Krankenversicherer: Zahlen und Fakten

Die Nettorendite bei den meisten privaten Krankenversicherern liegt bei über 3,5 Prozent. 6 Gesellschaften erreichten diese Nettorendite nicht. Der Durchschnittswert ging um 0,32 Prozentpunkte zurück in 2011 im Vergleich zu 2010.

Renditen der PKV

Die Debeka ist Sieger in punkto Nettorendite. Letzter Platz bekam die Mannheimer Krankenversicherung. Die Firma Kvpro hatte 34 Krankenversicherer unter die Lupe genommen. Die Rendite der privaten Krankenversicherer im Jahr 2010 entwickelte sich nicht schlecht. Der Höchstrechnungszins wurde von einigen Anbietern der privaten Krankenversicherung lt. Analyse der Kvpro.de GmbH deutlich übertroffen im Jahr 2010. Außer der Münchener Verein.

Doch 2011 ist dies nicht mehr der Fall. In diesem Geschäftsjahr sahen die Renditen deutlich geringer aus. Weniger als 2,5 Prozent erreichte die Mannheimer. Landeskrankenhilfe (LKH), Münchener Verein, Ergo Direkt, HUK und Württembergische lagen zwischen 3 und 3,48 Prozent. 3,5 Prozent erzielte die Pax-Familienfürsorge in 2011. Rückgänge erzielten Mannheimer, Ergo Direkt, Alte Oldenburger, R+V und LKH.

Die Inter Krankenversicherung erzielte die größten Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr. Allianz, Central, Concordia, DKV und Gothaer verbesserten die Nettorendite. Freie Arzt- und Medizinkasse (FAMK) verbesserte sich um 0,01 Prozentpunkte.

Central Krankenversicherung ohne eigenen Außendienst

Massive Veränderungen zeichnen sich bei der Central Krankenversicherung ab. Davon ist vor allen Dingen das Vertriebssystem betroffen, denn die Central will ihren eigenen Vertrieb zum 01.04.2012 einstellen und das Maklergeschäft der Deutschen Vermögensberatung übergeben.  Damit zieht die Central gleich mit der Aachen-Münchener Versicherung, die dies schon vor einigen Jahren gemacht hat.

Beobachter sind der Meinung, dass diese Umstrukturierungsmaßnahme auch von anderen Versicherungen übernommen wird, da langfristig gesehen das duale System, das aus privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen besteht, keine Chance hat und damit auch keinen Bestand.

Eine andere Maßnahme hat sich schon bewährt. So  ist die Central Krankenversicherung aus den Billigtarifen ausgestiegen, die gescheitert sind. Zwar konnte man Neukunden gewinnen, doch nur zu den billigen Tarifen. Kaum ein Neukunde war bereit nach einiger Zeit auf die regulären Tarife umzusteigen. Die Central ist allerdings die erste private Krankenversicherung, die aus dem Dumpingsektor ausgestiegen ist.

Nach den Umstrukturierungsmaßnahmen muss erst einmal mit Verlusten gerechnet werden. Zum einen darum, weil die Masse der Neukunden nach dem Ausstieg aus dem Billigtarifsektor ausbleibt und zum anderen, weil Neuverträge erst einmal durch die Deutsche Vermögensberatung abgeschlossen werden müssen, da kein eigener Vertrieb ab April 2012 vorhanden sein wird, der das Neukundengeschäft direkt für die Central ankurbelt. Es bleibt also abzuwarten, wann und um wie viel sich die Tarife erhöhen werden.

Krankenversicherung: Wartzeiten sind unterschiedlich

Viele Patienten der gesetzlichen Krankenkassen haben von den langen Wartezeiten beim Arzt buchstäblich die Nase voll und überlegen einen Wechsel in eine private Krankenversicherung. Ein Wechsel ist jedoch nur möglich, wenn der Versicherte aus der Versicherungspflicht d. h. er verdient so viel, dass die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird. Trotzdem ist ein Wechsel gut zu überlegen.

Es stimmt, dass immer noch private Krankenversicherungen ihre Versicherung für „‘nen Appel und ‚nen Ei“ bzw. unter 100 Euro anbieten. Dass diese Tarife nicht haltbar sind, dafür ist die Central Krankenversicherung das beste Beispiel. Die Idee der privaten Krankenversicherungen, die derartige Dumpingbeiträge anbieten ist die, dass die Versicherten, sind sie erst einmal bei der Gesellschaft versichert, sich bald den höheren Normaltarifen zuwenden, weil diese einen besseren Leistungskatalog haben.

So wie die privaten Krankenversicherungen mit ihren Dumpingbeiträgen hoffen, so schnell zerschlagen die Versicherten diese Hoffnung. Es fällt kaum einem Versicherten ein, von einem Tarif unter 100 Euro zu einem Tarif mit weit über 200 Euro zu wechseln – warum sollte er das auch? Die Leistungen, die dieser Billigtarif bietet, liegen zwar unter denen der gesetzlichen Krankenkassen, doch mit einer Zusatzversicherung hier und einer dort kommt auch ein Billigversicherter gut über die Runden. Am Ende schaut nur die Krankenversicherung dumm, denn sie muss dann Beitragserhöhungen ihren Versicherten schmackhaft machen.

Central Krankenversicherung zieht Preise an

Bei der privaten Krankenversicherung Central steht eine Preiserhöhung der PKV auf dem Programm. Die Mitarbeiter der Central wurden über eine Beitragsanpassung im zweistelligen Bereich informiert. Günstige Einsteigertarife werden abgeschafft.

Die Kunden des Versicherers müssen sich auf die Beitragserhöhung ihrer privaten Krankenversicherung gefasst machen. Die Vermittler der Central Krankenversicherung wurden bereits über die Erhöhungen für 2012 informiert. Im zweistelligen Bereich sollen die Erhöhungen stattfinden. Manche Tarife können bis zu 20 Prozent Beitragserhöhung erhalten. Es sind aber auch Tarife mit ca. 10 Prozent Steigerungen mit dabei. Genaue Angaben wurden noch nicht getroffen. Zum Jahresbeginn von 2011 wurden die Tarife bei der Central Krankenversicherung um ca. 6,5 Prozent angepasst.

Krankenversicherungen setzten auf Qualität

Die DKV teilte zuerst mit, dass der Billigtarif vom Markt verschwindet und kurze Zeit später berichtete die Central ebenfalls über den Wegfall der günstigen Einsteigertarife der privaten Krankenversicherung. Höherwertige Tarife sollen Hauptaugenmerk der Krankenversicherung sein. Die Versicherten der Einsteigertarife haben eine gewisse Zeit lang die Möglichkeit ohne erneute Gesundheitsprüfung  in bessere Tarife zu wechseln. Wird diese Frist jedoch versäumt und der Versicherte erkrankt, so kann es sein, dass er im Komforttarif nicht mehr aufgenommen wird. Zusatzversicherungen stehen ebenfalls hoch im Kurs in der Zukunft der privaten Krankenversicherer.