in Brandenburg. Die stattliche Aufsicht kann dennoch bei der Vermittlung von privaten Zusatzversicherungen mitmischen. Eine Vermittlungsleistung muss als Regelung in der Satzung einer GKV verankert sein, wenn die GKV Zusatzversicherungen vermitteln möchte.

AfW legt Revision ein beim BGH

Der Bundesverband für Finanzdienstleistung legt Revision ein. Denn die PKV möchte lieber selbst die privaten Zusatzversicherungen vermitteln. Wenn die Revision erfolgreich wäre, könnte es sein, dass die PKV bald alleine vermitteln darf. Auch ein Vergleich der privaten Krankenversicherungen kann hilfreich sein.

Krankenzusatzversicherungen sollen im Betrieb angeboten werden

In Ländern wie den USA oder England werden schon seit einiger Zeit Zusatzpolicen der Krankenversicherung in den Firmen angeboten. In Deutschland ist dies bis dato noch nicht der Fall. Die betriebliche Krankenversicherung soll aber zukünftig dazu dienen Mitarbeiter an die Firmen zu binden. Für Vermittler, Firmeninhaber und Versicherer gilt dies als neuer Markt.

PKV im Betrieb

Bei einem der weltgrößten Maklerbetriebe kommen viele Anfragen zum Bereich betriebliche Krankenversicherung an. Mercer heißt die Firma und gehört zu Marsh & McLennan. Häufig zahlen die Firmen sogar die Beiträge einer betrieblichen Krankenversicherung für Ihre Mitarbeiter. Wenn dies nicht der Fall ist, erhalten Mitarbeiter besondere Konditionen. Die betriebliche Krankenversicherung wird ohne Altersrückstellungen berechnet, die in der PKV für günstigere Beiträge im Alter sorgen sollen. Deshalb können die Beiträge günstiger angeboten werden. Die Versicherung läuft in der Regel nicht ein Leben lang. „Das ist keine komplett andere Welt, aber eine Krankenversicherung mit einer besonderen Ausprägung“, teilte der Direktor des PKV-Verbands Volker Leienbach mit.

Mit milderer Gesundheitsprüfung oder sogar ohne Prüfung des Gesundheitszustandes soll der Abschluss der Firmenpolice möglich sein. Besonders beliebt ist die Zahnzusatzversicherung. Auch Vorsorgemaßnahmen gehören zum Leistungssegment der Zusatzpolice für Firmen. „Die Nachfrage nimmt zu“, meinte Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Krankenversicherung. Die Hauptzielgruppe ist der Mittelstand. Zusatzpolicen verzeichnen sowieso einen großen Zuwachs. Der Markt dafür ist gegeben und wird in Kürze sicherlich realisiert. Es bleibt abzuwarten ob die Bürgerversicherung kommen wird, denn dann wird die Zusatzversicherung ohnehin an Bedeutung gewinnen.